Filmkritik: „Matrix: Revolutions“ (2003)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski
Mit: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 128 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Science Fiction, Action
Tags: Matrix | Trilogie | Finale | Abschluss | Zion | Maschinenwelt

Eine Revolution beginnt mit einem Gedanken.

Inhalt: Während sich sowohl die Soldaten als auch die Zivilisten der Menschenstadt Zion auf die finale Auseinandersetzung mit den Maschinen vorbereiten und alsbald die ersten Gegner vor das Visier bekommen, setzt Neo (Keanu Reeves) noch immer alles daran, seine Rolle als Auserwählter und potentieller Retter der Menschheit endgültig zu verstehen. Wieder zur Seite steht ihm dabei das Orakel (Mary Alice) – aber unglücklicherweise auch der abtrünnige Agent Smith (Hugo Weaving), der sich ebenfalls auf einen letzten Kampf vorzubereiten scheint. Von seiner Liebe zu Trinity (Carrie-Anne Moss) beflügelt, wagt Neo das schier unmögliche: er begibt sich auf den Weg in das Herz der Maschinenwelt – und damit an einen Ort, den noch nie zuvor ein Mensch betreten hat.

Kritik: In der Tat – und analog zu den beiden vorherigen Rezensionen zu THE MATRIX (siehe Review) und MATRIX: RELOADED (siehe Review) – gilt es in Bezug auf das 1999 von den Wachowski-Brüdern ins Leben gerufene MATRIX-Franchise mindestens zweierlei Überraschungen festzuhalten. Zum einen natürlich den ursprünglichen ersten Teil selbst, der hinsichtlich seiner erzählerischen Innovation und der Effekte Maßstäbe setzte – und zum anderen die Feststellung, dass die Ideengeber sich auch im Hinblick auf die beiden Fortsetzungen nicht nennenswert verhaspelten. Oder auch: sich nicht nennenswert bei einem potentiellen Massenpublikum anbiederten, trotz der im zweiten Teil stärker betonten (und teilweise dezent kitschig inszenierten, glücklicherweise aber immer noch als Beiwerk fungierenden) Liebensgeschichte zwischen Neo und Trinity. Anders gesagt: trotz des gewaltigen Budgets und der hohen Erwartungen sind die Wachowski’s sich selbst respektive ihrer Idee treu geblieben, woraufhin sich die abgeschlossene MATRIX-Trilogie schnell einen enormen Kultstatus erarbeiten konnte.

Zwar muss man dabei speziell in Bezug auf den dritten Teil einige Abstriche machen – wie etwa hinsichtlich der einstweilen doch etwas strapazierenden Effekt-Flut während der Kämpfe in und rund um Zion, den durch die heftige Überzeichnung etwas unglücklich gestalteten Endkampf zwischen Neo und Agent Smith oder die nicht gänzlich zufriedenstellende Auflösung gegen Ende. Eine Auflösung, die glücklicherweise nicht wirklich eine ist respektive noch immer ausreichend Fragen unbeantwortet lässt – aber dennoch nicht ganz mit der eventuell erwarteten Wirkung von Statten geht. An den Überraschungseffekt (oder auch: das den Kultfaktor der Reihe rechtfertigende Aha-Erlebnis) des ersten Teils etwa reicht das Finale nicht mehr heran. Vielleicht, und auch wenn das ebenfalls kein wirklicher Trost ist; hatten sich die Wachowski’s hier schlicht selbst eine Messlatte angelegt, die kaum noch zu erreichen war.

Gut, oder eher eine rettende Notwendigkeit ist; dass sich die offenbaren Schwächen von MATRIX: REVOLUTIONS aber nur auf vereinzelte Momente des Films beziehen – und den rundum gelungenen Eindruck der Trilogie nicht mehr wirklich schmälern können. Gesehen haben sollte man THE MATRIX respektive die vollständige Trilogie allemal – andernfalls verpasst man einen ebenso einzigartigen wie in einem positiven Sinne denkwürdigen Kino-Moment des frühen 21.sten Jahrhunderts.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Warner Bros. GmbH

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„Ein nicht mehr ganz so starker, zweifelsohne aber dennoch absolut sehenswerter Abschluss einer einmaligen Trilogie.“

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Filmkritik: „Matrix: Reloaded“ (2003)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski
Mit: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 138 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Science Fiction / Action
Tags: Matrix | Parallelwelt | Maschinen | Auserwählter | Kampf | Überleben

Noch ist das letzte Geheimnis nicht gelüftet.

Inhalt: Nachdem der Computerspezialist Thomas A. Anderson aka Neo (Keanu Reeves) die Wahrheit über sein Leben erfahren und seine Rolle als Auserwählter angenommen hat, macht er sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern Morpheus (Laurence Fishburn) und Trinity (Carrie-Anne Moss) sowie auch der Hilfe des ominösen Orakels (Gloria Foster) auf, endgültig hinter das Geheimnis der MATRIX zu kommen. Dass er dabei auch allen möglichen Widersachern die Stirn bieten würde, ist selbstverständlich – wie etwa dem abtrünnigen Agenten Smith (Hugo Weaving), der sich offenbar allein darauf fokussiert hat Neo zu vernichten. Das Problem: sollte Neo versagen, steht auch das Schicksal der Stadt Zion auf dem Spiel – die bereits von zahlreichen Robotern angesteuert wird. Noch hält die Verteidigung – die Frage ist nur, für wie lange… und ob Neo die Lösung tatsächlich in der trostlosen realen Welt, oder vielleicht doch der MATRIX suchen muss.

Kritik: Spätestens nach dem Überraschungserfolg von THE MATRIX (siehe Review) stand unumstößlich fest, dass man in Zukunft mit dem Schaffen der Wachowski-Brüder Larry und Andi rechnen sollte – und dass man den Geschwistern so gut wie alle Freiheiten in Bezug auf die damals noch ausstehenden Abschluss der geplanten MATRIX-Trilogie gewähren müsste. Entsprechend wenig überraschend war, dass das Budget für die beiden Nachfolger MATRIX: RELOADED und MATRIX: REVOLUTIONS grundsätzlich keine Grenze kannte, trotz der bereits einiges einsparenden Zusammenlegung der Drehtage – und dass die Wachowski’s wieder einmal Grenzen sprengen würden. Vielleicht in einem nicht ganz so innovativen, wegweisenden und spektakulären Ausmaß wie im ursprünglichen ersten Teil mit seiner bis heute kultigen inhaltlichen Offenbarung – aber immerhin ohne, sich in Bezug auf ihr Konzept zu verhaspeln oder sich gar die Blöße zu geben.

Anders gesagt: MATRIX: RELOADED steht dem großartigen Vorgänger in (fast) nichts nach. Sicher; dieses Mal weiß man ungefähr was einen erwartet, und der ganz gro´ße Aha-Effekt bleibt aus – wobei selbst die mangelnde inhaltliche Vertiefung potentiell spannender Elemente nicht verhindern kann, dass MATRIX: RELOADED einen schier ungeheuerlichen Sog entwickelt. Ein Sog, der verständlicherweise aus der Weiterführung der bereits im ersten Teil angeschnittenen Erzählstränge inklusive des Werdegangs der involvierten Charaktere resultiert – aber auch aus den furiosen Actionsequenzen, auf die im Vergleich mit dem Vorgänger noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt wurde. Neben den schon zuvor beeindruckenden Zeitlupen-Effekten ist es hier vor allem eine längere Verfolgungsszene auf einer Autobahn, die im Gedächtnis bleiben wird – gerade weil es sich hier (und im Gegensatz zu einigen anderen pompös inszenierten Hollywood-Krachern) um alles andere als eine seelenlose Materialschlacht handelt.

Kurzum: die Story respektive die Weiterführung der Erzählung stimmt, wobei insbesondere der Schauplatz Zion sowie das Bestreben von Agent Smith Lust auf mehr machen. Die Effekte sind (wenngleich sie auch nicht mehr ganz so subtil angewandt werden) mindestens ebenso spektakulär wie im Vorgänger, die Leistungen der beteiligten Darsteller passt, der Soundtrack ist mitreißend. MATRIX: RELOADED ist ein wichtiger und qualitativ nicht wirklich abfallender Teil der MATRIX-Trilogie, die nicht von ungefähr als absolutes Pflichtprogramm für Cineasten gilt.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Warner Bros. GmbH

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„Wie schon der erste Teil ist auch der zweite MATRIX-Film ein absolutes Muss – und ein ebenso wenig zu kritisierendes wie wichtiges Element innerhalb der kultigen Trilogie.“

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Metal-CD-Review: AXENSTAR – Far From Heaven (2003)

Alben-Titel: Far From Heaven
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. November 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Keyboards
Magnus Ek – Bass
Pontus Jansson – Drums
Thomas Eriksson – Guitars (lead)
Peppe Johansson – Guitars

Track-Liste:

1. The Descending (Intro) (01:05)
2. Infernal Angel (04:16)
3. Blind Leading the Blind (04:43)
4. Don’t Hide Your Eyes (05:12)
5. Far from Heaven (06:56)
6. Abandoned (05:19)
7. Children Forlorn (04:12)
8. Death Denied (04:31)
9. Blackout (04:59)
10. Northern Sky (04:55)

Der Weg ist das Ziel.

FAR FROM HEAVEN ist das zweite offizielle Studioalbum aus dem schwedischen Hause AXENSTAR – und damit auch jener 2001 gegründeten Power Metal-Combo, die sich seit ihrem Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT (siehe Review) für einen recht unverkennbaren Sound verantwortlich zeichnet. Zu nicht unerheblichen Teilen mitverantwortlich ist dafür auch der hiesige Frontmann Magnus Winterwild, der mit seiner ebenso sanften wie einzigartigen Stimme als Aushängeschild von AXENSTAR fungiert – analog zu den enorm melodischen Kompositionen einer wenn man so will typisch nordischen Spielart, versteht sich. Auf dem vorliegenden FAR FROM HEAVEN bekam das Gesangstalent dabei sogar etwas mehr Spielraum zugestanden als noch zuvor – was zum einen an der weitaus differenzierteren Abmischung liegt, und zum anderen an der im Vergleich mit PERPETUAL TWILIGHT doch etwas großzügiger ausfallenden Vielfalt des vertretenen Liedguts. Neben der schon vom Debütalbum bekannten Marschrichtung in Form von leicht melancholisch angehauchten Uptempo-Nummern mit starken Refrains und explizitem Hymnen-Einschlag (INFERNAL ANGEL, FAR FROM HEAVEN, DEATH DENIED, BLACKOUT) finden sich auf FAR FROM HEAVEN schließlich auch einige Titel, die man so von AXENSTAR noch nicht hatte hören können.

Beispiele dafür finden sich etwa im eigentlich recht flotten, rhythmisch dann aber doch etwas aus dem Rahmen fallenden LEADING THE BLIND; im nicht wirklich balladesken aber doch vergleichsweise sanften DONT HIDE YOUR EYES, in den deutlich zurückhaltenderen Rockern mit dezentem Retro-Touch und reichlich Keyboard-Einsatz (ABANDONED und THRILLS IN THE NIGHT) oder der durch und durch-Ballade NORTHERN SKY. Tatsächlich ist die hier von AXENSTAR angebotene Bandbreite an verschiedenen Marschrichtungen und Stimmungen grundsätzlich angenehm – zumal sie die handwerklichen Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder zusätzlich unterstreicht und FAR FROM HEAVEN so zu einer etwas spannenderen Angelegenheit macht als noch das Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT. Einer spannenderen, ohne Zweifel – doch ob es die Schweden dabei wirklich geschafft haben ihr Debütalbum auch qualitativ zu übertreffen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Immerhin profilierte sich gerade PERPETUAL TWILIGHT als vergleichsweise unkompliziertes und unmittelbar wirkendes Kraftpaket, dessen Gesamtwirkung selbst in Anbetracht der nicht gerade optimalen Abmischungs- und Produktionsarbeit kaum geschmälert wurde.

Anders gesagt: FAR FROM HEAVEN hält definitiv die größere Vielfalt bereit, verfügt über einen deutlich professionelleren technischen Part und zeigt insbesondere den hiesigen Leadsänger Magnus Winterwild von einer noch vorteilhafteren Seite – doch an die schiere Effektivität des Debütalbums kann der Nachfolger dennoch nicht ganz heranreichen. Der hauptsächliche Grund dafür, der im übrigen eng mit den bereits erwähnten Einzel-Titeln zusammenhängt; ist dann auch recht schnell gefunden: AXENSTAR agieren auf FAR FROM HEAVEN zwar weitaus variabler und auch professioneller als zuvor, haben dabei aber auch den Alltag oder eher die Routine in ihre Kompositionen einfließen lassen. Wie eine markante Kampfansage oder ein wie-auch-immer herausragender Moment innerhalb der Diskografie der Schweden wirkt und klingt das Album jedenfalls nicht. Wenn man so will und vom schlimmsten Fall ausgeht, könnte man sogar von einer gewissen Form der Gleichförmigkeit innerhalb der einzelnen Titel sprechen – die des Öfteren mit einigen eher langatmigen Passagen aufwarten, und die Schweden insbesondere in den langsameren und balladesken Momenten (NORTHERN SKY ist als Inbegriff eines jeden Power Metal-Klischees hoffentlich nur ein einmaliger Ausrutscher) alles andere als glanzvoll abschneiden lassen.

Schlussendlich ist es ebenso ärgerlich wie überraschend, dass ausgerechnet die von der Band an den Tag gelegte Vielfalt zu einer mehr oder weniger frappierenden Schwäche von FAR FROM HEAVEN avanciert – die analog zum auch insgesamt eher weichen Sound-Eindruck verhindert, dass das Album in ähnliche Sphären aufsteigen kann wie der Vorgänger. Selbstverständlich handelt es sich trotz allem noch um ein solides Power Metal-Album, dass im Vergleich mit vielen anderen noch locker die Nase vorn hat und gerade Fans von Combos wie SONATA ARCTICA ansprechen sollte. Doch gerade von einer Band wie AXENSTAR hätte man hier schlicht noch etwas mehr erwarten können.

Absolute Anspieltipps: INFERNAL ANGEL, FAR FROM HEAVEN, DEATH DENIED, BLACKOUT


„Nicht mehr ganz so stark wie das Debüt, aber noch immer ein solider Nachfolger.“

Metal-CD-Review: DARKFIRE – DarkFire (2003)

Alben-Titel: DarkFire
Künstler / Band: Darkfire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2003
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sacred Metal

Alben-Lineup:

Omar Zoncada (Bifrost) – Vocals
Stefano (Dagr) – Bass
Luca Bellani (Andvari) – Drums
Tommy Dell’Olio (Ivaldi) – Guitars
Giangiacomo Cattaneo (Mimir) – Keyboards

Track-Liste:

1. The Dark Fire (05:53)
2. Master of Bulls (05:07)
3. The Pure Sound (07:58)
4. Against the Erudite (05:23)
5. Colours (05:14)
6. Spiral of Smoke (04:14)
7. The Spice Islands (06:00)
8. From Hollow Trunk (04:45)
9. Gorgoroth’s Fire (04:11)

Ein solches Feuer sollte man eigentlich nicht unbeaufsichtigt lassen.

Im Zuge der sogenannten ein-Album-Wunder aus Italien könnten oder sollten dem geneigten Power Metal-Fan gleich mehrere entsprechende Kandidaten in den Sinn kommen. Immerhin gibt es tatsächlich eine handvoll Bands, die nach nur einem offiziellen Studioalbum komplett von der Bildfläche des europäischen Power Metals verschwunden sind – und sich im Gegensatz zu unverhofften Rückkehren wie den HOLY KNIGHTS (die eine mehr oder weniger plötzliche Pause von guten 10 Jahren eingelegt hatten) auch nicht auf anderen verfügbaren Plattformen an ihre potentielle Fangemeinde wandten. MORGANA wären hier so ein Beispiel, auch wenn sich die Band im Jahre 2009 ohne ein wirkliches Ergebnis kurzzeitig wiedervereinigt hatte – oder auch die bereits 1994 gegründete Combo DARKFIRE. Die brachte es nach einer ersten Demo (1998) immerhin zum vorliegenden, im Jahre 2003 über das Label Sacred Metal veröffentlichte Debütalbum DARKFIRE – welches 9 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten enthält, mit einem recht interessanten Cover-Artwork ausgestattet ist und vor allem eine Frage aufwirft. Und die lautet: wo, ja wo nur sind die Jungs von DARKFIRE (die sich für das Album sogar eigene Künstlernamen gegeben hatten) nach all den Jahren geblieben ?

Eines muss man dem Album schließlich in jedem Fall lassen: es ist ein ebenso vielversprechendes wie höchst solides Werk aus den Gefilden des italienischen Power Metals, dass den Vergleich mit zahlreichen anderen zu jener Zeit aktiven Genre-Combos keineswegs scheuen muss. Dabei hatten die Italiener sogar ein potentielles Alleinstellungsmerkmal, oder zumindest eine für diese Zeit als Besonderheit durchgehende Eigenschaft. Anders gesagt: in einer Zeit, in der RHAPSODY (OF FIRE) große Erfolge feierten; inszenierten sich DARKFIRE weniger als allzu bombastische oder explizit symphonisch angehauchte Combo – sondern vielmehr als weitestgehend klassisch inspirierte, recht bodenständig agierende und gerne mal in Richtung eines griffigen Melodic Metal schielende Formation. Wenn dann auch noch einige progressive Ansätze hinzukommen, wie etwa im recht variablen und von einem furiosen Soli-Part begleiteten AGAINST THE ERUDITE, böten sich noch am ehesten Bands wie LABYRINTH als Vergleichsmöglichkeit an – wobei DARKFIRE aber einen wesentlich eigenständigeren Sound an den Tag legten als Beispielsweise VISION DIVINE.

Wenn es darum zu beurteilen, ob dieser gefühlt etwas weniger beeinflusste Sound aber auch genauso gut funktioniert und klingt wie der der bekannteren Bands jener Zeit; sieht es dagegen schon etwas kritischer aus. Zwar nicht in einem wirklich fatalen Ausmaß, aber: während schon der allgemeine Soundeindruck des DARKFIRE-Albums nicht vollständig zu überzeugen vermag (was vor allem an der eher schwachen Produktion liegt), hätten sich die Italiener Nummern wie das absolut harmlos rockende COLOURS oder die schier unerträglich schmachtende Akustik-Ballade FROM HOLLOW TRUNK unbedingt schenken sollen. Auch oder gerade weil der hiesige Leadsänger Omar Zoncada zweifelsohne nicht über das nötige Stimmvolumen und die nötige Überzeugungskraft verfügte, auch in diesen Momenten glänzen zu können. Eben diese Tatsache markiert dabei auch den zweiten offensichtlichen Schwachpunkt des Albums: in Bezug auf ihren Leadgesang konnten DARKFIRE wahrlich nicht viel abfakeln, und schon gar nicht mit den feilgebotenen Gesangsleistungen anderer Genre-Combos mithalten.

Sieht man darüber hinweg, kann man mit Nummern wie dem flotten Opener und Titeltrack THE DARKFIRE, dem bereits erwähnten kräftigen AGAINST THE ERUDITE, dem markant stampfenden SPIRAL OF SMOKE sowie dem Rausschmeißer GORGOROTH’S FIRE (die Instrumental-Passage gegen Ende ist der Wahnsinn) durchaus einige direkt zündende Hymnen entdecken – gesetzt dem Fall, man kann das Aufkommen des doch recht überbordenden Keyboards sowie einiger nicht immer stimmig klingender Background-Shouts verkraften. Mit dem etwas ruhigeren, dezent an SECRET SPHERE erinnernden THE PURE SOUND sowie dem von einigen völlig unerwarteten Klang-Elementen begleiteten THE SPICE ISLANDS finden sich dann auch noch zwei längere Titel, die zweifelsohne einige interessante Ansätze mitbringen und eine Entdeckung wert sind – wobei man selbst entscheiden muss, wie gut oder schlecht DARKFIRE hinsichtlich dieser etwas komplexeren Ambitionen abschneiden. Schlussendlich: Das Debüt- und wohl auch Finalalbum von DARKFIRE gehört nicht zum besten, was das Genre jemals hervorgebracht hat und ist vielleicht auch nicht ganz so interessant wie etwa MORGANA’s Ein-Album-Angriff ANGEL – und doch steht fast außer Frage, dass es die Band zu noch viel mehr hätte bringen können.

Absolute Anspieltipps: THE DARKFIRE, AGAINST THE ERUDITE, SPIRAL OF SMOKE, GORGOROTH’S FIRE


„Viel zu gut, als dass die Band nach dem Release einen Grund dafür gehabt hätte in der Versenkung zu verschwinden.“

Metal-CD-Review: CRYONIC TEMPLE – Blood, Guts & Glory (2003)

Alben-Titel: Blood, Guts & Glory
Künstler / Band: Cryonic Temple (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: LMP / Limp Music Productions

Alben-Lineup:

Esa Ahonen – Guitars
Jan J. Cederlund – Bass
Gert Steelheart – Drums
Leif Collin – Guitars
Jan Söderlund – Keyboards
Glen Metal – Vocals

Track-Liste:

1. Morphine Dreams (01:01)
2. Mercenaries of Metal – The Quest Pt. I (06:10)
3. Inquisition – The Quest Pt. II (04:33)
4. Swords and Diamonds (04:23)
5. Thunder and Lightning (03:34)
6. The Story of the Sword (05:32)
7. Long Live the Warriors (05:34)
8. Triumph of Steel (04:52)
9. The Midas Touch (Samurai) – The Quest Pt. III (06:06)
10. Through the Skies (04:28)

Wer wird sich denn gleich im Gedärm seiner Gegner suhlen…

Im Zuge der um die Jahrtausendwende herum aktiv gewordenen Genre-Combos ist die Rechnung kaum ohne die Schweden von CRYONIC TEMPLE zu machen – die nach ihrem rundum überzeugenden Debütalbum CHAPTER I (2002, siehe Review) sogleich entsprechend nachlegten. Das zweite offizielle Werk aus der Hit- und Hymnenschmiede um den damals die Band repräsentierenden Frontmann Johan Johansson horcht dabei auf den einiges vorwegnehmenden Namen BLOOD, GUTS & GLORY, beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 46 Minuten – und macht grundsätzlich ziemlich genau da weiter, wo man das erfolgreiche CHAPTER I vor nicht allzu langer Zeit geschlossen hatte. Anders gesagt: auch auf dem zweiten Album der Schweden wird ein recht klassischer und schnörkelloser Power Metal der europäischen Spielart inszeniert, der einer gewissen Hymnen-Tauglichkeit nicht entbehrt. Und tatsächlich: ganz im Sinne von seinerzeit ganz ähnlich auftretenden Bands wie etwa STEEL ATTACK hatten es CRYONIC TEMPLE dabei durchaus geschafft, den ein oder anderen kultverdächtigen Moment festzuhalten. In Bezug auf das vorliegende Album gilt das selbstverständliche mit Ausnahme des überraschend unerträglichen Intros MORPHINE DREAMS, das mit seinen künstlichen Streichern zunächst noch einen alles andere als formidablen Eindruck hinterlässt.

Danach aber geht es mit Titeln wie der unaufhaltsam voranpreschenden Band- und Genre-Hymne MERCENARIES OF METAL sogleich ordentlich los – und das mit einer solchen Überzeugungskraft und Vehemenz, dass dem geneigten Power Metal-Konsumenten die ein oder andere Freudenträne ins Auge schießen könnte. Sicher handelt es sich hierbei um eine ebenso glückliche wie letztendlich doch eher seltene Erscheinung – erst Recht wenn man bedenkt, dass CRYONIC TEMPLE erst gar nicht allzu viel oder allzu außergewöhnliches unternommen haben um die Gunst der Hörerschaft zu gewinnen. Anders gesagt: nicht viele Bands, die – wenn man es einmal ganz nüchtern betrachtet – so schlicht klingen wie CRYONIC TEMPLE konnten und können eine ähnlich intensive und vor allem glaubhafte Wirkung etablieren. Als Pate für das schier perfekt aufgehende Konzept der Band stehen in diesem Fall klar Nummern wie das zünftige INQUISITION, das hymnisch-HAMMERFALLeske THE STORY OF THE SWORD oder das dezenten in Richtung MANOWAR schielende TRIUMPH OF STEEL – was letztendlich deutlich weniger nach MANOWAR klingt als beispielsweise das vorangegangene LONG LIVE THE WARRIORS. Selbige Nummer sorgt im übrigen auch dafür, dass das Album trotz seiner zahlreichen Highlights dezent hinter seinem Vorgänger CHAPTER I zurückstecken muss – analog zum ebenfalls nicht unbedingt herausragenden Abschluss des Albums in Form des etwas zu wilden THROUGH THE SKIES, dass in Bezug auf das Drumming und den vergleichsweise plumpen Refrain nicht wirklich überzeugt.

Davon abgesehen stehen aber so gut wie alle Zeichen auf grün, und das sogar auch oder vor allem in Bezug auf die Details – wie etwa die wahnwitzigen Soli-Parts, die gerne mal an die regulären Titel angehängt werden. Wenn man so will gehören sie vielleicht sogar zum besten, was das Genre jemals hervorgebracht hat – oder zumindest zum unterhaltsamsten. Dass das Handwerk der einzelnen Mitglieder, und insbesondere das des damaligen Leadsängers Johan Johansson eine ebenso überzeugende wie unvergleichliche Figur macht wie die allgemein recht vorteilhaft ausgefallene Abmischungs- und Produktionsarbeit, setzt dem Ganzen die Krone auf. Fest steht: ein Album wie BLOOD, GUTS & GLORY gehört in jede gut sortierte Power Metal-Sammlung.

Absolute Anspieltipps: MERCENARIES OF METAL, INQUISITION, THE STORY OF THE SWORD, TRIUMPH OF STEEL


„Ein zeitloser Geheimtipp.“