Metal-CD-Review: LORD BYRON – Fly Free (2000)

Alben-Titel: Fly Free
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Juli 2000
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic / Power Metal, Hardrock
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Jens Bosenick – Drums
Uwe „Rufus“ Baumunk –  Guitars
Matthias „Rossi“ Roßmannek – Guitars
Olaf Hayer – Vocals
Stefan Meyer-Michaelis – Bass

Track-Liste:

1. Holy War (05:13)
2. Yugoslavia (04:47)
3. Let the Fire Burn (04:33)
4. Ride the Sky (04:55)
5. Survivor of the Holy Storm (03:39)
6. Fly Free (06:16)
7. Love Stays Forever (06:18)
8. One Heart (06:14)
9. It’s Your Life (05:10)
10. Take My Hand (06:05 )
11. The Life I’m Longing For (06:14)

Ein Schatz, der darauf wartet entdeckt zu werden ?

Bei der Durchforstung der Power Metal-Historie so manch hochkarätiger Combo (oder wahlweise auch einzelner Künstler) kann es durchaus vorkommen, dass man auf eher unerwartetes stößt. Das könnte oder sollte man vermutlich auch von LORD BYRON behaupten, einer 1993 gegründeten und schon lange nicht mehr aktiven Band aus Braunschweig – die nach ihrer nicht unbedingt geistreich betitelten Demo 90-60-90 (das war 1995) schlussendlich das Debütalbum FLY FREE veröffentlichte. Selbiges ist dabei tatsächlich etwas besonderes, wenn auch nicht zwingend aus musikalischer Sicht – sondern vielmehr im Hinblick auf die beteiligten Musiker. Denn: so unbekannt ein Großteil der Bandmitglieder auch geblieben ist (und das bis heute), so bekannt und dabei nicht selten hoch geschätzt war und ist zumindest der Leadsänger der Combo. Gemeint ist niemand geringerer als Olaf Hayer – der sich einige Jahre nach seiner Zeit bei LORD BYRON zu einem waschechten Power Metal-Allrounder mauserte, und unter anderem Alben von LUCA TURILLI (etwa das zeitlose PROPHET OF THE LAST ECLIPSE, siehe Review), DIONYSUS (hier war er Frontmann) oder MAGIC KINGDOM (SYMPHONY OF WAR, siehe Review) mit seiner unverkennbaren Stimme veredelte.

Umso interessanter ist es natürlich, auch einmal einen Blick auf die Anfänge oder zumindest noch früheres Material zu werfen – was sich im Falle von FLY FREE als bunt gemischtes Paket aus explizit balladesk Lagerfeuerstimmungen (LET THE FIRE BURN), partytauglich-rockigen bis dezent albernen Gassenhauern (SURVIVOR OF THE HOLY STORM), allerlei schmachtenden Halbballaden (ONE HEART); aber eben auch einer Power Metal-Hymne wie HOLY WAR präsentiert. Gerade die sollte aus dem heutigen Wissensstand heraus überaus interessant für all jene sein, die die gemeinsame Ära von Luca Turilli und Olaf Hayer nicht zu Unrecht loben – und das vornehmlich, da man hier von einer allemal hörenswerten Vorwegnahme des später geschmiedeten Materials sprechen könnte. Interessanterweise findet sich eben jene Nummer dann auch auf dem ersten DIONYSUS-Album SIGN OF TRUTH (siehe Review) wieder. In einer überarbeiteten Version, versteht sich – und in einem zugegebenermaßen passenderen musikalischen Umfeld.

Denn, und trotz aller Liebe zur Nostalgie – FLY FREE als eines der klassischen Power Metal-Alben zu bezeichnen, wäre dann doch etwas weit hergeholt. Mit ein Grund dafür sind das dann doch etwas zu häufige Aufkommen von eher experimentellen Titeln ohne eine klare Marschrichtung (LOVE STASY FOREVER, IT’S YOUR LIFE, TAKE MY HAND), die bereits erwähnte und für einige sicher deutlich zu lockere rockige Komponente, das generell wenig anspruchsvolle Inhaltskonzept (Stichwort: Frauen und Romanzen) sowie das längst nicht voll ausgeschöpfte Potential in Anbetracht von auffallend langatmigen Stampfern wie dem Titeltrack FLY FREE. Fest steht: bis auf das hervorragende HOLY WAR und eventuell noch das inhaltlich ansprechendere YUGOSLAVIA sowie die beinahe-Hymne RIDE THE SKY gibt das Album nicht allzu viel her – zumindest nicht im Sinne eines klassischen Power Metals.

Absolute Anspieltipps: HOLY WAR, RIDE THE SKY


„Ein Muss für Fans von Olaf Hayer – für alle anderen bleibt FLY FREE höchstwahrscheinlich nur musikalische Durchschnittskost.“

Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – Afterlife (2000)

Alben-Titel: Afterlife
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. November 2000
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Century Media Records

Alben-Lineup:

Jonny Lindqvist – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Nils Norberg – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Owe Lingvall – Drums
Mattias Bernhardsson – Keyboards

Track-Liste:

1. Afterlife (05:26)
2. Wake Up Dead (03:49)
3. The Sinner’s Cross (03:48)
4. Hell and Back (03:40)
5. The Sign (03:50)
6. The Devil’s Child (03:18)
7. Genetic Distortion Sequence (04:01)
8. Sacrifice (03:21)
9. Temple of the Dead (04:48)
10. Hellenium (04:47)

Huldige der aufziehenden Dunkelheit.

Wenn es eine Band gibt, die sich mit dem Marsch auf die Jahrtausendwende stetig verbessert und so gesehen auch musikalisch herausgeputzt hatte; dann waren das die NOCTURNAL RITES. Mit der Entscheidung, sich von ihren eher im Death Metal zu verortenden Wurzeln wegzubewegen und einen klassischen Power Metal der europäischen Spielart anzusteuern; unternahmen die Schweden schließlich das einzig richtige – wofür schon das Debütalbum IN A TIME OF BLOOD AND FIRE (siehe Review) sowie der Nachfolger TALES OF MYSTERY AND IMAGINATION (Review) hinreichend Anhaltspunkte gaben. Richtig rund ging es dann aber erst auf dem 1999 erschienenen THE SACRED TALISMAN (Review), trotz des wenig verheißungsvoll erscheinenden Alben-Titels. Hier liefen die NOCTURNAL RITES erstmals zu einer so nicht gekannten Höchstform auf, und präsentierten der Hörerschaft ein ebenso klassisches wie zeitloses Power Metal-Album der allerersten Güteklasse. Eines, das zwar ein wenig mit der zuvor eingeschlagenen Marschrichtung von auch mal etwas düsterer angehauchten Erzählungen frei nach den überschwänglichen Fantasy-Ambitionen von BLIND GUARDIAN brach; dafür aber mit einem ebenso überraschenden wie zutiefst wirksamen und sympathischen Charme der 80er-Metaljahre, grandiosen Melodien und schlicht unglaublich packenden Hymnen punkten konnte.

Umso kurioser erscheint es, dass ausgerechnet der hiesige Leadsänger Anders Zackrisson die Band kurz nach dem Release des Albums verließ – und durch den auch heute noch bei den NOCTURNAL RITES aktiven Jonny Lindqvist ersetzt wurde. Sicher war und ist der kein schlechter Sänger – doch führte seine Verpflichtung unweigerlich dazu, dass sich der allgemeine Sound der Band mitunter maßgeblich veränderte. So markiert schon das 2001 erschienene AFTERLIFE einen weiteren Umbruch innerhalb der Historie der Band – wobei man für sich selbst herausfinden muss, ob in eine wünschenswerte oder in eine doch etwas wehmütig stimmende Richtung. Fest steht nur, dass AFTERLIFE wesentlich düsterer und schwerer daherkommt als seine Vorgänger – und sich gerade im Zusammenspiel mit dem wesentlich harscheren Eindruck des neuen Leadsängers deutlichere Parallelen zu verwandten Genres wie dem des Trash- und Speed Metals ergeben. Immerhin: das äußerst variable, lebendige und antreibende Gitarrenspiel sowie einige eher hymnisch anmutende Elemente (wie schon der Refrain zum Alben-Auftakt im Titeltrack AFTERLIFE) sind der Band erhalten geblieben – wobei gerade das dafür sorgt, dass man sich als Konsument und Liebhaber der alten NOCTURNAL RITES-Scheiben nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen fühlt.

Insgesamt, und trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Unterschiede zum Vorgänger ist AFTERLIFE damit ein höchst solides Genre-Album geworden. Insbesondere natürlich für all jene, die eine Vorliebe für einen etwas düstereren Sound mit einem ordentlichen Fokus auf die entsprechend dröhnenden Gitarren hegen – und dafür auf den ein oder anderen feucht-fröhlichen oder explizit verspielten Moment wie noch auf THE SACRED TALISMAN verzichten können. Abwechslungsreich und vielschichtig genug ist das dargebotene Material schließlich dennoch – und die melodiösen Kompositionen wissen; auch wenn sie eine etwas andere Atmosphäre heraufbeschwören als bis dato für die Band üblich, den geneigten Genre-Hörer eben doch schnell zu begeistern. Wenn man einen Schwachpunkt des Albums benennen möchte oder müsste, dann würde sich der vermutlich (und am ehesten) auf den Klang des Drummings beziehen – das stellenweise doch etwas ungünstig klingt und einen eher artifiziellen Eindruck hinterlässt, gerade in den nicht selten aufkommenden Doublebass-Passagen. Davon abgesehen kann aber auch die Abmischung und Produktion des Albums überzeugen. Sicher, sich auf etwaige und auch mal etwas schwerer wiegende musikalische Veränderungen einzustellen ist nicht immer leicht – in diesem Fall aber sollte es einem erstaunlich gut gelingen.

Absolute Anspieltipps:AFTERLIFE, WAKE UP DEAD, THE DEVIL’S CHILD, SACRIFICE


„So oder so – mit den NOCTURNAL RITES war und ist zu rechnen.“

Metal-CD-Review: EDGUY – The Savage Poetry (2000)

Alben-Titel: The Savage Poetry
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 125. Juni 2000
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals, Keyboards
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Tobias Exxel – Bass
Felix Bohnke – Drums

Track-Liste:

1. Hallowed (06:14)
2. Misguiding Your Life (04:05)
3. Key to My Fate (04:34)
4. Sands of Time (04:40)
5. Sacred Hell (05:38)
6. Eyes of the Tyrant (10:01)
7. Frozen Candle (07:15)
8. Roses to No One (05:43)
9. Power and Majesty (04:53)

Aus alt mach neu.

Je nachdem, ob man das bereits 1995 erschienene SAVAGE POETRY von EDGUY (siehe Review) nun als vollwertiges Debütalbum oder aber als Demo betrachtet; handelt es sich im Falle des im Jahre 2000 nachgeschobenen Werks THE SAVAGE POETRY entweder um eine Neuaufnahme oder um endlich in eine reguläre Albenform gebrachtes Material. Beiden Varianten gemein ist, dass EDGUY hier nicht weniger anstrebten als die größtmögliche Perfektion zu erreichen – und den einst doch recht ungeschliffenen Sound ihres ersten Langspielers entgültig der Vergangenheit angehören zu lassen. Die Frage die sich dabei stellt ist nur, ob es die Fulderaner auch wirklich geschafft haben; und das in einer möglichst nachvollziehbaren Art und Weise – oder ob THE SAVAGE POETRY als potentiell überproduzierte, moderne Neuaufnahme sogar hinter dem Original zurückstecken muss.

Lange dauert es dann auch nicht, bis das Pendel in die entsprechende Richtung ausschlägt; denn: schon damals konnte das der geneigten Hörerschaft auf SAVAGE POETRY zur Verfügung gestellt Material weitestgehend überzeugen. Nur, und das konnte man unter Umständen als problematisch erachten; haperte es innerhalb der damals noch (sehr) jungen Band klar in Bezug auf das nötige Feingefühl, die Erfahrung und viele den Klangeindruck im Gesamten betreffende Faktoren. Umso treffender erscheint es, dass EDGUY die Neufassung THE SAVAGE POETRY ausgerechnet nach ihrem bis dato kräftigsten Studioalbum überhaupt auf den Markt brachten (dem kongenialen THEATER OF SALVATION, siehe Review) – und damit auch zu ihrem vermutlichen Höhepunkt ihrer Karriere. Und tatsächlich: THE SAVAGE POETRY kann wie schon das Original mit einigen guten Ideen und einem angenehmen Songwriting punkten, und – was neu ist – auch mit einem rundum satten Sound.

Das fällt natürlich schon beim einst recht flach präsentierten Opener HALLOWED auf: die Gitarren nehmen endlich den ihnen zugedachten Raum ein, der Bass geht (auch wenn er nicht mehr ganz so vordergründig agiert wie ursprünglich) nicht in der nunmehr wesentlich pompöseren; aber eben auch nicht übertrieben inszenierten Klangkulisse unter – und speziell der Refrain entfaltet in der finalen Version eine wesentlich beeindruckendere Wirkung. Das wichtigste Element, oder vielleicht auch der wichtigste Grund für eine Neuaufnahme wurde dabei aber noch gar nicht genannt: Frontmann Tobias Sammet, den man entweder lieben oder hassen wird – hier aber in jedem Fall eine prägnantere, (stil-)sicherere und kultverdächtigere Performance abliefert als auf dem 1995’er SAVAGE POETRY. Anders gesagt: gerade wenn man bedenkt, dass das originale SVAGE POETRY zum Erscheinen der Neufassung gerade einmal 5 Jahre zurücklag; ist EDGUY in vielerlei Hinsicht eine Hausnummer gelungen.

Und das so sehr, dass man eventuell doch noch geneigt ist das Original in der Versenkung verschwinden zu lassen – auch wenn es immer interessant ist, auch die potentiell raueren und weitaus ungeschliffeneren Ursprünge diverser europäischer Genre-Combos zu entdecken. Zumindest in diesem Fall überwiegt aber klar die schiere, pünktlich zur Jahrtausendwende neu entdeckte EDGUY-Urkraft – analog zum allgemein perfektionierten Soundeindruck versteht sich – die die Band entgültig auf einen gleichwertigen Rang mit anderen Genre-Pionieren wie HAMMERFALL, HELLOWEEN oder GAMMA RAY hievte. Die einzigen bei THE SAVAGE POETRY einzukalkulierenden Abstriche beziehen sich daher auch auf Nummern und Momente, die schon auf dem Original weniger hergaben – wie etwa die recht spannungsarme Ballade SANDS OF TIME, oder das ebenfalls eher langatmige ROSES TO NO ONE. Glücklicherweise überwiegt aber der gute Rest – sodass man endlich mal wieder von einer Alben-Neufassung sprechen kann; die sich auch wirklich gelohnt hat.

Absolute Anspieltipps: HALLOWED, MISGUIDING YOUR LIFE, SACRED HELL, EYES OF THE TYRANT, FROZEN CANDLE, POWER AND MAJESTY


„Erst im zweiten Anlauf kracht’s so richtig.“

Metal-CD-Review: MORIFADE – Cast A Spell (EP, 2000)

Alben-Titel: Cast A Spell (EP)
Künstler / Band: Morifade (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Mai 2000
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Loud ’n‘ Proud

Alben-Lineup:

Stefan Petersson – Vocals
Jesper Johansson – Guitars
Adrian Kanebäck – Guitars
Henrik Weimedal – Bass
Fredrik Eriksson – Keyboards
Kim Arnell – Drums

Track-Liste:

1. Cast a Spell (04:20)
2. As Time Decide (05:05)
3. Tomorrow Knows (04:30)
4. Dance with the Devil (Phenomena Cover) (04:34)

Man kann ihnen vieles nachsagen – aber zaubern konnten sie.

Es war einmal im Jahre 2000… als eine schwedische Power Metal-Combo gerade inmitten ihrer Blütezeit stand und eine zunächst unscheinbare, 5 Titel starke EP veröffentlichte. Eine, die interessanterweise recht unmittelbar auf das bereits überzeugende Debütalbum POSSESSION OF POWER (siehe Review) folgte. Warum genau MORIFADE innerhalb nur weniger Monate in dieser Form nachlegten, bleibt wohl ihr Geheimnis – zumal man mit dem Opener und Titeltrack CAST A SPELL schlicht eine bereits bekannte Alben-Nummer übernommen hatte. Und auch der Rausschmeißer in Form von DANCE WITH THE DEVIL, der lediglich eine (wenn auch akzeptable und eine gewisse Nostalgie beschwörende) Cover-Version von PHENOMENA markiert; sollte doch wohl kein Anreiz sein extra eine EP auf den Markt zu bringen.

Dennoch, und das ist eine klare Überraschung; hatte sich das Unterfangen doch noch für die Band ausgezahlt. Der Grund dafür ist auch schnell gefunden, denn: zwischen dem bereits bekannten Opener und der netten aber nicht herausragenden Cover-Version finden sich zwei der vielleicht besten MORIFADE-Titel überhaupt. Dass sie eben nicht auf eines der späteren Alben übernommen wurden, macht die Sache zusätzlich interessant – und verleiht der EP einen gewissen Raritätswert. Auch in rein qualitativer Hinsicht, versteht sich – wofür allein das ebenso mächtige wie dezent HELLOWEENeske AS TIME DECIDE Pate steht. So engagiert, zielstrebig und treffsicher klangen MORIFADE nicht einmal auf ihrem Debüt – und auch nicht so kultverdächtig.

Auch das wuchtige TOMORROW KNOWS macht mit seiner ausgesprochen mitreißenden Wirkung eine enorm gute Figur – sicher auch, da sich MORIFADE zum Zeitpunkt der Aufnahmen auf dem vermutlichen Höhepunkt ihrer Karriere befanden. Anders gesagt: MORIFADE haben hier die perfekte Symbiose aus eher klassischen Genre-Einflüssen, dem typisch europäischen Power Metal der 2000er Jahre und ihrer ganz eigenen Duftmarke kreiert – was beileibe nicht jeder Band gelingt, schon gar nicht auf einer einfach mal frech dazwischengeschobenen EP. Übrigens: wer die Chance hat sich eine ebenfalls kursierende zweite Version der EP zu ergattern; der wird zusätzlich noch mit einem hochkarätigen, offenbar noch früher aufgenommenen Bonustrack (WALK AGAINST THE WIND) belohnt.

Absolute Anspieltipps: AS TIME DECIDE, TOMORROW KNOWS, (WALK AGAINST THE WIND)


„Eine EP, die nur zwei Makel hat: sie ist viel zu kurz, und ein Titel ist bereits bekannt. Davon abgesehen handelt es sich aber um ein zeitloses Meisterstück aus der ehemaligen Power Metal-Schmiede MORIFADE.“

Metal-CD-Review: DREAMTALE – Refuge From Reality (Demo, 2000)

Alben-Titel: Refuge From Reality (Demo)
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. November 2000
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Petteri Rosenbom – Drums
Rami Keränen – Guitars, Vocals
Esa Orjatsalo – Guitars
Mikko Viheriälä – Keyboards
Kimmo Arramies – Bass

Track-Liste:

1. Refuge from Reality (05:05)
2. Fallen Star (03:56)
3. Heart’s Desire (07:55)
4. Where the Rainbow Ends (05:34)

Ein noch nicht ganz perfektioniertes musikalisches Refugium.

Nachdem sich die Finnen von DRAMTALE im Jahre 1999 als vielversprechende neue Power Metal-Combo aufgemacht hatten die musikalischen Bühnen dieser Welt zu erobern, sollte es nicht mehr allzu lange dauern bis sich tatsächlich ein erster markanter Erfolg einstellte. Man erinnert sich: schon die erste Demo der Band, das 1999 erschienene SHADOW OF THE FROZEN SUN (siehe Review) machte ordentlich was her, und sollte den Weg für die später perfektionierte Marschrichtung der Band ebnen. Doch bis die Finnen auf ihrem Debütalbum BEYOND REALITY (Review) erstmals zu einem vollständig überzeugenden Rundumschlag ausholen konnten, sollten noch eine handvoll weitere Jahre vergehen – und eine weitere, heute eigentlich kaum noch beachtete Demo veröffentlicht werden. Das liegt vermutlich daran, dass REFUGE FROM REALITY im Gegensatz zur Vorgänger-Demo keine exklusiven Titel beinhaltet – sondern lediglich 4 Nummern, die später auch auf BEYOND REALITY übernommen wurden. Und das weitestgehend unverändert.

Dennoch könnte sich die Demo speziell für eingefleischte Fans der Band als interessant erweisen – auch wenn diese früheren Versionen sicher nicht die für BEYOND REALITY perfektionierten ersetzen können. In diesem Fall siegt klar der Faktor der Neugier – der einen auch darüber hinwegsehen lassen könnte, dass die Produktionsqualität der Demo eher mager ausfiel und noch bei weitem nicht darstellen konnte was eigentlich in DREAMTALE schlummerte. Doch da das Debütalbum der Band schon wenig später folgte – glücklicherweise, muss man sagen – ist all das eigentlich längst Geschichte. Oder anders gesagt: DREAMTALE-Enthusiasten werden auch diese ungeschliffenen Versionen ihrer potentiellen Highlight-Nummern in ihrem Besitz haben wollen, und das zu Recht – alle anderen sollten lieber gleich auf das Debütalbum ausweichen.

Absolute Anspieltipps: REFUGE FROM REALITY, FALLEN STAR, WHERE THE RAINBOW ENDS


„Nicht so interessant wie die erste Demo der Band, aber ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu einem Meilenstein.“