Filmkritik: „M.A.R.K. 13 – Hardware“ (1990)

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Originaltitel: Hardware
Regie: Richard Stanley
Mit: Dylan McDermott, Stacey Travis, John Lynch u.a.
Land: Großbritannien
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Altersfreigabe: ab 18
Genre: Science Fiction / Horror
Tags: Mark 13 | Roboter | Künstliche Intelligenz | Endzeit | Ödland | Wüste

Das Leben in der Post-Apokalypse ist doch auch so schon schwer genug…

Kurzinhalt: In einer post-apokalyptischen Welt der Zukunft haben die wenigen überlebenden Menschen mit katastrophalen Lebensbedingungen zu kämpfen. Nicht nur, dass die Temperatur durch die zerstörte Ozonschicht enorm angestiegen ist, eine erhöhte Radioaktivität macht es enorm gefährlich selbst harmlos erscheinende Spaziergänge zu unternehmen. Doch es gibt sie dennoch, Sammler die durch das Ödland streifen um den ein oder anderen Schatz zu erbeuten – wie ein namenloser Nomade, der auf einer seiner Touren seltsame Teile eines Roboters findet. Diese verkauft er an einen Händler, von wo aus sie zu Moses gelangen – einem Soldaten, der seiner Freundin ein Geschenk machen möchte. Schließlich verdingt sich diese als Hobby-Künstlerin, und kann jedes noch so kurios erscheinende Teil für eine ihrer größeren Skulpturen gebrauchen. Als der Händler jedoch Nachforschungen anstellt und herausfindet, dass es sich bei dem Roboterkopf um ein Überbleibsel eines Projektes der Regierung handelt, schlägt er Alarm – und warnt Moses vor möglichen Gefahren. Doch scheint es bereits zu spät – die Maschine entwickelt ein Eigenleben, zapft etliche Energiequellen des Hauses an – und baut sich einen neuen Körper. Daraufhin scheint sie nur ein Ziel zu verfolgen: alle Menschen, die sich in seiner Nähe zu befinden, zu töten…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! M.A.R.K. 13, oder im englischen Original schlicht HARDWARE ist einer jener relativ unbekannten Nischen-Filme aus Großbritannien, die sich explizit auf ein postapokalyptisches Setting beziehen und relativ eindeutig unter dem Oberbegriff des Endzeitfilms rangieren. Doch nicht nur die relative Nähe zu früheren – und insgesamt betrachtet eher seltenen – Werken, die sich eine weltumfassende Katastrophe (wie in diesem Fall einen Atomkrieg) zur Prämisse machen, lässt das Projekt des Drehbuchautors und Regisseurs Richard Stanley interessant erscheinen. Auch die Tatsache, dass der Film auf der überaus bekannten Comicserie 2000 AD basiert und zudem mit Gastauftritten von Lemmy Kilmister von MOTÖRHEAD (musikalisch, aber auch in einer kleinen Rolle) oder Iggy Pop (als Stimme des Radiosprechers) geschmückt wird; lässt schnell den Gedanken an einen potentiellen Kultfilm aufkommen. Einen Kultfilm, der insofern besonders wäre als dass er weniger Wert auf die Darstellung einer typischen Endzeitfilm-Dystopie legt – als vielmehr auf ein fremdes, hochtechnisiertes Objekt inmitten eines apokalyptischen Szenarios. Und jenes Objekt ist der Titel-gebende MARK 13 – eine Art Superroboter, der von der Regierung mit einem ganz bestimmten Ziel entwickelt wird.

Doch so spannend das Ganze klingt, die sich damit anbietenden Möglichkeiten werden in HARDWARE kaum ausgenutzt – was nicht zuletzt an der eigentlichen Genre-Ausrichtung liegt. Denn nicht nur dass die Macher ihren Blick nur allzu selten oder überhaupt nicht auf das wie und warum der neuen Welt legen – grundsätzlich weichen alle potentiell interessanten inhaltlichen Aspekte der allgegenwärtigen Atmosphäre eines Horrorfilms. Eines etwas anderen zwar, dafür sorgt allein das Setting – doch erscheint es etwas ärgerlich, dass die Macher so wenig aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht haben und den Film letztendlich auf ein einzelnes Element reduzieren. Auch, wenn der Titel des Films dies bereits dezent andeutet. Neben der einstweilen doch bemerkenswerten Grusel-Atmosphäre (die ein wenig an die Wirkung von ALIEN erinnert) ist eine der unausweichlichen Folgen für HARDWARE somit, dass man als Zuschauer kaum mit den hier angebotenen Porträts der Welt und den darin lebenden Charakteren warm werden wird – trotz des relativ langen Einführungsteils. Die Darstellung des furchterregenden Kampfroboters (der immerhin schick aussieht) verkommt somit beinahe zu einem reinen Selbstzweck – wäre da nicht der Grund für die Existenz desselben, der eng mit der vorherrschenden Endzeit-Situation zu tun hat. Allerdings wird der erst gegen Ende des Films offenbar – und wirkt durch die fehlende inhaltlichen Bezüge etwas aus der Luft gegriffen.

Doch nicht nur in Bezug auf seinen Inhalt wird HARDWARE zu einer knallharten Geschmacksfrage werden – und sich somit immer weiter vom Status eines unanfechtbaren Kult-Titels entfernen. Eine mitunter erhebliche Rolle spielt die gesamte audiovisuelle Gestaltungsarbeit des Films – die alles andere als gewöhnlich ist, und mit ihrer merkwürdigen Dosierung sowohl für Aufsehen, als auch für dezente Anflüge von Frust sorgen kann. Es beginnt bereits mit der eigentlichen Farbgestaltung, schließlich passt sich HARDWARE auch optisch der atomar verseuchten Endzeitwelt an. So hat das Bild über die gesamte Laufzeit des Films einen markanten Rotstich, der nur hie und da von noch düstereren Eindrücken abgewechselt wird – wie etwa in der Wohnung, in der ein Großteil des Geschehens spielt. Auch wenn es scheint, dass die Macher durchaus Wert auf einen gewissen Detailreichtum und die Ausarbeitung der Kulissen gelegt haben wird es einstweilen schwer, den Überblick zu behalten und einen genaueren Eindruck der Wohnsituation der Endzeit-Protagonisten zu erhalten. Analog dazu sorgt der reichlich durchtriebene Soundtrack für den ein oder anderen kuriosen, leider nur allzu selten wirklich stimmigen Moment. Und wenn beides exzessiv kombiniert wird – denn auch das geschieht in HARDWARE, wenn auch nur in einer einzelnen, dafür umso prägnanteren Szene – entsteht eine merkwürdige Symbiose, die dem Ganzen einen Hauch von Surrealismus verleiht. Das ist gleichermaßen mutig wie gewöhnungsbedürftig, zweifelsohne – doch will all das nicht wirklich mit den vorhergegangenen, eher auf Realismus getrimmten Eindrücken zusammenpassen.

Ein letzter Wermutstropfen ist dann die Tatsache, dass die Gastauftritte nicht wirklich solche sind – wenn man einmal davon absieht, dass tatsächlich hier und da MOTÖRHEAD-Klänge ertönen. Lemmi Kilmister selbst hat nur eine absolut unbedeutende, kurze Rolle als Taxifahrer inne; während Iggy Pop ein unspektakuläres Charakter-Dasein als niemals tatsächlich auftretender Radiosprecher fristet. Das wiederum lässt den anderen, eigentlichen Hauptdarstellern mehr Raum – der allerdings nur bedingt ausgenutzt wird; denn eine Glanzleistung liefert keiner der Beteiligten ab.

Fazit: HARDWARE ist einer jener weder-noch Filme, die sich durch die Vermengung verschiedener Genres auszeichnen, respektive selbst ins Abseits befördern. Denn wirklich harmonisch wirkt die Kombination aus Elementen der Science Fiction, des Horrors und teilweise sogar Surrealismus in diesem Fall nicht. Besonders schade ist, dass man offenbar keinen Wert auf eine vernünftige, nachvollziehbare Zeichnung der Endzeitwelt gelegt hat in der das Setting nun einmal angesiedelt ist – und sich stattdessen dem hier nur teilweise aufgehenden Konzept eines Creature- respektive Cyborg-Horrorfilms widmet. Immerhin gerät die zweite Filmhälfte so merklich spannender – die langatmige Einführung, die aufgrund der fraglichen Schwerpunktsetzung ohnehin überflüssig wird, verlangt einiges vom Zuschauer ab. Nach wie vor fraglich ist, ob es sich tatsächlich lohnt das Ganze bis zum Ende auszuhalten – bis auf ein oder zwei markantere Splatterszenen und den etwas abstrus und befremdlich wirkenden Kampf Super-Roboter gegen Mensch gibt es auch hier nicht mehr viel zu holen.

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„Langatmiger, visuell gewöhnungsbedürftiger Horrorfilm in ungenutztem Endzeitgewand.“

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Metal-CD-Review: AXXIS – II (1990)

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Alben-Titel: II
Künstler / Band: Axxis (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Label: EMI Music

Alben-Lineup:

Bernhard Weiß – Vocals, Guitars
Walter Pietsch – Guitars
Harry Öllers – Keyboards
Werner Kleinhaus – Bass
Richard Michalski – Drums

Track-Liste:

1. The World Is Looking in Their Eyes 04:07
2. Save Me 04:05
3. Touch the Rainbow 03:32
4. Rolling like Thunder 04:06
5. Hold You 04:42
6. Ships Are Sailing 03:52
7. Little Look Back 03:58
8. Face to Face 05:22
9. Get Down 03:22
10. Gimme Back the Paradise 03:36
11. Hold You (acoustic version) 04:08

Die Erfindung der Eingängigkeit.

Nachdem die deutschen Jungs von AXXIS Ende der 80er Jahre mit ihrem Debüt KINGDOM OF THE NIGHT (Review) durchgestartet sind, folgte der Nachfolger II bereits kurze Zeit später. Warum auch nicht, ging die Mischung aus dezent hardrockigen bis schwermetallischen Tönen in Verbindung mit einer leichten Zugänglichkeit gnadenlos gut auf. Die AXXIS-Trademarks der absoluten Mitsing-Refrains und der Unvergleichbarkeit von Leadsänger Bernhard Weiß waren geboren – eine Tradition, die sich auch auf II fortsetzen sollte.

Jedoch ist in diesem Falle kaum von einer gewöhnlichen Fortsetzung zu sprechen – sondern eher von einer Überspitzung der eben genannten Aspekte. Auch wenn man sich mancherlei Superlativen kaum vorzustellen vermag, ist II tatsächlich noch eingängiger und so gesehen auch noch zugänglicher und freundlicher ausgefallen als der Vorgänger. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, sollte man meinen – doch AXXIS haben es geschafft. Was das nun in Bezug auf das Album II als Ganzes bedeutet; da könnten einige geteilter Meinung sein.

Fakt ist, dass es vor allem den Fans des Vorgängers gefallen wird – auch wenn man musikalisch keine nennenswerten Fortschritte macht und auch sonst für wenig Überraschungen sorgt. Das Konzept bleibt relativ simpel, die Nummern eingängig, Bernhard Weiß unverkennbar – wenn er nicht gar noch höhere Frequenzbereiche erreicht als auf dem Vorgänger. Das mag nicht spektakulär, aber doch zumindest solide klingen, jedoch: andererseits ist II schlicht verdammt simpel ausgefallen. Von den Lyrics über die Songaufbauten und Instrumentalkulissen bis hin zum allgemeinen Hymnencharakter der einzelnen Titel bleibt alles recht vorhersehbar und gleichförmig – selbst die Spieldauer der einzelnen Titel eignet sich mit jeweils 3 bis maximal 5 Minuten absolut für die ein oder andere Radioshow. Auch das wird noch einigen gefallen, da man in diesem Fall kaum nach einer besonders einprägsamen Nummer suchen muss, sie sind es grundsätzlich alle – doch ein wenig mehr Komplexität, ein dezentes Brechen mit der bisherigen Tradition hier und da wäre sicher nicht verkehrt gewesen. So aber bleibt das Album, was es augenscheinlich ist: eine Ansammlung von Hits, beziehungsweise Titeln, die man allesamt einzeln als (kommerziell erfolgreiche) Singles hätte auskoppeln können. Tatsächlich geschafft haben es im Endeffekt immerhin drei: das verhältnismäßig ‚harte‘ SHIPS ARE SAILING, die absolute Schnulz-Ballade HOLD YOU und der 80er-Jahre-Tribut TOUCH THE RAINBOW.

Doch auch wenn das Gefühl eines sich langsam aufbauenden, strukturell raffinierten Albums vollständig ausbleibt; entfalten die einzelnen Nummern eine gewisse Wirkungskraft. Eine, die sich gerade noch den zeitlosen Fahrtwind der musikalischen 80er-Jahre zunutze macht. Das Album klingt schön rockig, schmetternd und mitreißend – animiert aber keinesfalls zum Headbangen, sondern eher zum Mitschunkeln oder gar tanzen. Genau das könnte manchen sauer aufstoßen, denn wo der Vorgänger zumindest noch teilweise gewisse schwermetallische Affinitäten durchschimmern ließ, ist das auf II dargebotene Material nur noch schwerlich Heavy Metal zu bezeichnen. Mehr noch, selbst die Bezeichnung des Hardrocks reicht allein nicht aus – die fast schon übertrieben fröhlichen, simplen Refrains und der eher dezente Einsatz der Gitarren und des Schlagzeugs lassen das Ganze Projekt verdächtig nah in Richtung eines schnell ausgenudelten Poprocks driften.

Fazit: Wer gerne einen Blick auf die Anfangszeiten etwaiger alteingesessener Power Metal-Bands wirft, der könnte auch mit AXXIS‘ II seine Freude haben – wenn auch auf eine etwas andere Art. Denn schließlich hat das hier dargebotene Material nur wenig mit dem zu tun; was man sich unter einem Power Metal der frühen 90er-Jahre vorstellt. Anders gesagt: II ist in jedem einzelnen Moment absolut Chart-tauglich. Wer sich daran stört, der sollte eher zum Vorgänger und eigentlichen Debüt KINGDOM OF THE NIGHT greifen; dass zumindest stellenweise etwas, nennen wir es neutraler ausgefallen ist. Dennoch: wer hört nicht lieber eine schön schnulzige Ballade wie HOLD YOU IN MY ARMS, als tatsächlich das Radio einzuschalten… ?

Anspieltipps: THE WORLD IS LOOKING IN HER EYES, SHIPS ARE SAILING

Vergleichsbands: SCORPIONS | VAN HALEN | AXEL RUDI PELL


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„Immer noch besser als das tägliche Chart-Radio, aber verdammt nah dran.“

Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Heading For Tomorrow (1990)

Land: Deutschland – Stil: Melodic Power / Speed Metal

Die Trackliste:

01. Welcome (1:00)
02. Lust for Life (5:01)
03. Heaven can wait (4:23)
04. Space Eater (4:34)
05. Money (3:40)
06. The Silence (6:20)
07. Hold your Ground (4:48)
08. Free Time (5:01)
09. Heading for Tomorrow (14:30)
10. Look at yourself (4:42)

Kai Hansen’s Reise geht nach seinem Ausstieg bei HELLOWEEN munter weiter…

Vorwort: Es war einmal vor langer Zeit… als  ein gewisser Kai Hansen als DAS Hauptaushängeschild eines 1985 erschienen Albums fungierte. Die Rede ist von HELLOWEEN’s Debütalbum WALLS OF JERICHO, auf dem er sowohl den Gesang als auch einen Großteil der Gitarrenarbeit übernahm. Die seitdem überaus erfolgreiche Deutsche Speed Metal-Band HELLOWEEN legte daraufhin zwei weitere exzellente Alben vor, die legendäre KEEPER OF THE SEVEN KEYS-Saga – jedoch gab Kai Hansen hierbei das Gesangsszepter an seinen neuen Kollegen Michael Kiske weiter. Er konzentrierte sich fortan nur noch auf die Gitarrenarbeit – aus Gründen einer zu deftigen Doppelbelastung als Sänger und Gitarrist. Doch das hat im dann einige Jahre später offensichtlich doch nicht mehr ‚gereicht’… und so ward im Jahre 1989 der Weg zu einer weiteren legendären Metal-Formation geboren: GAMMA RAY. In seinem ganz ‚eigenen‘ Bandprojekt würde Kai Hansen nun weiterhin seine Arbeit an der Gitarre verrichten, und zusammen mit einigen neuen Kollegen ordentlich solide Metal-Kost produzieren: Ralf Scheepers (Gesang), Uwe Wessel (Bass) und Mathias Burchadt (Schlagzeug). 1990 war es dann soweit – HEADING FOR TOMORROW erschien als Debütalbum der Band. Ja, in wie weit würde sich der damals ’neu geborene‘ Sound von GAMMA RAY von dem HELLOWEEN’s unterscheiden ? Würde es Kai Hansen wirklich gelingen, nach den beiden KEEPERS-Alben mit seiner neuen Band etwas gleichwertiges auf den Markt zu bringen ? Eine Frage, die man heute längst nicht mehr stellen braucht. Natürlich ist ihm das gelungen, und mehr noch: manche behaupten sogar, dass GAMMA RAY schon Anfang der 90er HELLOWEEN von der Kultposition #1 als ‚beste‘ Deutsche Power / Speed Metal-Band abgelöst haben. Werfen wir dazu noch einmal einen genaueren Blick auf das Debütalbum.

Kritik: In der Tat startet HEADING FOR TOMORROW in etwa so, wie man es von einem KEEPER OF THE SEVEN KEYS Part 3 erwartet hätte. Ein kurzes, stimmungsmachendes Intro mit dem Titel WELCOME führt den Hörer gespannt in das Album ein. Viel ist noch nicht zu hören – doch das Interesse ist mehr als geweckt, die Lauscher sind gespitzt. Und Rumms – schon bricht der Opener LUST  FOR LIVE gleich einem entfesselten Sturm los, und hinterlässt als ‚positive‘ Metal-Hymne einen gleichsam freudigen wie ehrlichen Eindruck. Ein wenig verspielt, zutiefst melodiös, aber noch viel mehr ‚Heavy‘ ist dieses Stück, welches zudem mit einer wahnwitzigen Soli-Gitarrenpassage aufwarten kann. Und es auch vermag einen gewissen Ralf Scheepers in das Rampenlicht zu rücken – der sich wie zuvor schon Michael Kiske bei HELLOWEEN als wahres Naturtalent herauskristallisiert. Besonders gelungen ist auch sein Auftritt im folgenden HEAVEN CAN WAIT, einem weiteren Kult-Klassiker der Band – der vor allem mit einem gleichsam melancholischen wie zeitlosen Refrain punkten kann. Auch die Strophen sind überaus versiert inszeniert, hierbei handelt es sich zweifelsohne um einen der Titel, den man immer und immer wieder hören kann ohne dass er an Ausdruckskraft verliert. Mehr als kultverdächtig ist hier auch die Passage vor dem Solo, beziehungsweise das melodische Solo selbst – der Wahnsinn. Und wieder wird einem klar, dass die glorreiche Geschichte, die zuvor von HELLOWEEN begonnen wurde, nun mit GAMMA RAY weitererzählt wird. HEAVEN CAN WAIT TIL ANOTHER DAY !

Ein klein wenig experimenteller geht es dann im folgenden SPACE EATER zu, dass mit einer sagenhaft dicken Bass-Line aufwartet und zudem einige eher ungewöhnliche Samples mit einbringt. Auch Scheepers passt sich in dieser Hinsicht innovativ an – und sorgt mit dem Wechsel von eher tieferen, leicht flüsternden Gesanglagen (Strophen) hin zu sagenhaft kristallklar-hohen (im Refrain) für ordentlich Abwechslung. Das dezente, aber dennoch markante Schlagzeug sorgt für den nötigen Drive, in Kombination mit dem kultigen Songtext und dem leichten SPACE-Touch ergibt sich so eine weitere zeitlose GAMMA RAY-Hymne. Dann folgt auch schon MONEY – mit Sicherheit einer der amüsanteren Titel der Band. Aber, was ist das ? Die Instrumentalisierung fällt reichlich kräftig und äusserst flott aus, sodass in der Verbindung mit dem absichtlich auf etwas schräg getrimmten Gesang von Scheepers und Hansen (der hier seinem neuen Kollegen ein wenig aushilft) ein äusserst innovativer Gesamteindruck entsteht. Extravagante Samples und irre Choreinlagen machen eines klar: hier haben die Jungs ordentlich Spaß gehabt. In der Tat lassen GAMMA RAY den Begriff ‚Innovation‘ auf ihrem Debütalbum zum allgegenwärtigen Motto werden – das folgende Stück THE SILENCE ist grundsätzlich eine Ballade mit leichten Klaviertönen, doch das Maß an gebotener Abwechslung ist schier unglaublich. Da wechselt man beherzt und als ob es das normalste der Welt wäre von der einen Stimmung in die andere, mal geht es besinnlich-ruhig zu, mal regieren dann doch wieder die typischen Bombast-Passasgen. Und über allem schwebt der wunderbare Gesang von Ralf Scheepers und der dezente Klang der Hintergrundchöre. Superb !

HOLD YOUR GROUND ist ein Titel, der wieder einmal stark nach ‚Kult‘ klingt – und der später auch von diversen Bands gecovert wurde. Das ist ganz großes Power- / Speed Metal-Kino, welches kaum Wünsche offen lässt. Tolle Riff-Linien und ein hohes Maß an Eingängigkeit ohne Kitsch garantieren einen unverfälschten Hörgenuss. Mit FREE TIME folgt nun ein weitere Titel aus der Fun Metal-Sparte, der einfach nur Laune macht. In der Tat, ein wenig simpel wirkt er durchaus, auch was den Text betrifft – doch für eine luftige Lust-und-Laune Nummer zwischendruch ist es genau das richtige. Ausserdem muss man sich auch in irgendeiner Form auf die Titelhymne HEADING FOR TOMORROW vorbereiten, die immerhin satte 14 einhalb Minuten lang ist. Leider gibt es auch ein kleines Problem in Anbetracht dieser Spielzeit: das Stück kann nicht wirklich durchgängig überzeugen, gerade die sehr lange Instrumentalphase zu Beginn, die eher weniger mit Metal zu tun hat, wirkt nicht wirklich ’satt‘ instrumentalisiert. Danach (etwa nach der Hälfte) geht es dann schon wieder etwas brachialer zu, was nur gut ist. Aber auch hier stören die sich wiederholenden Ausrufe eher als das sie wirklich begeistern. Hier fehlt einfach der nötige Pfiff, die nötige Innovation, die mit den vorherigen Titeln noch so beinhart gefeiert wurde. Zum Abschluss gibt es dann noch einen Cover-Titel, LOOK AT YOURSELF, der allenfalls solide ist; aber ebenfalls eher absackt wenn man ihn mit den anderen großartigen Nummern auf dem Album vergleicht.

Fazit: Man könnte HEADING FOR TOMORROW vielleicht als ‚Nachfolger‘ zu den KEEPERS-Alben bezeichnen – schließlich ist der Sound insgesamt ein recht ähnlicher, was aber nicht negativ auszulegen ist. Schließlich ist für dieses Werk Kai Hansen, einer der großen, ehemaligen Köpfe von HELLOWEEN, verantwortlich… und der macht seine Sache mal wieder überaus gut, wie auch alle anderen Bandmitglieder. Vor allem Scheepers überzeugt mit seinem variablen Gesang, die Abwechslung unter den Stücken sorgt für einen zusätzlichen Reiz. Es gibt gnadenlos epische Hymnen, mal etwas melancholischere Klänge, mal beinahe-Balladen, mal reine Fun Metal-Stücke – für jeden ist etwas dabei, langweilig wird es nicht. Lediglich in Bezug auf die letzten beiden Titel sind Abstriche zu machen – der Titeltrack kann in Sachen Originalität und Qualität den Titeltracks der früheren HELLOWEEN-Scheiben absolut nicht das Wasser reichen, und der Finaltrack bewegt sich ebenfalls irgendwo im Mittelfeld. Alles, was davor kam, ist allerdings erste Sahne und ein Teil der Deutschen Metal-Geschichte.

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Filmkritik: „Der Krieg Ist Aus“ (1990)

Originaltitel: Apres La Guerre
Regie:
Jean-Loup Hubert
Mit: /
Laufzeit:
105 Minuten
Land:
Frankreich
Genre:
Drama

Inhalt: Frankreich im Jahre 1944: das Ende der deutschen Besatzungszeit ist bereits in Sicht, und auch die Bewohner eines kleinen Dorfes haben von der fröhlichen Kunde gehört. Voller Hoffnung wartet man hier auf das Eintreffen der amerikanischen Befreier, sogar ein eigener Musikzug und allerlei Dekorationen werden vorbereitet. Dann ist es soweit: drei Kinder sehen die sich annähernden Panzer als erste, und berichten sofort davon in der Stadt. Alle bereiten sich vor, doch dann geschieht das Unglück: es sind nicht die Amerikaner, sondern Reste eines deutschen Truppenverbandes ! Unter diesen tragischen Umständen kommt der Bürgermeister des Dorfes zu Tode, und prompt will man die Kinder für diese gravierende Fehlinformation zur Rechenschaft ziehen. Doch denen kann man keine Absicht unterstellen – dennoch ist es gut, dass sie sich vorsorglich versteckt haben und das folgende Streitgespräch von draussen aus mithören. Die hier ausgesprochenen Worte treffen die Kinder so hart, dass sie sich entscheiden, dass Dorf Richtung Lyon zu verlassen. Julien und Antoine, zwei Halbbrüder, sind zwei von ihnen – zusammen wollen sie ihre Mutter suchen. Auf dieser abenteuerlichen Reise lässt sich der dritte im Bunde leider nur allzu schnell schnappen – und so treffen Julien und Antoine zu zweit auf den deutschen Deserteur Franz. Nach anfänglicher Angst und Skepsis stellen die beiden bald fest, dass dieser furchteinflößende Deutsche gar nicht so ein Monster zu sein scheint… die drei werden auf dieser höchst ungewöhnlichen Odyssee zu Freunden.

Kritik: Da sieht man es mal wieder: mit einem vergleichsweise einfachen Prinzip lässt sich weitaus mehr als nur ein annehmbarer Film schaffen. Tatsächlich ist Der Krieg Ist Aus ein poetisches Meisterwerk geworden – und genießt sicherlich noch immer nicht den Bekanntheitsgrad, den er verdient hätte. Warum ist das so ? Nun, sicherlich liegt dies an der relativ untypischen Thematik. Als allgemeine Genre-Überschrift kann man die Begrifflichkeiten Drama und Zweiter Weltkrieg sicherlich noch unangetastet stehen lassen – geht man aber ins Detail, so muss man feststellen, dass es sich hier um einen bisher nie dagewesenen Film handelt, der schlicht nicht mit anderen Werken zu vergleichen ist. Denn es ist schon recht ungewöhnlich, Kinder als Hauptdarsteller in einen WK-II Film zu packen – noch dazu in einem so malerischen Gewand, dass man leicht an ein ganz anderes Genre, wie beispielsweise den Abenteuerfilm denken könnte. Dennoch lässt diese Mischung den überaus ernsten Unterton keinesfalls aussen vor, mehr noch; er bringt die Thematik auf eine bisher noch nie behandelte metaphorische Ebene.

So ist es unglaublich bewegend, diesem Film, und ganz besonders den vorgestellten Charakteren auf ihrer Reise beizuwohnen – die sich kontinuierlich zu einer kleinen Odyssee entwickelt. Alles beginnt in einem kleinen Dorf, zu einem Zeitpunkt, als die Kinder noch in die dörfliche Gemeinschaft integriert waren. Zumindest zu einem großen Teil – dass es bereits hier familiäre Unstimmigkeiten gegeben hat, wird man als Zuschauer später noch erfahren. Doch alle Wünsche der Kinder manifestieren sich nun im Zuge der Reise, des Abhauens von Zuhause – der Drang nach Freiheit, der Drang nach der Wahrheit zu forschen, und vielleicht auch der Wunsch wirkliche Liebe und Zuneigung zu erfahren. Diese erfahren die Halbbrüder in der ersten Etappe vor allem untereinander – der Zusammenhalt ist groß und rührend inszeniert. Es wird sich vorerst noch in der näheren Umgebung aufgehalten, zu Fuß kommt man schließlich nicht sehr weit – doch es scheint, als wäre ihnen niemand auf den Fersen. Das erste Proviant wird ergaunert oder in der Natur entdeckt, einer der beiden verkleidet sich als Mädchen – um der Verfolgung endgültig zu entgehen. Dass die beiden dann ausgerechnet in einem verletzten deutschen Soldaten einen Freund finden, der sie auf der Reise begleitet, ist der eigentliche, höchst überraschende Clou des Films. Wie ist so etwas möglich, wird man sich fragen ? Alle Begebenheiten sollten eigentlich dagegen sprechen: die Franzosen haben einen Hass auf die Deutschen, die Deutschen sind zu dieser Zeit entgültig verzweifelt, viele Desertieren und lassen niemanden mehr an sich heran – doch es scheint, als basierte die Geschichte tatsächlich auf wahren Begebenheiten.

Und hier kommt eine Kraft ins Spiel, eine gar universelle Kraft wenn man so will. Diese ist schwer zu benennen, doch in jedem Fall ist es eine Kraft der Güte, der Hoffnung. Allen Umständen zum Trotz entwickelt sich zwischen dem Trio ein unglaublich festes Band, welches früher oder später nicht mehr zu durchtrennen ist. Sehr bewegend ist beispielsweise die Szene, in der der Soldat sich eigentlich von den beiden Kindern verabschieden wollte – und er es doch nicht wagt, die beiden allein zurückzulassen. Wenn man so will, und das Ganze einmal oberflächlich betrachten wollte, so könnte man als Kritiker jetzt sagen: im Grunde „passiert“ ja nicht viel im Laufe der Spieldauer. Die Kinder laufen von Zuhause weg, treffen einen desertierten Deutschen, freunden sich mit ihm an und am Ende steht… jedenfalls kein Happy-End. Ja, es könnte durchaus Menschen geben die diesen Film genau so erleben werden – das ist allerdings höchst bedauerlich, da ihnen unglaublich viel entgeht. Denn man sieht selten einen Film, der derart viel zwischen den Zeilen transportiert – das können Gefühle und Emotionen im kleinen sein (in Bezug auf das Trio), aber eben auch universelle Ansichten und Interpretationsversuche in Bezug auf ein großes Ganzes – den schrecklichen Weltkrieg im Hintergrund. Man sollte diesen Film also mit höchster Aufmerksamkeit schauen, wobei dies eigentlich fast automatisch der Fall sein sollte. Denn trotz der hypnotisierenden malerischen Landschaften und der teilweisen erzählerischen Stille ist der Film überaus spannend.

Dies liegt in erster Linie an der präsentierten Situation, bei der ein großes Maß an Empathie für die Charaktere einfach aufkommen muss. Schließlich ist die Situation ebenso hoffnungslos wie hoffnungsvoll – der Krieg hat die Menschen müde gemacht und zermürbt, doch selbst inmitten all das Chaos und der Grausamkeit gibt es etwas, was die Menschen menschlich macht, ihnen neue Hoffnung schenkt. Es ist natürlich sehr bewegend, dem Ende des Films entgegenzufiebern – erst könnte man noch meinen, es würde eine Art Happy End geben… doch hier offeriert der Film eine weitere, tiefgehende Ansicht auf den Charakter des deutschen Soldaten, der letztendlich am Erlebten zerbricht – wenn man es aus dieser Perspektive betrachten will. Die Zukunft der Kinder… ungewiss, doch diese will der Film auch gar nicht behandeln: lediglich dieses kleine Wunder vor dem Ende gilt es, zu beleuchten. Die technischen Aspekte des Films sind ausgezeichnet – es ist besonders die gut gelungene Kamera-Arbeit, die von Anfang an überzeugt. Hinzu kommen die wunderschönen, malerischen Landschaften und Züge der Natur, in denen sich die Protagonisten bewegen. Hier und da gibt es dann mal ein kleineres Dörfchen zu sehen – die Gestaltung der Szenen und Szenenaufbauten ist beeindruckend und wirkt stets authentisch. Wie sollte es bei einem Film wie diesem hier anders sein – ein großer Teil der Aufmerksamkeit des Zuschauers fällt nun einmal auf die Darsteller. Und die scheinen derart talentiert, dass sie ihr Spiel nicht erst perfektionieren müssen (die Kinder), sondern direkt und spontan das im filmischen Sinne „richtige“ tun – sich authentisch und glaubhaft zu verhalten. Das sieht in gekünstelten Hollywood-Produktionen oftmals ganz, ganz anders aus ! Der Darsteller des deutschen Soldaten macht ebenfalls eine sehr gute Figur – sein Schwanken zwischen seinem emotionslosen Dasein als deutscher Frontsoldat und seinem eigentlich gütigen, wohlwollenden Inneren macht den Reiz dieses Porträt aus. Wahrlich bravouröse Leistungen, die hier zu sehen sind.

Fazit: Schlussendlich kann man eigentlich nicht umher kommen, dieses kleine Kunstwerk nur in den höchsten Tönen zu loben – es handelt sich hier um Filmkunst, wie sie im Buche steht. Man nehme lediglich einige der Zutaten, die gerade in Frankreich immer wieder für gelungene Filme sorgen – und streiche restlos alles, was irgendwie an Macharten aus Übersee (Hollywood) erinnern könnte. Heraus kommt ein Film wie Der Krieg Ist Aus – ein bewegender, sentimentaler, spannender, ergreifender Film.

Filmkritik: „Troll 2“ (1990)

Filmtitel: Troll 2
Regie: 
Claudio Fragasso
Mit: /
Laufzeit:
95 Minuten
Land:
Italien
Genre: 
Horror

Inhalt: Irgendwo in den weniger dicht besiedelten Gebieten der USA liegt ein kleines Städtchen mit dem Namen nilboG… die Einwohner sind jedoch keine Menschen, sondern als solche getarnte Trolle, beziehungsweise Goblins ! So begibt sich eine Familie tragischerweise auf die Reise, um im besagten Ort Urlaub zu machen – der Sohn der Familie, Joshua (Michael Stephenson) stellt als erstes fest, dass es die Goblins auf ihn und seine Familie abgesehen haben. Doch niemand glaubt ihm – ausser sein verstorbener Großvater, der ihm hier und da erscheint und ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Das schlimme: die Goblins sind zwar Vegetarier, doch der Weg ihres Gemüseanbaus ist ein spezieller: Menschen werden mithilfe einer glibbrigen Flüssigkeit in essbare Pflanzen verwandelt ! Da nur Joshua die drohende Gefahr für ihn, seine Familie und weitere Charaktere abwenden kann, liegt die Macht über den Aufstieg oder Niedergang des bösen Goblinvolkes in seiner Hand…

Kritik: Im Falle von Troll 2 handelt es sich um einen absoluten Ausnahmefilm. Wer den Film kennt, wird bereits wissen was gemeint ist, und wer nicht – der wird zumindest bei der Plotbeschreibung schon etwas gestutzt haben. Troll 2 ist in jedem Fall einer der trashigsten Filme aller Zeiten, und vielleicht sogar einer der schlechtesten. Doch gleichzeitig ist er auch einer der besten der schlechtesten Filme aller Zeiten – was offensichtlich an der lockeren Machart, den abstrusen Ideen und der unglaubwürdigen Inszenierung liegt. Das interessante: die Macher wollten mit Troll 2 offenbar tatsächlich einen ernsten Horrorfilm drehen ! Doch sie sagten es im Nachhinein selbst, dass das Ergebnis ein wenig von den ursprünglichen Plänen abgewichen ist… diese Selbstironie, gepaart mit der wahrlich einzigartigen Absurdität des Films macht ihn – trotz allem – zu einem sehenswerten Werk. Sehenswert nicht in Bezug auf die filmische Qualität, aber auf den überdurchschnittlich hohen (und meist unfreiwilligen) Unterhaltungswert.

Sicherlich hat der Film – und das ist offensichtlich – unglaublich viele Schwächen, auch neben der höchst merkwüridgen Inszenierung der Story. So scheinen zum Beispiel die Darsteller nicht wirklich eben solche zu sein, ihr Spiel wirkt schlicht gnadenlos überzogen und unfreiwillig komisch (die Mutter der Familie mit ihrem entsetzten Blick). Auch die in Horrorfilmen sonst so wichtige Musik klingt einfach nur billig; genauso wie die Soundeffekte. Die Optik lässt auf ein recht niedriges Budget schließen, die Schnitte fallen stark übertrieben aus und führen ebenfalls zum ein oder anderen unfreiwilligen Lacher. Richtig böse wird es dann bei den Dialogen und den Kostümen: selbige beschreiben die wahrhaft billigsten und hässlichsten, die ich je in einem Film sah. Eine wirkliche Daseinsberechtigung haben auch die restlichen Teilaspekte nicht, aber gerade die Gesamtkomposition wird bei einem Großteil der Zuschauer allerhöchstens ein dauerhaftes Kopfschütteln auslösen.

Fazit: Man sollte sich in diesem Fall kurz fassen, und auf ein weiteres, absolut mieses Sequel zu einem Prestigetitel verweisen: Krieg Der Welten 2. Weil Troll 2 aber einen (unfreiwilligen) Spaßfaktor an den Tag legt und vor aberwitzigen Ideen nur so strotzt, gibt es aufgrund des vergleichsweise deutlich angestiegenen Unterhaltungsfaktors eine höhere Wertung. Zum Abschluss noch die besten Szenen in einer Übersicht:

    • Der Großvater sagt Joshua, er solle seine Eltern vor einer Verwandlung bewahren – woraufhin die Zeit für 30 Sekunden stillsteht und die vergifteten Speisen auf merkwürdige Art vernichtet werden…
    • Einer von den Burschen die hinter der Familie hinterherfahren trifft auf einen listigen Goblin, der sich als bildhübsche Dame ausgibt. Ein Maiskolben sorgt daraufhin für ein entsprechendes Maß an Situationskomik…
    • Die entsetzten Blicke von der Mutter der Familie, wenn Gefahr droht…
    • Die Pflanzenszene mit dem epischen Kultausruf oh-my-goooooooooooood…
    • Der Endkampf mit Joshua, dem Goblinoberhaupt und der Geheimwaffe des Großvaters