Metal-CD-Review: WATERLAND – Darklight In Riverwood (2019)

 

Alben-Titel: Darklight In Riverwood
Band: Waterland (mehr)
Veröffentlichung: 20. September 2019
Land: Portugal
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Miguel Gomes – Guitars
Tó Silva – Keyboards
Tiago Moreira – Drums
Ivan Batista – Bass
Patricia Loureiro – Vocals

Track-Liste:

1. Destiny V (04:21)
2. Darklight (04:47)
3. Follow Me (04:02)
4. For All Eternity (04:10)
5. Iceland (04:34)
6. Winter Days (03:59)
7. The Rules We Made (05:20)
8. The Union of Freedom (05:02)
9. The Path for the Hidden Valley (06:08)
10. The Golden Mountain (05:55)
11. This Night (04:06)
12. We Are the One Master (05:38)

Gut, dass einer das Licht angelassen hat.

Und sie geht weiter – die Geschichte der 2007 gegründeten, quasi aus dem Vermächtnis von ORATORY hervorgetretenen Power Metal-Combo WATERLAND. Zugegeben, auf diesem Blog wurde die Band bisher nicht gerade mit Lobeshymnen überschüttet – wie man es jederzeit in den Reviews zu WATERLAND, VIRTUAL TIME, OUR NATION oder SIGNS OF FREEDOM nachlesen kann. Immerhin, ganz grundlos war und ist die Kritik am Schaffen der Band nicht – doch natürlich gibt es mit jedem neuen Album auch eine neue Chance. Ins diesbezügliche Rennen geht nun also DARKLIGHT IN RIVERWOOD, das mittlerweile fünfte Studioalbum von WATERLAND – die es offenbar endlich geschafft haben, ein halbwegs festes Lineup zu etablieren. Das relative Chaos vor allem in Bezug auf den Leadgesangsposten scheint mit dem erneuten Auftreten von Front-Frau Patricia Loureiro nunmehr vorüber – was gut ist, und der Band hoffentlich eine gewisse Stabilität verleiht. In wie weit sich das Ganze auf die musikalischen Bestrebungen der Band auswirkt, wird sich dagegen erst im folgenden zeigen.

DARKLIGHT IN RIVERWOOD geht mit einer geballten Ladung von immerhin 12 vollwertigen Titeln an den Start. Titel, denen man eines direkt anhört: die einstigen Schwächen der Band sind noch immer hörbar und vorhanden. Speziell natürlich in Bezug auf einige Faktoren hinsichtlich der Produktion und Abmischung, die in ihrer Gesamtheit noch immer nicht vollends professionell wirken respektive klingen – und den potentiellen Hörgenuss des Albums deutlich schmälern können. Aber auch davon abgesehen sollte jedem, der auf der Suche nach etwas neuem oder einer wie auch immer gearteten musikalischen Offenbarung im Bereich des Power Metals ist; von einem Album wie DARKLIGHT IN RIVERWOOD eher abgeraten werden, denn: WATERLAND klingen schlicht alles andere als originell. Einstweilen mag das kein Problem sein, erst Recht nicht für solche die sich erst gar keine allzu wilden Experimente oder Neuerungen in ihrem Power Metal-Alltag wünschen. Problematisch ist dabei nur, dass es so viele andere Bands einfach besser machen als die Kollegen von WATERLAND.

Schließlich könnte auch das mitunter einzige wirkliche Alleinstellungsmerkmal der Band zu einem Problem avancieren. Gemeint sind die eher säuselnden denn schmetternden Chöre, die schon immer aus den Kompositionen der Portugiesen hervor stachen – aber nicht unbedingt in einem positiven Sinne. Sicher, man kann die Band schier perfekt daran erkennen – doch warum man hier nicht mal etwas neues versucht, bleibt ein Rätsel. Analog dazu muss sich DARKLIGHT IN RIVERWOOD natürlich auch den Vorwurf gefallen lassen, deutlich zu weichgespült zu klingen – wobei die erwähnten Chöre nur das berühmte i-Tüpfelchen markieren. Der vergleichsweise zarte Leadgesang von Patricia Loureiro, die nicht gerade kräftig klingenden Gitarren und der ständige und überbordende Einsatz des Keyboards inklusive reichlich Klimm-Bimm sorgen jedenfalls nicht dafür, dass sich ein allzu satter Gesamteindruck einstellt.

Zum anderen aber, und das ist durchaus als Adelung zu verstehen; muss man in Bezug auf DARKLIGHT IN RIVERWOOD auch etwas ganz anderes feststellen. Nämlich, dass sich durchaus auch einiges positives getan hat an der Sound-Front der Marke WATERLAND. Das Drumming von Tiago Moreira etwa klingt nunmehr wesentlich organischer und variabler als zuvor, die hiesige Frontfrau Patricia Loureiro tönt so stilsicher wie nie zuvor, und einige Titel können mit einem gewissen ORATORY-Nostalgiebonus gar zu kleinen Highlights avancieren (FOLLOW ME, FOR ALL ETERNITY). Auch, da die Soli-Parts meist gut getroffen sind und es mit ihrem variablen Bezug auf die Gitarren und das Keyboard sogar vermögen, einen echten Spaßfaktor entstehen lassen.

Fassen wir also zusammen: die letzten Alben der Band wurden teils auffällig schlecht bewertet, auch oder gerade weil kein wirklicher Lerneffekt seitens der Mitglieder von WATERLAND spürbar war. Das ändert sich nun und mit DARKLIGHT IN RIVERWOOD – das nicht perfekt, aber immerhin als Schritt in die richtige Richtung zu werten ist. Wenn sich nun noch etwas in Richtung der Chöre und der allgemeinen Soundqualität ergibt, darf man wohl gespannt sein auf das, was die Portugiesen für die Zukunft planen.

Anspieltipps: FOLLOW ME, FOR ALL ETERNITY


„Ohne Frage: dies ist das bis heute beste WATERLAND-Album.“

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