Metal-CD-Review: WINGS OF DESTINY – Revelations (2019)

Alben-Titel: Revelations
Band: Wings Of Destiny (mehr)
Veröffentlichung: 31. Mai 2019
Land: Costa Rica
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Melodic Revolution Records

Lineup:

Emil Minott – Bass
Roberto Ulloa – Drums
Cristian Jiménez – Guitars
Anton Darusso – Vocals
Dani Chaves – Guitars

Track-Liste:

1. Revelations (06:51)
2. Divine? (Chaos Theme) (01:12)
3. Rising Chaos (05:44)
4. Here We Go (04:26)
5. Facing the Beast (04:38)
6. Stand and Fight (04:46)
7. Under the Moon (04:08)
8. Free Fall (04:28)
9. Lost in the Dark (05:00)
10. Wake Me Up (05:23)
11. Possessed (04:37)
12. Requiem (05:55)
13. Post Mortem (04:59)

Mich dünkt, es wird sich etwas offenbaren.

Schon kurz nach ihrer Bandgründung im Jahre 2013 (damals noch pur als DESTINY) avancierte sie zu einem waschechten Genre-GEheimtipp: die aus Costa Rica stammende Combo WINGS OF DESTINY, die mit ihrem ebenso kurzen wie knackigen Debütalbum TIME (siehe Review) einiges an Aufmerksamkeit erregen konnte. Und auch der 2016 nachgeschobene, letztendlich gar nicht so leicht in Worte zu fassende Nachfolger KINGS OF TERROR (Review) präsentierte sich als etwas ganz und gar besonderes – sodass es mehr als nur verwunderlich war, dass die Band das bis dato etablierte Niveau mit dem dritten Studioalbum BUTTERFLY EFFECT (Review) erstmals deutlich untergraben hatte. Immerhin, damit dürfte es nur umso spannender werden ein Album wie REVELATIONS für sich zu entdecken – wobei das auch für all jene gilt, die bisher noch nichts von den WINGS OF DESTINY gehört haben. Eines steht schließlich unweigerlich fest: auch REVELATIONS ist ein alles andere als gewöhnliches, einfaches oder gar vorhersehbares Genre-Album geworden.

Vielmehr werfen die WINGS OF DESTINY auch dieses Mal mit allerlei verschiedenen Gangarten, Einflüssen und teils auch überraschenden Elementen um sich – sodass REVELATIONS trotz seiner vielen kraftvollen und temporeichen Brecher durchaus ein gewisser progressiver Anspruch innewohnt. Immerhin, der Leadsänger ist mit Anton Darusso noch immer derselbe wie dereinst beim unter dem Bandnamen DESTINY veröffentlichten Debüt – was man zweifelsohne hört, oder in Anbetracht seines stimmlichen Volumens inklusive einer; man nenne es subtilen Aggressivität auch stets spürt. Nummern wie der Opener und Titeltrack REVELATIONS, HERE WE GO oder FACING THE BEAST avancieren so schnell zu ungeahnt kraftvollen Hymnen ohne allzu schnell aufkommenden Vergleichsmöglichkeiten – wobei es den WINGS OF DESTINY dieses Mal wieder deutlich besser gelingt, ein zielgerichtetes respektive effektives Songwriting zu betreiben. Zumindest im Gegensatz zum eher konfusen Vorgänger BUTTERFLY EFFECT – den man in Anbetracht der bereits zum Auftakt von REVELATIONS gebotenen Stärke und Spielfreude getrost vergessen kann oder vielleicht auch sollte. Die dezent eingebrachten symphonischen Elemente stehen der Band jedenfalls gut zu Gesicht.

Über den Aufstieg oder Fall des Albums werden – je nach persönlicher Facón – aber wohl ohnehin die ganz und gar besonderen Momente des Albums entscheiden. Das können dann Dinge wie das höchst merkwürdige, durchaus unterhaltsame Zwischenspiel DIVINE (CHAOS THEME) sein, fremdartig klingende Intros wie das zu UNDER THE MOON; oder Nummern wie RISING CHAOS – das vergleichsweise harsche Töne anklingen lässt und ganz nebenbei noch etwaige Genre-Grenzen zwischen der eigentlich angepeilten Spielart des Power Metals und ebenfalls gerne zu Rate gezogenen Elementen aus dem Thrash Metal niederreißt. Fest steht: das Handwerk der WINGS OF DESTINY war noch nie so überzeugend wie aktuell, und auch hinsichtlich der Abmischung und Produktion gibt es so gut wie nichts zu mäkeln. Im besten Fall führt das dazu, dass allein der Genuss eines Auftakts wie der zu STAND AND FIGHT für einen wahren Gänsehaut-Moment sorgt. Einen von vielen, sollte man wohl sagen – schließlich fällt die Qualität auch zur Alben-Mitte hin nicht ab.

So stellen sich auch Titel wie UNDER THE MOON als höchst atmosphärische, gut inszenierte Nummern mit dem gewissen Etwas heraus – wobei es nicht einmal stört, dass das Keyboard hie und da eine etwas größere Aufmerksamkeit zugestanden bekommt. Schließlich ist die Entschädigung in Form der knackigen Metal-Elemente, und das inklusive zahlreicher genialer Soli- und Instrumentalstrecken; schlicht enorm. Dass den WINGS OF DESTINY dann selbst gefühlt modernere Titel wie das bei anderen Bands sicher zum Scheitern verurteilte FREE FALL oder die Ballade WAKE ME UP (die sich im weiteren Verlauf noch ungemein steigert) gelingen, rundet das Ganze ab. Wie eventuell auch das tatsächlich mehr als überraschende Finale des Albums – das mit drei Nummern aufwartet, die man so überhaupt nicht hätte erwarten können. Die aber – und das ist das wichtige – noch immer recht gut zu den WINGS OF DESTINY passen. Sei es das kaum noch dem Power Metal zuzuordnende und extrem aggressive POSSESSED, das plötzlich enorm doomige REQUIEM oder das experimentelle, dabei aber dennoch emotionale und dezent an AYREON erinnernde POST MORTEM – mittlerweile ist den WINGS OF DESTINY alles zuzutrauen. Solange es nur gut klingt und der Unterhaltung respektive Abwechslung dient – die auf REVELATIONS nicht hätte größer sein können – ist alles in Ordnung. Aktuell sind die Costa-Ricaner jedenfalls wieder auf dem absolut richtigen Weg.

Anspieltipps: REVELATIONS, RISING CHAOS, FACING THE BEAST, STAND AND FIGHT


„Angenehm anders, enorm vielfältig und verdammt gut inszeniert – eine echte Überraschung.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: WINGS OF DESTINY – Revelations (2019)

  1. So paar mal durch gehört und das ist definitiv ein Kandidat für meine Top 10 dieses Jahr. Sehr unterhaltsames Album. Nochmals danke für deine Review, dass wäre komplett an mir vorbei gegangen.

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