Metal-CD-Review: FUGATTA – Tales Of A New Century (2019)

Alben-Titel: Tales Of A New Century
Band: Fugatta (mehr)
Veröffentlichung: 04. März 2019
Land: Mexiko
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Hugo Medina – Bass
Daniel Viña – Vocals
Eusebio Ismael Medrano Mendoza „Chemo“ – Guitars
Homero Lezama – Keyboards
Diego Aguilar – Drums

Track-Liste:

1. Awakening of the Inner Warrior (02:16)
2. Rise Your Pride (04:12)
3. Incubus (03:56)
4. Owners of This World (03:02)
5. Seas of Sirens (04:18)
6. Far Away (03:58)
7. The Autumn Was Long (04:34)
8. Waiting for Tomorrow (04:49)
9. My World Never Ends (05:04)
10. Decadence (04:26)
11. Seas of Sirens (Orchestral Bonus Track) (04:44)

Ein Albentitel, der einer gewissen Ironie nicht entbehrt.

In der Tat ist es nun schon wieder etwas her, dass die Jungs von FUGATTA mit ihrem Debütalbum MYSTIC KINGDOM (siehe Review) an den Start gegangen sind. Trotz dessen, dass sich die Mexikaner offenbar schon damals großes vorgenommen hatten; sollte es auch daraufhin erst einmal eine ganze Weile still werden um die Band. Warum genau, das wissen wohl nur die einzelnen Mitglieder selbst. Immerhin, und aus mancherlei Perspektive sicher glücklicherweise steht eines nunmehr fest: das immerhin ganze 8 Jahre währende Schweigen wurde doch noch gebrochen, und zwar mit dem kürzlich erschienenen zweiten Studioalbum TALES OF A NEW CENTURY. Wie schon der Vorgänger fristet es einen eher unscheinbaren Status als leicht zu übersehendes Independent-Release und wird von der Band selbst vertrieben – wobei man sich auch dieses Mal die Frage stellen könnte, wer genau mit einem Album wie diesem bedient werden soll. Schließlich, und diese Kritik sollte erlaubt sein; war schon der Vorgänger alles andere als ein rundum zufriedenstellendes geschweige denn sonderlich originelles Power Metal-Album. Eines, das in jedem Fall noch reichlich Luft nach oben ließ.

Immerhin – und in Bezug auf das vorliegende TALES OF A NEW CENTURY – ist FUGATTA dabei eines in jedem Fall hoch anzurechnen: sie haben sich spürbar bemüht, eben jene Lücke zu schließen. So merkt man den 11 enthaltenen neuen Nummern zweifelsfrei an, dass die Mexikaner einiges an Herzblut (und natürlich auch Zeit) investiert haben. Mit dem im Vergleich zum Vorgänger besser aufgehenden Songwriting, dem stärkeren Fokus auf die Metal-Elemente inklusive einiger guter Soli, kleinen Verbesserungen im Leadgesang und letztendlich auch in der Abmischung und Produktion macht TALES OF A NEW CENTURY jedenfalls schon deutlich mehr her als dereinst das reichlich ungeschliffene MYSTIC KINGDOM. Zweifelsohne handelt es sich hier um einen Vorteil, der klar für die Band und die Entwicklung von FUGATTA spricht. Eine unter Umständen entscheidende Frage ist nur, ob das wirklich reicht – vor allem in Bezug auf die aktuelle Konkurrenzfähigkeit von FUGATTA. Die steht schließlich – und bei einer näheren Betrachtung des auf TALES OF A NEW KINGDOM enthaltenen Materials – noch immer auf recht wackeligen Beinen.

Entsprechend spannend ist der Versuch herauszufinden, woran genau das liegen könnte – wobei zumindest das symphonisch angehauchte instrumentale Intro AWAKENING OF THE INNER WARRIOR sowie der als Videosingle ausgekoppelte Opener RISE YOUR PRIDE noch keine wirklichen Rückschlüsse ermöglichen. Ganz im Gegenteil: so wie in RISE YOUR PRIDE hätten FUGATTA vielleicht schon damals klingen sollen. Natürlich offenbaren sich gerade im Leadgesang einige Schwächen, und etwas ganz und gar besonderes ist auch dieser Titel nicht – doch die ebenso temporeiche und melodiöse Gangart passt recht gut zum allgemeinen Soundoutfit der Band, das hier ein wenig an die Kollegen von 4TH DIMENSION denken lässt. Die eigentliche Crux oder auch Problematik der Band und des Albums lässt sich dann allerdings auch nicht mehr allzu lange auf sich warten. Schließlich zeigen schon Nummern wie INCUBUS (das schlicht extrem viel will, letztendlich aber nur mäßig abschneidet und im besten Fall an die Glanzzeiten von CELESTY erinnert) oder OWNERS OF THIS WORLD (das relativ düster daherkommt und einen am ehesten an die Kollegen von KAMELOT denken lässt) auf; an welchen Ecken und Enden es bei FUGATTA noch hapert.

Kein Geheimnis ist etwa, dass bereits erwähnte Leadgesang von Daniel Viña eine diesbezüglich nicht ganz unwesentliche Rolle spielt. Der Mexikaner ist einfach nicht der beste geschweige denn markanteste Sänger, und offenbar gerade im Spagat zwischen verschiedenen Tonlagen teils frappierende Schwächen. Dass TALES OF A NEW KINGDOM – natürlich – auch eine der typisch-obligatorischen Balladen vorsieht, macht es nicht gerade besser: THE AUTUMN WAS LONG zündet einfach nicht, weder auf musikalischer noch auf emotionaler Ebene. Ebenfalls eher suboptimal ist der natürlich doch noch vergleichsweise großzügig ausfallende Einsatz des Keyboards – wobei es nicht unbedingt problematisch ist dass es zum Einsatz kommt, sondern eher wie es klingt. Das ist auch dann der Fall, wenn anstatt der allzu elektronisch anmutenden Klänge (OWNERS OF THIS WORLD) explizit symphonische Elemente zu Rate gezogen werden. Wie etwa in SEAS OF SIRENS, das einfach viel zu überladen klingt und den dünnen Leadgesang von Daniel Viña umso schlechter dastehen lässt. Interessanterweise klingt auch das Drumming alles andere als überragend (wie in FAR AWAY) – wobei fraglich bleibt, wie viele Anteile auf den handwerklichen Part von Diego Aguilar zurückfallen, und wie viele auf die Aufnahme, Abmischung und Produktion.

Schlussendlich gilt es mindestens zweierlei Dinge festzuhalten. Zum einen, dass es FUGATTA durchaus gelungen sich zu steigern (was in Anbetracht der Zeitspanne zwischen den beiden Alben aber eigentlich auch ein Muss ist) – und zum anderen, dass dies noch immer nicht ausreicht um die Mexikaner zu einer der nennenswerteren Power Metal-Combos avancieren zu lassen. Wirklich entscheiden wird sich die Zukunft der Band also vermutlich erst bei einem potentiellen weiteren Album – auf dem man hoffentlich auf Titel wie das in jeder Hinsicht unterirdische MY WORLD NEVER ENDS verzichtet.

Anspieltipps: RISE YOUR PRIDE, OWNERS OF THIS WORLD, FAR AWAY


„Die richtigen Vorbilder scheinen FUGATTA zu haben – eine entsprechende Qualität aber können sie auch dieses Mal nicht etablieren.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.