Metal-CD-Review: AXENSTAR – End Of All Hope (2019)

Alben-Titel:  End Of All Hope
Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichung: 26. April 2019
Land: Schweden
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Ram It Down Records

Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Keyboards, Bass
Joakim Jonsson – Guitars
Jens Klovegård – Guitars
Hampus Fasth – Drums

Track-Liste:

1. Legions (03:49)
2. King of Fools (05:41)
3. The Unholy (04:05)
4. Honor and Victory (04:49)
5. A Moment in Time (06:41)
6. My Kingdom Come (05:20)
7. The Dark Age (04:27)
8. Mistress of Agony (05:00)
9. Time Is No Healer (04:36)
10. Of Pain and Misery (06:32)

Die Hoffnung stirbt zuletzt… aber sie stirbt.

Zeit – manchmal vergeht sie wie im Flug. Ganze 5 Jahre soll es nun also schon her gewesen sein, dass die Schweden von AXENSTAR mit einem neuen Studioalbum (damals war das WHERE DREAMS ARE FORGOTTEN, siehe Review) um die Ecke kamen ? Immerhin, einen – wenn zunächst auch nur potentiellen – Vorteil hat das Ganze: AXENSTAR haben sich die Zeit auch genommen. Vielleicht – und im besten Fall – ja auch im Hinblick auf eines der hauptsächlichen Probleme, welches sich beim Genuss der hiesigen Diskografie durchaus (und leider) ergeben könnte. Schließlich – und ohne ein Urteil für das neue Album vorwegnehmen zu wollen – ist einfach nicht zu verhehlen, dass die Schweden seit ihrem gelungenen Genre-Einstieg mit PERPETUAL TWILIGHT (das war 2002, siehe Review) kein Album mehr abgeliefert haben, welches einen ähnlichen Überraschungseffekt hätte etablieren können.

Natürlich sollte man deshalb nicht gleich das gesamte Werk von AXENSTAR über einen Kamm scheren – doch scheint es in diesem Fall tatsächlich ein klein wenig so, dass man mit dem Verzehr eines beliebigen einzelnen AXENSTAR-Albums auch die anderen kennengelernt hat. Zumindest ansatzweise und oberflächlich betrachtet, was Fans der Combo (die sich erst gar keine großartigen Experimente wünschen) zusätzlich zufriedenstellen sollte – wohingegen sich andere schlicht etwas zu schnell satt hören könnten am Sound der Band. Ein Sound, der einen extrem hohen Wiedererkennungswert hat – vor allem aufgrund des Leadgesangs von Magnus Winterwild. Der ist natürlich auch auf dem neuesten Album END OF ALL HOPE wieder mit von der Partie – und das als mittlerweile einziges verbliebenes Gründungsmitglied.

Doch wie genau klingt das neue AXENSTAR-Album, welches mit 10 neuen Titeln und einer Gesamtspielzeit von exakt 51 Minuten um die Gunst der Hörerschaft buhlt ? Immerhin: END OF ALL HOPE klingt nicht wie das eventuell – und im schlimmsten Fall – erwartete Fließbandprodukt aus der AXENSTAR-Schmiede. Man spürt demnach durchaus, dass sich die Schweden ihre Gedanken gemacht, an einigen Stellschrauben gedreht und das ein oder andere Experiment mitgenommen haben. Natürlich, und so experimentell respektive andersartig ist das Album dann eben doch nicht; ohne auf den typischen AXENSTAR-Sound zu verzichten – der dank des unverwechselbaren Leadgesangs von Magnus Winterwild sofort als solcher zu erkennen ist. Fans und Kenner der letzten Alben sollten so also recht schnell warm werden mit den neuen Nummern – was vor allem für den gelungenen Auftakt in Form des hymnischen Openers LEGIONS sowie dem etwas ruhigeren, aber nicht minder soliden Stampfer KING OF FOOLS gilt.

In wie weit AXENSTAR die Auszeit aber tatsächlich bekommen ist, ist eine ganz andere Frage. Denn, und dafür braucht es nicht mehr als einige Minuten Anschauungsmaterial; scheint sich längst nicht alles zum guten entwickelt zu haben. Dabei beginnt die relative Misere eigentlich schon mit dem zwar bemühten, letztendlich aber doch auffallend saft- und kraftlosen THE UNHOLY. Sicher, AXENSTAR sind nicht die einzigen; die hie und da auf Lückenfüller zurückgreifen müssen – doch wenn dann auch noch der darauf folgende, potentiell für einiges entschädigende Uptempo-Track HONOR AND VICTORY so klingt als würden sich AXENSTAR aus irgendeinem Grund zurückhalten, kann irgendetwas nicht stimmen.

Das gilt wohl auch – und gleich komplett – für A MOMENT IN TIME. Kurz gesagt: mit einer Nummer wie dieser haben AXENSTAR nicht weniger als die unerträglichste Ballade der letzten Jahre geschrieben. Schlimmer noch als das absolut belanglose instrumentale Geklimper ist dabei etwas anderes: Leadsänger Magnus Winterwild, der seine Sache bisher immer recht konsequent durchgezogen hat; scheint erstmals auffällig zu schwächeln. Vielleicht könnte man dies noch entschuldigen, wenn es bei dem einen Ausrutscher geblieben wäre – doch auch in den folgenden Titeln zeigen sich weitere Probleme. Dass sich das nicht gut auf ein Album auswirken kann, das ohnehin schon Schwierigkeiten hat einen soliden Endruck zu hinterlassen; versteht sich von selbst.

So können AXENSTAR das Ruder auch im weiteren Verlauf nicht mehr herumreißen. Klar, ein paar nette Riffs sind hie und da zu hören, das Keyboard klingt stimmig und trägt niemals zu dick auf, und das Handwerk an den Instrumenten verstehen die Mitglieder noch immer. Insgesamt aber reicht das – sowie auch die zufriedenstellende Abmischungs- und Produktionsqualität – nicht aus, um END OF ALL HOPE in irgendeiner Form zu retten. Und das ist durchaus eine echte Überraschung. Ein wenig erinnert diese Entwicklung an das Schicksal von CRYONIC TEMPLE – die dereinst auch voll im (Metal-)Saft standen, mit dem letztaktuellen DELIVERANCE (siehe Review) aber auf vielerlei Ebenen versagt haben. Kurzum: Neueinsteiger können sich das Album schenken, Fans können einen Blick riskieren – sollten aber nicht zu viel erwarten.

Anspieltipps: LEGIONS, KING OF FOOLS


„Langatmig, uninspiriert, gesanglich problematisch und einfach nicht auf dem bisherigen AXENSTAR-Qualitätsniveau – man darf hoffen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt.“

Ein Gedanke zu “Metal-CD-Review: AXENSTAR – End Of All Hope (2019)

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