Metal-CD-Review: FREEDOM CALL – M.E.T.A.L. (2019)

Alben-Titel: M.E.T.A.L.
Band: Freedom Call (mehr)
Veröffentlichung: 23. August 2019
Land: Deutschland
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Steamhammer

Lineup:

Chris Bay – Vocals, Guitars, Keyboards
Lars Rettkowitz – Guitars
Francesco Ferraro – Bass
Tim Breideband – Drums

Track-Liste:

1. 111 – The Number of the Angels (03:50)
2. Spirit of Daedalus (03:49)
3. M.E.T.A.L. (04:20)
4. Ace of the Unicorn (03:22)
5. Sail Away (03:57)
6. Fly with Us (04:17)
7. One Step into Wonderland (03:38)
8. Days of Glory (03:29)
9. Wheel of Time (04:32)
10. Ronin (03:47)
11. Sole Survivor (04:24)

Alle Jahre wieder… ist Happy-Metal Zeit.

Auch im Bereich des Power Metals gibt es einige Bands, nach denen man so gesehen die Uhr stellen kann. Die seit 1998 aktiven Musiker von FREEDOM CALL bilden da sicher keine Ausnahme – und das vornehmlich, da seit dem Karrierebeginn der Band niemals mehr als zwei oder drei Jahre vergangen sind, bis es zu einem neuen Alben-Release kam. Nach dem 2016 erschienenen, mehr als respektablen MASTER OF LIGHT (siehe Review) scheint es nun also wieder an der Zeit für neues Material aus der berühmt-berüchtigten Nürnberg’schen Happy Metal-Schmiede. Endlich, werden die einen sagen – und leider Gottes die anderen, die wohl auch dieses Mal nicht zu eingeschworenen FREEDOM CALL-Fans bekehrt werden können. Der Grund dafür liegt auf der Hand: auch auf dem vorliegenden, zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig betitelten M.E.T.A.L. macht man gar nicht erst viel anders als auf den bisherigen FREEDOM CALL-Alben. Grundsätzlich könnte man sogar sagen, dass M.E.T.A.L. wie eine Compilation respektive ein buntes Best-Of der Band klingt – mit dem Unterschied, dass es sich bei den insgesamt 11 enthaltenen Nummern tatsächlich (und selbstverständlich) um gänzlich neues Material handelt. Das mag merkwürdig klingen, ist aber gerade im Falle von FREEDOM CALL – die wenn es um einen bestenfalls zu vermeidenden Wiederholungs-Effekt geht schon seit längerem eine recht interessante Gratwanderung begehen – keine allzu große Überraschung.

Anders gesagt: FREEDOM CALL sind sich bis heute über all die Jahre treu geblieben, und haben sich niemals großartig vom ihren ursprünglich angepeilten Spielart eines feucht-fröhlichen Power Metals entfernt. Wobei, und das ist das besondere; es mindestens ebenso viele Gründe dafür gibt diese Tatsache zu bejubeln oder zu verteufeln. Fest steht wohl nur, dass es schwierig ist ein Album wie M.E.T.A.L. vorurteilsfrei zu bewerten – erst Recht natürlich, wenn man die bisherige Diskografie der Band gut kennt oder sogar noch unmittelbar im Ohr hat. Denn, und noch einmal: grundsätzlich könnten die 11 neuen Nummern allesamt auf allen anderen FREEDOM CALL-Alben der letzten 20 Jahre enthalten gewesen sein. Das mag eher ungewöhnlich erscheinen und gewissermaßen auch die Zeitlosigkeit des, man nenne es musikalischen Vermächtnisses der Band unterstreichen – andererseits aber, und damit ist man auch wieder bei der bereits erwähnten Gratwanderung angekommen; könnte sich durchaus ein gewisser Ermüdungseffekt einstellen.

Dafür spräche, dass man viele der auf M.E.T.A.L. anberaumten musikalischen Elemente tatsächlich schon einmal innerhalb der FREEDOM CALL-Diskografie gehört hat – ob nun in einer leicht abgewandelten Form oder einer verdächtig ähnlichen. Als gutes Beispiel dafür ist sicher auch der Titeltrack M.E.T.A.L. anzuberaumen – bei dem es sich um eine für die Band typische Heavy Metal-Hymne inklusive der typischen inhaltlichen Wortfetzen mit allerlei obligatorischen Schlagwörtern handelt. Einerseits ist nichts dagegen einzuwenden – andererseits aber kann man sich kaum des Gefühls erwehren, als hätte die Band selbst schon einmal originelleres vorgelegt. Und das ist schon bezeichnend. Die wunderbar kräftigen Brecher UNION OF THE STRONG (vom Album BEYOND, siehe Review) oder METAL IS FOR EVERYONE (MASTER OF LIGHT), die ebenfalls beide als Videosingles ausgekoppelt wurden; scheinen dem aktuellen Status Quo der Band jedenfalls weit überlegen zu sein. Überhaupt, und da das Album BEYOND nun schon zu Vergleichszwecken herangezogen wurde; scheint es ein schwieriges Unterfangen für FREEDOM CALL zu werden jenes 2014 erschienene Werk noch in irgendeiner Form zu übertreffen. Zumindest nicht in so kurzer Zeit und ohne auch nur eine minimale Veränderung der Zutaten.

So kommt es, wie es kommen muss: M.E.T.A.L. ist in seiner Gesamtheit nicht schlecht, aber eben auch relativ langatmig. Und das in fast allen Belangen. Sicher, rein handwerklich macht den Jungs so schnell niemand etwas vor, und auch hinsichtlich der Abmischung und Produktion des Albums gibt es so gut wie nichts zu mäkeln. Dennoch zeigt sich wieder einmal deutlich, dass dies nur die eine Seite der Medaille ist – und man als zusätzliche Maßnahme unbedingt ein paar neue oder zumindest erfrischend wirkende Ideen hätte einstreuen sollen. Bis zum nächsten Album – und um sicherzugehen – sollten sich FREEDOM CALL also vielleicht doch etwas mehr Zeit lassen. Zumindest mehr als wieder nur zwei oder drei Jahre.

Anspieltipps: 111 – THE NUMBER OF THE ANGELS, THE ACE OF THE UNICORN, FLY WITH US


„Wie es der Alben-Titel bereits impliziert, haben es sich FREEDOM CALL dieses Mal doch etwas zu einfach gemacht. Spaß macht das Album aber trotzdem.“

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