Metal-CD-Review: DÜNEDAIN – Memento Mori (2019)

Alben-Titel: Memento Mori
Band: Dünedain (mehr)
Veröffentlichung: 15. Juni 2019
Land: Spanien
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Miguel Arias – Drums
Tony Delgado – Guitars, Vocals
Mariano Sánchez – Guitars
Nano – Vocals

Track-Liste:

1. Unidos
2. Memento Mori
3. A un paso del cielo
4. Eterno
5. El viento de la batalla
6. Luchador
7. Venus
8. Siénteme
9. Hasta el fin

Gedenke des Todes… aber vergiss auch den Rest nicht.

Manche bezeichnen sie als waschechten Genre-Geheimtipp und potente Alternative zu Bands wie TIERRA SANTA oder AVALANCH: die bereits 1996 gegründete, aus Spanien stammende Power Metal-Combo DÜNEDAIN. Nach immerhin sechs vollwertigen Langspielern und einigen kleineren Releases legen sie mit MEMENTO MORI ihr nunmehr siebtes Studioalbum vor, und das – wieder einmal – als Independent-Release. Unabhängig von der tatsächlich offerierten Qualität scheint damit eines schon im voraus festzustehen: vermutlich wird auch MEMENTO MORI eher unter dem Radar vieler Power Metal-Fans mit einem Hang zum berühmt-berüchtigten spanischen Feuer laufen. In wie weit das unverdient wäre, wird sich selbstverständlich (und im Verlauf dieses Reviews) noch zeigen – wobei das erste zur Verfügung stehende Argument der Spanier auf durchaus positives hoffen lässt.

Immerhin fackeln DÜNEDAIN bereits im (passenderweise auch als offizielles Lyric-Video ausgekoppelten) Opener UNIDOS ein Power Metal-Feuerwerk der allerersten Güteklasse ab – wobei vor allem Freunde einer typisch europäischen Spielart voll auf ihre Kosten kommen. Der recht voluminöse, dabei aber überraschend unverbraucht klingende und angenehm hymnische Anstrich der Nummer steht den Spaniern jedenfalls tadellos zu Gesicht, erinnert dezent an vergangene Glanzzeiten der Band (unter anderem: BUSCANDO EL NORTE, siehe Review zu Part II) – und zeigt auf, dass noch immer mit ihnen zu rechnen ist. Zumindest theoretisch, oder eher: mit einigen Abstrichen. Denn, und das war nach einem Opener wie diesem sicherlich nicht zu erwarten: mit einem Blick auf die verbleibenden 8 Nummern scheint das Pendel plötzlich wieder in eine ganz andere Richtung zu schwingen.

Eben das erklärt vielleicht auch, warum DÜNEDAIN nicht unbedingt zur Speerspitze des spanisch-sprachigen Power Metals gehören – und sie trotz der durchaus ehrenwerten Bemühungen noch immer hinter ihren Konkurrenten  zurückstehen müssen. Anders gesagt: das, was die Jungs von DÜNEDAIN auf MEMENTO MORI machen; ist insgesamt betrachtet alles andere perfekt – und lässt noch einiges an Luft nach oben. Das gilt vor allem in Bezug auf die grundsätzlich angenehme Wandlungsfähigkeit der Band, die sich letztendlich doch etwas zu oft in Richtung eher ruhiger Töne zu auszurichten scheint – wobei die hieraus resultierenden Balladen (oder zumindest Nummern mit einem explizit balladesken Anstrich) nicht immer zünden. Sicher spielt auch das nicht immer optimal erscheinende Songwriting eine Rolle – was Nummern wie ETERNO weitaus weniger emotional klingen lässt als gedacht. VENUS dagegen klingt schlicht etwas zu seicht (vor allem in Bezug auf den Leadgesang), und macht es sich auch im weiteren, dann vergleichsweise kräftigen Verlauf etwas zu einfach.

In wie weit der Leadgesang eine diesbezügliche Rolle spielt, ist indes nicht ganz so leicht zu erörtern. Fest steht nur, dass die Gesangsparts von DÜNEDAIN schon einmal wesentlich besser oder zumindest sicherer klangen – man lausche nur einmal LUCHADOR. Immerhin, für die Instrumente gilt das nicht – deren Handhabung lässt nach wie vor kaum Spielraum für Kritik, ebenso wenig wie die allgemeine Qualität der Abmischung und Produktion. Der Teufel scheint dieses Mal also tatsächlich im Detail, oder eher in der Struktur der einzelnen Nummern zu stecken. Nummern, die sich einfach nicht bedeutungsvoll geschweige denn spektakulär genug anfühlen, eher einfach gestrickt sind – und in ihrer Wirkungskraft schier verpuffen. A UN PASO DEL CIELO etwa klingt vor allem im Refrain deutlich zu simpel, bietet einen eher fragwürdigen Soli-Part – und erinnert überdies an eine (dann aber: deutlich schwächere Version) von DREAMTALE. El VIENTO DE LA BATELLA klingt daraufhin schon um eines kräftiger, auch dank der Gastvocals von Tete Novoa (SARATOGA) – doch so richtig überspringen will der Funke auch hier nicht.

Richtig übel wird es dann allerdings erst in SIENTEME, das mit einem Gastauftritt von Rubén Kelsen aufwartet – und eigentlich nicht viel mehr macht als vor Schmalz zu triefen. Ja, selbst der Rausschmeißer HASTA EL FIN lässt sich nur schwer verkraften. Seien es der absolut fehlgeleitet erscheinende BLIND GUARDIANeske Grundanstrich, der abermals ärgerlich-seichte Leadgesang, die schwachen Hintergrundgesänge oder der einfach nur plumpe Refrain – derzeit scheint einiges schiefzulaufen im Hause DÜNEDAIN. Was genau das Problem ist, wissen wohl nur die Spanier selbst – ein derart harmloses, und trotz der relativen Einfachheit eher konfus klingendes Genre-Album (überdies noch mit teils deutlichen Schwächen im Leadgesang) zu veröffentlichen; das ist jedenfalls nicht ihre Art. Zumindest bisher. Gut, den eingangs erwähnten Opener UNIDOS sollte man schon noch ausklammern, wie eventuell auch den noch passablen Titeltrack MEMENTO MORI – doch das war es dann auch schon gewesen. Dass das etwas zu wenig ist für ein vollwertiges Album, versteht sich von selbst. Es bleibt zu hoffen, dass die Spanier das Ruder noch irgendwie herumreißen können – gerade wenn es um zukünftige Alben geht.

Anspieltipps: UNIDOS, MEMENTO MORI


„Ein Album, das einfach nicht funktioniert. Leider.“

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