Metal-CD-Review: MAJESTICA – Above The Sky (2019)

Alben-Titel: Above The Sky
Band: Majestica (mehr)
Veröffentlichung: 7. juni 2019
Land: Schweden
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Lineup:

Chris David – Bass,
Tommy Johansson – Guitars (lead), Vocals, Keyboards
Alex Oriz – Guitars

Track-Liste:

1. Above the Sky (05:51)
2. Rising Tide (05:29)
3. The Rat Pack (04:06)
4. Mötley True (08:18)
5. The Way to Redemption (05:27)
6. Night Call Girl (04:43)
7. Future Land (05:47)
8. The Legend (04:07)
9. Father Time (04:25)
10. Alliance Forever (07:25)
11. Future Land (2002) (06:27)
12. Spaceballs (The Spinners cover) (02:54)

Über den Wolken… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Nein, der Sommer spielt dieser Tage nicht wirklich mit. Eines aber steht mit Sicherheit fest, zumindest in Bezug auf einige der jüngsten Bewegungen im Bereich des Power Metal: es ist von einer in vielerlei Hinsicht heißen Jahreszeit auszugehen. So melden sich nun – neben zahlreichen anderen Rückkehrern, versteht sich – auch die Schweden von REINXEED mit einem markanten Lebenszeichen zurück. Und das in einer so nicht unbedingt erwarteten Art und Weise, denn nachdem die Recken um Frontmann Tommy ReinXeed (bürgerlich: Tommy Johansson) satte 19 Jahre unter ihrem alten Bandnamen aktiv waren – und dabei immerhin 6 Studioalben und einige kleinere Veröffentlichungen an den Start brachten – haben sich die Schweden nun dazu entschieden, unter dem neuen Bandnamen MAJESTICA weiterzumachen.

Demnach – und um es noch einmal klarzustellen – handelt es sich bei MAJESTICA keineswegs um eine beliebige Newcomer-Band (oder ein weiteres von so vielen Nebenprojekten von Tommy Johansson), sondern vielmehr um das eigentliche Herzensprojekt des Schweden. Ob sich die Entscheidung, die band umzubennenen auch in anderer Hinsicht – das heißt vor allem der musikalischen – auswirken wird, bleibt dabei wohl noch abzuwarten. Momentan kann man diesbezüglich nur das vorleigende Debüt ABOVE THE SKY zur Hand nehmen – und das offenbart tatsächlich (wobei Fans sagen werden: glücklicherweise) nicht allzu viele Veränderungen im Vergleich zu den alten Reinxeed. Ja, sogar das Lineup ist dasselbe geblieben – inklusive des guten alten REINXEED-Drummer-Problems. Immerhin verpflichtete die Band im Laufe der Jahre mindestens 6 verschiedene Künstler – wobei ABOVE THE SKY erst gar keine feste Position vorsieht, dafür aber mit einem umso hochkarätigeren Gastauftritt von Uli Kusch (ex-GAMMA RAY, HELLOWEEN und viele weitere) aufwartet.

Dabei macht das mit 12 Titeln und einer Gesamtspieldauer von gut 65 Minuten ausgestattte Album auch sonst eine überraschend gute Figur – erst Recht, wenn man es mit den wahrlich nicht mehr ganz so aufregenden Alben von REINXEED (beispielsweise WELCOME TO THE THEATER aus dem Jahre 2012, siehe Review) vergleicht. Schon der als Videosingle und passenderweise auch als Opener platzierte Titeltrack ABOVE THE SKY macht schließlich recht schnell klar, wohin die Reise gehen soll. MAJESTICA klingen spürbar erfrischt, reichlich energiegeladen – und haben sich in so gut wie allen Belangen (wie etwa in Bezug auf den Instrumenteneinsatz und die deutlich erdigere Produktion) verbessert. Tommy ReinXeed dagegen performt so solide wie eh und je – wobei man seine Art der gesanglichen Darbietung eigentlich nur lieben oder hassen kann. Immerhin: er liefert nun wesentlich weniger Gründe hinsichtlich der zweiten Option – und das vornehmlich, indem er auf allzu spektakuläre Gesangs-Spagate (unter anderem auch in die höchsten Lagen, was auf früheren REINXEED-Alben zum guten Ton gehörte) verzichtet.

Nicht verzichten können oder wollen MAJESTICA indes nicht auf einige der anderen, bereits bei REINXEED hochgehaltenen Trademarks – wie etwa den großzügigen einsatz des Keyboards, das im zusammenspiel mit  den nicht immer bissigen Kompositionen auch mal den Eindruck deutlich poppigerer Klänge entstehen lassen kann (NIGHT CALL GIRL). Eine gewisse Vorliebe für die sanftere Seite des Power Metal sollte man demnach unbedingt mitbringen, will man in den Genuss eines Albums wie ABOVE THE SKY kommen – wobei man sich selbstverständlich auch nicht gegen diverse, hier durchaus großspurig inszenierte Genre-Klischees sperren sollte. Und doch merkt man einfach – und dies steht erneut in einem gegensatz zu den früheren REINXEED-Titeln – dass sich Tommy ReinXeed und seine Kollegen dieses Mal einfach etwas mehr angestrengt haben. So lassen insbesondere die Einzelbetrachtungen der Arbeit an den Gitarren, am Schlagzeug und am Bass keine nennenswerten Schwächen erkennen.

Hinzu kommt, dass das Album auf einen größtmöglichen Abwechslungsfaktor bedacht ist – und man sich neben dem allgemein vergleichsweise spannenden Hörvergnügen locker den ein oder anderen persönlichen Favoriten  aus höchst unterschiedlichen Bereichen herauspicken kann. Neben den offensichtlichen Brechern a’la ABOVE THE SKY, RISING TIDE, THE WAY TO REDEMPTION oder FUTURE LAND finden sich so auch einige eher ungewönliche Spaßmacher – wie etwa das zünftige FATHER TIME als Paradebeispiel. Immerhin, und auch wenn die Nummer schon bekannt ist: so gut geklungen hat sie noch nie. So bleibt es nur fraglich, in wie weit man den Inhalten zustimmen oder überhaupt genauer auf den Text hören sollte – was sicher auch für das makabere THE RAT PACK gilt. Sei es drum, und auch wenn die beiden Bonustracks eher zu vernachlässigen sind – die Überraschung ist MAJESTICA zweifelsohne gelungen.

Anspieltipps: ABOVE THE SKY, RISING TIDE, THE WAY TO REDEMPTION, FUTURE LAND, FATHER TIME


„Aus REINXEED wurde MAJESTICA, oder: eine Band unterwegs zu neuen Höhenflügen.“

4 Gedanken zu “Metal-CD-Review: MAJESTICA – Above The Sky (2019)

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