Metal-CD-Review: GLORYHAMMER – Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex (2019)

Alben-Titel: Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex
Band: Gloryhammer (mehr)
Veröffentlichung: 31. Mai 2019
Land: Großbritannien / Schottland
Spielart / Stil: Symphonic Power Metal
Label: Napalm Records

Lineup:

The Hootsman, Astral Demigod of Unst – Bass
Ralathor, Mysterious Submarine Commander of Cowdenbeath – Drums
Ser Proletius, Grand Master of the Deathknights of Crail – Guitars
Zargothrax, Dark Emperor of Dundee – Keyboards, Vocals (additional)
Angus McFife XIII, Crown Prince of Fife – Vocals

Track-Liste:

1. Into the Terrorvortex of Kor-Virliath (01:18)
2. The Siege of Dunkeld (In Hoots We Trust) (04:46)
3. Masters of the Galaxy (04:25)
4. The Land of Unicorns (04:25)
5. Power of the Laser Dragon Fire (05:06)
6. Legendary Enchanted Jetpack (04:18)
7. Gloryhammer (05:00)
8. Hootsforce (03:50)
9. Battle for Eternity (03:52)
10. The Fires of Ancient Cosmic Destiny (12:33)

In boobs hoots we trust.

Ja, es ist wieder soweit – die Recken von GLORYHAMMER schwingen erneut ihre mächtigen Hämmer. Auf ihrem mittlerweile dritten Studioalbum mit dem dezent sperrigen Titel LEGENDS FROM BEYOND THE GLACTIC TERRORVORTEX inszenieren Frontmann Angus McFife (Thomas Laszlo Winkler) und sein Gefolge erneut einen feucht-fröhlichen Power Metal, der bei keinem zünftigen Elfenwald-Gelage fehlen sollte. Zumindest nicht, wenn man einer explizit augenzwinkernden Herangehensweise, wie sie Bandgründer Zargothrax (besser bekannt als Christopher Bowes) unter anderem auch bei seiner ursprünglichen Band ALESTORM geradezu zelebriert; nicht abgeneigt ist. Anders gesagt: allein die puren Titelbezeichnungen – wie etwa POWER OF THE LASER DRAGON FIRE oder LEGENDARY ENCHANTED JETPACK – lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um eine nicht in jeder Hinsicht ernstzunehmende Power Metal-Combo handelt. Nicht in jeder Hinsicht, aber selbstverständlich – und glücklicherweise – in Bezug auf das an den Tag gelegte Handwerk, die allgemeine Spielfreude und den aus einem Album wie diesem resultierenden Spaßfaktor. Nicht umsonst handelt es sich bei den bisherigen GLORYHAMMER-Alben TALES FROM THE KINGDOM OF FIFE (siehe Review) und SPACE 1992 – RISE OF THE CHAOS WIZARDS (Review) um zwei durchaus bemerkenswerte Genre-Werke, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollten.

Wenn man sich dabei auch noch als Nerd bezeichnen würde, ist es umso besser – schließlich scheuen sich GLORYHAMMER nicht davor, eine eher heroisch angehauchte Fantasy-Sparte (wozu auch die dahingehend stilisierten Musikvideos passen) zu bedienen. Dass sie dabei natürlich auch mit allerlei gängigen Genre-Klischees um sich werfen, gehört quasi zum guten Ton – und erweist sich in einem Fall wie diesem nicht zwingend als störend. Wenn es um die immer wieder von Raubein Cristopher Bowes eingeworfenen (und ebenfalls zum Konzept gehörenden) Erzählparts als fieser Imperator Zargothrax geht, sieht das allerdings schon etwas anders aus. Immerhin, zusätzliche Interludes gibt es keine – doch dass die Passagen dafür direkt in den einzelnen Titeln Platz finden, macht es nicht unbedingt angenehmer. Abgesehen davon ist den Schotten aber auch dieses Mal ein insgesamt betrachtet recht wohlklingendes, sich harmonisch anfühlendes Album gelungen – dass trotz der potentiellen Gefahr nicht wirklich in zu verspielte Gefilde abdriftet, mit satt klingenden Metal-Elementen inklusive eines gut inszenierten Bass (genial: LEGENDARY ENCHANTED JETPACK) und netten Soli aufwartet; und dank der enormen Eingängigkeit schnell Freunde finden sollte. Musikalisch zu vernachlässigen ist LEGENDS FROM BEYOND THE GALACTIC TERRORVORTEX also keineswegs – auch wenn speziell die gefühlt zu sehr auf Nummer sicher gehenden Refrains ruhig etwas mehr Pepp hätten vertragen können.

Eben das ist dann wohl auch das Stichwort, wenn es um die Gesamtbeurteilung des Albums, sowie sicher auch einer Einordnung in die ureigene GLORYHAMMER-Diskografie geht. Eines lässt sich schließlich einfach nicht verhehlen: betrachtet man das vorliegende Album (und das vor allem im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern), fühlt es sich schlicht etwas… man nenne es müde an. Natürlich kann man von einer Trademark-Band wie dieser keinen Quantensprung erwarten – aber andere Maßnahmen, wie einen thematischen Schwerpunkt in einem gänzlich anderen Handlungs-Universum oder zumindest etwas anspruchsvollere (oder schlicht: spannendere) Lyrics hätten dem Album sicher einiges an zusätzlicher Frische spendiert. So aber, und Dank des erneuten Weltraum-Sujets; stellt sich dann doch etwas zu schnell das Gefühl einer bloßen Wiederholung ein. In Bezug auf das große Ganze, versteht sich – aber auch hinsichtlich einzelner Titel wie THE SIEGE OF DUNKELD (ein gefühltes Pendant zum besseren RISE OF THE CHAOS WIZARDS vom Vorgänger) oder HOOTSFORCE (als dezent elektronisch angehauchtes Pendant zum ebenfalls besseren UNIVERSE ON FIRE vom Vorgänger).

Letztendlich kann dieser Eindruck – gepaart mit den wahrlich alles andere als komplexen Song-Strukturen – doch überraschend schnell dazu führen, dass man fertig ist mit einem Album LEGENDS FROM BEYOND THE GALACTIC TERRORVORTEX. Zumal GLORYHAMMER eher nicht dafür bekannt sind, Kompositionen zu kreieren an die man sich erst gewöhnen muss – oder die analog zur Anzahl der Durchläufe noch markant wachsen. Für ihr nächstes Werk sollten sich die Schotten also gerne etwas mehr Zeit nehmen, sich nicht allein auf ihr Handwerk verlassen – und sich ruhig mal wieder etwas weiter aus dem Fenster lehnen.

Anspieltipps: IN HOOTS WE TRUST, POWER OF THE LASER DRAGON FIRE, LEGENDARY ENCHANTED JETPACK, HOOTSFORCE, THE FIRES OF ANCIENT COSMIC DESTINY


„Noch immer alles andere als schlecht – trotz der Gefahr sich vorschnell sattzuhören.“

4 Gedanken zu “Metal-CD-Review: GLORYHAMMER – Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex (2019)

  1. Bin da insgesamt etwas positiver eingestellt. Finde gerade die Erzählung in dem Album sehr unterhaltsam. Und der Abschluss Track ist für mich einer der besten Songs von Gloryhammer.

    Bei mir gäbe es eine 8.5

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für die Rückmeldung !

      Jetzt wo Du die 8.5 gibst… gerne mehr davon (also Wertungen, es muss nicht immer eine 8.5 sein^^), plane wieder User-Wertungen in die Rezensionen einzubauen !

      Liken

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