Filmkritik: „Polar“ (2019)

Poster, Einleitung, Startbild

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Comicbuch (Victor Santos)
Regie: Jonas Åkerlund
Mit: Mads Mikkelsen, Vanessa Hudgens, Katheryn Winnick u.a.
Land: USA, Deutschland
Laufzeit: ca. 118 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Action (70 %), Komödie (15 %), Drama (15 %)
Tags: Auftragskiller | Bande | Clan | Terror | Rache | Skrupellos

Mit dem ist einfach nicht gut Kirschen essen.

Inhalt: Der raubeinige Duncan Vizla (Mads Mikkelsen) gilt als einer der besten Auftragskiller der Welt. Als sogenannter Black Kaiser hat er eine Vielzahl von Aufträgen erfolgreich absolviert – und freut sich langsam aber sicher auf seinen Ruhestand. Umso gelegener erscheint es da, dass sein quasi-Vorgesetzter Mr. Blut (Matt Lucas) respektive die von ihm geleitete Organisation eine ordentliche Pension für bald aus dem dienst ausscheidende Angestellte anbietet. Das Problem: offenbar ist der ebenso schrille wie skrupellose Mr. Blut nicht bereit, eben dieses Pensonierungsgeld zu bezahlen… sodass er einige seiner anderen, noch deutlich jüngeren Nachwuchs-Mörder entsendet, um sich des kostspieligen Problems auf seine ganz eigene Art und Weise zu entledigen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass sich der Black Kaiser als äußerst widerstandsfähig erweist. Erst recht natürlich, nachdem er beginnt Gefühle für seine hübsche Nachbarin Camille (Vanessa Hudgens) zu entwickeln…

Kritik: Abgebrüht, brutal, witzig und auch ein wenig ekelig – POLAR ist wahrlich kein Werk, dass als typischer Actioner durchgeht. Bereits nach der wilden und an der Grenze zur Geschmacklosigkeit kratzenden Eröffnungssequenz; spätestens aber nach der Einführung immer verrückter-er Charaktere und natürlich der Entwicklung des Hauptprotagonisten vom skrupellosen Killer hin zu einer noch erbarmungsloseren Ein-Mann-Armee wird klar, dass es sich hier um etwas anderes handeln muss als standardisierte Haudrauf-Kost. Wenn man die Hintergründe des vom schwedischen Regisseur Jonas Åkerlund realisierten, exklusiv für Netflix produzierten Films betrachtet, wird auch klar warum: POLAR ist eine Comicverfilmung, wobei das entsprechende Original von Victor Santos stammt und 2012 erstveröffentlicht wurde. Eine Verfilmung, die neben den ebenso diskutablen wie grotesken Überzeichnungen und den teils makaberen Gewalt- und Sexexzessen vor allem ein Problem offenbart: sie kann sich nicht so recht entscheiden, was sie nun sein will. Denn: POLAR geht einerseits als packender Thriller mit ansprechenden (und teilweise sogar tiefer gehenden) Drama-Aspekten durch, verspielt aber andererseits – und aufgrund seiner gefühlt mehr Platz einnehmenden, bunt-grotesken bis völlig abstrusen Elemente – reichlich Potential. Anders, und gerade in Bezug auf die dezent an Werke wie CHAPPIE (siehe Review) oder DIE TRIBUTE VON PANEM (siehe Review zu Teil 2) erinnernde, reichlich bunte Inszenierung gesagt: gegen POLAR wirken vergleichbare Filme – wie etwa die Ein-Mann-Rachegeschichten mit Liam Neeson oder aber die JOHN WICK-Reihe – fast schon wie bodenständige Dokumentationen.

Dass der Film trotzdem einen gewissen Charme entwickeln kann, liegt zum einen an der bereits erwähnten, leider etwas zu kurz kommenden Kontakt-Anbahnung des Hauptcharakters mit seiner vermeintlich unbekannten Nachbarin – und zum anderen an der Leistung, oder vielleicht auch nur der schieren Präsenz von Mad Mikkelsen als Hauptdarsteller. Der mag hier zwar dezent unterfordert sein, und hat in aqnspruchsvolleren Filmen wie DIE JAGD (Review) wesentlich eindrucksvoller abgeliefert – doch ist es mittlerweile einfach kaum noch zu schaffen, ihm keine Sympathie entgegenzubringen. Vom Rest des Casts (und speziell generell fragwürdigen Darstellern wie Matt Lucas oder Johnny Knoxville) kann man das zwar nicht behaupten, und in Bezug auf das technische Handwerk gilt es bis auf die wirklich netten Natur-Bilder (und konträr dazu den etwas penetranten Soundtrack) kaum außergewöhnliches zu vermelden – doch für einen unterhaltsamen Film-Abend, bei dem der Anspruch keine übergeordnete Rolle spielen soll; eignet sich das Ganze allemal.

Bilder / Promofotos / Screenshots: Netflix

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„Grotesk, brutal und zwischendurch auch mal etwas ernstere Töne anschlagend – POLAR wirkt in seiner Gesamtheit nicht konsequent respektive harmonisch genug, funktioniert aber – und das hauptsächlich aufgrund des Hauptdarstellers – als etwas anderer Actioner für Zwischendurch.“

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