Metal-CD-Review: BEAST IN BLACK – From Hell With Love (2019)

Alben-Titel: From Hell With Love
Künstler / Band: Ancient Bards (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 08. Februar 2019
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Máté Molnár – Bass
Kasperi Heikkinen – Guitars
Anton Kabanen – Guitars
Yannis Papadopoulos – Vocals
Atte Palokangas – Drums

Track-Liste:

1. Cry Out for a Hero (03:28)
2. From Hell with Love (03:55)
3. Sweet True Lies (03:27)
4. Repentless (04:02)
5. Die by the Blade (03:15)
6. Oceandeep (05:46)
7. Unlimited Sin (03:34)
8. True Believer (03:28)
9. This Is War (03:39)
10. Heart of Steel (04:23)
11. No Surrender (04:15)
12. Killed by Death (Motörhead cover) (03:52)
13. No Easy Way Out (Robert Tepper cover) (04:05)

Aber bitte mit Schlager… ?

Eigentlich war es noch gar nicht so lange her, dass die Finnen von BEAST IN BLACK ihr letztaktuelles Studiowerk respektive Debütalbum BERSERKER (erschienen Ende 2017, siehe Review) veröffentlicht hatten. Aber wie es eben so ist – hat man die Bestie erst einmal entfesselt, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Und so galoppiert die Kreatur, die von Anton Kabanen im Geiste seiner Ex-Band BATTLE BEAST erschaffen wurde; auf zum zweiten großen Gefecht – und das wie schon zuvor mit einer Extraladung Spaß im Gepäck. Ein Spaß, oder eher ein schwermetallischer Überraschungsmoment – der im Falle von FROM HELL WITH LOVE in Form einer Riesenportion bittersüßer Melodien, eines im Gegensatz dazu ebenso energisch wie akrobatisch agierenden Frontmanns und einer nicht zu überhörenden Dosis eines beschwingten 80er Jahre-Flairs durch die Boxen rauscht. Diesbezüglich, und nicht zuletzt aufgrund seiner Zugänglich-, Eingängig- und stellenweise sogar expliziten Charttauglichkeit wird vermutlich auch FROM HELL WITH LOVE die Gemüter erhitzen – und dabei insbesondere jene relativ verdutzt aussehen lassen, die sich nach dem immer wieder mit verschiedenen Marschrichtungen experimentierenden Vorgänger ein etwas härteres Brett gewünscht hätten.

Doch da in Bezug auf die Vielfalt des Genres zunächst einmal – und das ist nicht nur auf den Bereich des Power Metals zu beziehen – so gut wie alles erlaubt sein sollte, lautet das Gebot auch dieses Mal: bevor man das Album nicht zumindest einmal durchgehört hat, gilt in Bezug auf allzu schnellen (vor-)Urteile Vorsicht walten zu lassen. Anders gesagt: auch Skeptikern kann es kaum schaden, sich auf ein Experiment wie FROM HELL WITH LOVE einzulassen – und sich im besten Fall vielleicht sogar bekehrt zu wissen. Schließlich muss man den Finnen eines in jedem Fall lassen: sie verstehen ihr Handwerk, und rein musikalisch – also etwa in Bezug auf das Songwriting, das Instrumentenspiel, den Leadgesang oder die Produktion – ist ihnen nichts vorzuwerfen. Nur eben eventuell, und das ist der Knackpunkt; in Bezug auf die dieses Mal noch prägnanter als schon auf BERSERKER ausfallenden, man nenne sie einmal schlicht besonderen BEAST IN BLACK-Elemente. Und die sind dieses Mal wirklich überall auf dem Album verstreut: seien es die fast schon tanzbaren Rhythmen, elektronischen Keyboardeskapaden und Mitsing-Refrains in FROM HELL WITH LOVE, SWEET TRUE LIES, DIE BY THE BLADE und UNLIMITED SIN; sei es der hympnotisch-säuselnde (und dabei abermals die ganze Bandbreite von Leadsänger Yannis Papadopoulos fordernde) Gesang in der Ballade OCEANDEEP, das feucht-fröhliche NO SURRENDER oder das zumindest gefühlt eine gewisse Parallele zu KUNG FURY (und damit auch David Hasselhoff) ziehende TRUE BELIEVER – FROM HELL WITH LOVE kann vieles, nur nicht langweilig werden.

Andererseits, und gerade wenn man denkt dass das insgesamt betrachtet vielleicht doch etwas wenig ist; vernachlässigen BEAST IN BLACK niemals ihre schwermetallische Komponente – wobei sich insbesondere die die nötige Härte oder eher Kante liefernde Performance von Yannis Papadopoulos sowie die auch mal etwas furioseren Gitarrensoli hören lassen. Zudem es auch einige Titel gibt die einen etwas anderen Weg gehen als die bereits als Singles veröffentlichten Schunkel-Stampfer – wie etwa das schön kräftige, leicht symphonisch angehauchte REPENTLESS, das dezent an SABATON erinnernde THIS IS WAR oder das wirklich gut getroffene MOTÖRHEAD-Cover KILLED BY DEATH. Positiv hervorzuheben ist auch, dass der von Máté Molnár (Ex-WISDOM) gespielte Bass nicht im Mix untergeht – und so ebenfalls die nötige Aufmerksamkeit erhalten kann. Ein allzu unausgewogenes oder Sound-technisch sonst irgendwie prekäres Album kann man hier also nicht erwarten – eher ein etwas anderes, frisches; ja schlicht einzigartiges.

Sicher muss man ein Album wie FROM HELL WITH LOVE – oder auch den zunächst vielleicht nicht ganz eindeutigen Gesamteindruck – schon etwas sacken lassen. Letztendlich aber kann man sich kaum des Gefühls erwehren, dass sich das was BEAST IN BLACK hier fabriziert haben problemlos einen gewissen Kultstatus sichern könnte. Ob das Album dabei besser ist als der Vorgänger BERSERKER muss ein jeder für sich selbst entscheiden, doch für eines der interessanteren Power Metal-Alben – das vielleicht sogar um diesjährige Krone des Genres kämpfen kann – reicht es allemal. Weiter so, BEAST IN BLACK !

Absolute Anspieltipps: SWEET TRUE LIES, REPENTLESS, DIE BY THE BLADE


„Die Bestie ist noch immer hungrig.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: BEAST IN BLACK – From Hell With Love (2019)

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