Metal-CD-Review: IN VICTORY – Uplifting Metal (EP, 2019)

Alben-Titel: Uplifting Metal (EP)
Künstler / Band: In Victory (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. Januar 2019
Land: Schweden
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Jimmy Mattsson – Bass
Topias Kupiainen – Drums
Mattias Lindberg – Vocals
V M-M – Guitars

Track-Liste:

1. You Are the One (03:41)
2. Hymn of Absolute Glory (03:57)
3. Our Way (03:35)

Das hebt die Laune – nicht nur von königlichen Hofnarren.

Nanu, wen oder was haben wir denn da ? Mit IN VICTORY präsentiert sich dem geneigten Power Metal-Konsumenten eine augenscheinlich taufrische Genre-Band aus dem hohen Norden, die mit der vorliegenden EP UPLIFTING METAL ihre erste kurze Werkschau vorlegt. Was man nicht auf den ersten Blick sieht ist, dass die Schweden eigentlich schon seit 2013 unterwegs sind – und bereits einige kleinere Veröffentlichungen an den Start gebracht haben. Dennoch könnte man in diesem Fall durchaus von einer Neugründung, oder eher einer zukunftsorientierten Reaktivierung sprechen – den immerhin scheint sich das angestammte Band-Mastermind Victor Gonzales alias V-M-M erst kürzlich (und das explizit gen Norden) aufgemacht zu haben, um eine neue Schar an Mitgliedern zu rekrutieren. Neben dem aus Schweden stammenden Jimmy Mattsson (PLANET RAIN, ex-LOCH VOSTOK) und dem aus Finnland dazugestoßenen TOPIAS KUPIAINEN (ARION) findet sich so auch eine echte Überraschung im neu aufgestellten Lineup – schließlich hätte wohl niemand damit rechnen können, dass ausgerechnet Mattias Lindberg (ROYAL JESTER) die Vocals übernimmt.

Immerhin hatte sich der Sänger nach den Aufnahmen zum ROYAL JESTER-Debütalbum NIGHT IS YOUNG (siehe Review) und seiner Mitwirkung bei REINXEED (hier interessanterweise am Bass) aus der Szene zurückgezogen. Nun aber, und analog zum kürzlich erschienenen zweiten ROYAL JESTER-Albums BREAKING THE CHAINS (Review) scheint es der Schwede noch einmal wissen zu wollen – und gibt folglich auch im Rahmen der insgesamt drei Titel der EP UPLIFTING METAL den Ton an. Die damit verbundene Besonderheit folgt sogleich, denn: über das wie seiner Darbietung könnte man durchaus streiten. Anders gesagt: am Gesang des Schweden könnten, nein werden sich die Geister scheiden – wobei man tatsächlich auch hinreichend Argumente für die eine oder andere Seite finden könnte. So scheint der Sänger tatsächlich dezente Probleme mit der richtigen Aussprache und Intonation zu haben – was insbesondere beim Auftakt zur (übrigens passend betitelten) HYMN OF ABSOLUTE GLORY auffällt. Und auch an das des öfteren vorkommende Changieren zwischen tieferen und höheren Gesangslagen muss man sich vielleicht erst gewöhnen.

Andererseits – und glücklicherweise überwiegt die hier gemeinte Gegenseite – ist es schlicht eine willkommene Abwechslung, einen technisch vielleicht nicht ganz perfekten Leadsänger auf die Lauscher zu bekommen. Einen, der dafür umso mehr hinter seiner Performance steht, sie mit dem nötigen Nachdruck und der nötigen Glaubwürdigkeit versieht – und es so erst Recht schafft, dass man ihm gerne zuhört. Zumal, und das muss man ihm lassen; nichts wirklich schief klingt – oder so, dass es gewisse Schmerzen verursachen könnte (wie etwa bei der neuesten Scheibe von TALES OF GAIA). Vielleicht findet sich der passende Ausdruck für dieses stimmliche Phänomen am ehesten im englischen, oder anders gesagt: wenn jemand eine perfect imperfection lebt (und mit der Hörerschaft teilt), dann ist es Mattias Lindberg. Selbstverständlich geht es auf UPLIFTING METAL aber nicht nur um den Gesang – auch wenn der das auffälligste Merkmal ist. Nein, auch Bezug auf die Kompositionen und die Inszenierung des explizit symphonisch angehauchten Sounds haben IN VICTORY einiges interessantes anzubieten – was sich bereits beim Opener YOU ARE THE ONE bemerkbar macht, und spätestens in der tatsächlich absolut hymnischen HYMN OF ABSOLUTE GLORY entfesselt wird.

Seien es die rhythmisch-furiosen Gitarren, der prägnante Sound der Drums, der Bass oder die gut platzierten Keyboard-Elemente – man merkt in diesem Fall schnell, dass einiges an Erfahrung (und natürlich auch Können) investiert wurde. Und vor allem auch, dass das Vorhaben auch im letztendlichen Mix recht gut aufgeht. Gut, den Bass hätte man vielleicht noch etwas vordergründiger platzieren können – doch davon abgesehen gibt es kaum etwas zu mäkeln. Im Vergleich zu einstweilen ähnlich hymnisch agierenden Bands wie etwa TWILIGHT FORCE klingen IN VICTORY jedenfalls recht kernig – was aufzeigt, dass auch ein symphonischer Power Metal einiges an Bumms mitbringen kann. Wenn, ja wenn man es denn nur richtig macht. Übrigens, wenn man schon eine Band wie TWILIGHT FORCE zu hier durchaus angebrachten Vergleichszwecken zurate zieht (man lausche nur einmal dem Solo in OUR WAY), so müsste man noch mindestens eine weitere hinzuziehen: CAIN’S OFFERING. Schließlich haben auch IN VICTORY eine durchaus nennenswerte emotionale Komponente (speziell bei YOU ARE THE ONE), die das Ganze mit einem gewissen Tiefgang garniert.

Neben der schieren Wirkungskraft der Kompositionen, dem ebenso ungewöhnlichen wie charmanten Leadgesang und dem Talent der einzelnen Mitglieder ist es so eben jene spezielle Fusion aus hymnisch-schmetternden (und manchmal auch etwas verspielten) symphonischen Klängen und einer dennoch vergleichsweise tief schürfenden emotionalen Ausstaffierung, die IN VICTORY zu etwas ganz besonderem macht. Oder eher: zu etwas ganz besonderem machen könnte, sollte noch ein vollwertiges Album folgen. Dies wäre der Combo – und natürlich auch der Hörerschaft – allemal zu wünschen.

Absolute Anspieltipps: YOU ARE THE ONE, HYMN OF ABSOLUTE GLORY, OUR WAY


„Sicher könnte man hier und da Verbesserungsvorschläge machen – letztendlich aber überwiegt das Verlangen nach noch mehr Material der Marke IN VICTORY; womit die EP ihre Daseinsberechtigung allemal erfüllt hat.“

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