Metal-CD-Review: FIONN LEGACY – Knights Of The Sky And Wind (2018)

Alben-Titel: Knights Of The Sky And Wind
Künstler / Band: Fionn Legacy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. November 2018
Land: Mexiko
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

J.P Mask – Composer, Lyrics
Rodrigo Espinosa – Lead Vocals
Vitor Veiga – Guest Vocals
Lean van Ranna – Guest Vocals

Track-Liste:

1. Star Tales (01:07)
2. Knights of the Sky and Wind (04:49)
3. Valley of the Lyzards (04:05)
4. Spirit of Dryads (05:54)
5. The Traitor (05:26)
6. The Last Battlecry (07:23)
7. The Fall of a Hero (04:03)

Hier sind sie, die mexikanischen Nachwuchs-Ritter.

In der Tat, und ohne etwas über die qualitativen Merkmale des zu behandelnden Liedguts vorwegzunehmen: eigentlich hat man von einem Release wie KNIGHTS OF THE SKY AND WIND nur träumen dürfen. Immerhin scheint die Band schon vor längerer Zeit gegründet worden sein, ohne dass es jemals zu einem wirklich handfesten Lebenszeichen kam. So lag es eigentlich nur an einer einzigen auf Youtube veröffentlichten Single (VALLEY OF THE LIZARDS, siehe Link) lag, dass man überhaupt etwas von der potentiell hochkarätigen Power Metal-Combo aus Mexiko mitbekommen hat. Nun aber scheint das Projekt des hiesigen Band-Masterminds J.P. MASK langsam aber sicher Gestalt anzunehmen – und zwar in Form des ersten offiziellen Albums KNIGHTS OF THE SKY AND WIND. Leicht überraschend ist, dass es lediglich 7 Titel bei einer knappen Gesamtspielzeit von gut 32 Minuten enthält – oder eher 6, zumindest wenn man das ebenso kurze wie grundsätzlich zu vernachlässigende instrumentale Intro STAR TALES ausklammert. Natürlich erhöht das den Druck, und das in einem nicht ganz unerheblichen Maße – schließlich hat die Band so nicht viel Zeit, den Hörer von sich und dem hoffentlich vorhandenen Können zu überzeugen.

Bevor es soweit ist kommt es allerdings zu einer weiteren, sich nicht zwangsläufig positiv auswirkenden Besonderheit: es sind insgesamt 3 Sänger vertreten. Immerhin, Rodrigo Espinosa gehört der Stammbesetzung der Band an – doch Vitor Veiga (unter anderem bekannt als ex-Sänger von AQUARIA) und Lean van Ranna sind lediglich als Gastsänger geladen. Dies im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass offenbar auch an der Instrumentenfront einige sogenannte Session-Musiker verpflichtet wurden; lässt die aktuellen FIONN LEGACY eher nicht wie eine vollwertige Band wirken – sondern wie ein zwar fleischgewordenes, aber eben noch nicht vollständig ausgereiftes Konzept. Das trifft im übrigen auch auf das letztendlich feilgebotene musikalische Material zu – das ebenfalls einen dezent unfertigen Eindruck hinterlässt. Sicher, grundsätzlich gehen die 6 Titel allesamt als solide Power Metal-Nummern durch – die dazu noch einen angenehmen Hang zum symphonischen haben und wie im Opener und Titeltrack KNIGHTS OF THE SKY AND WIND mit dem nötigen Nachdruck versehen wurden. Ja, FIONN LEGACY haben sogar extra einen eigenen kleinen Chor gegründet – der vor allem in den Refrains, hie und da aber auch in den Strophen zu hören ist.

Das klingt alles recht gut und ist es auch – aber eben (noch) nicht mehr. Sollten FIONN LEGACY wirklich in der Power Metal-Szene mithalten wollen, und das auch auf internationaler Ebene inklusive aller sich daraus ergebenden Vergleichsmöglichkeiten; werden sie noch an der ein oder anderen Schraube drehen müssen. Es beginnt damit, dass die sich auf den allgemeinen Sound des Albums auswirkenden Ergebnisse aus der Warte der Aufnahme, Abmischung und Produktion längst nicht perfekt sind (auch wenn man das von einer Independent-Produktion nicht unbedingt erwarten kann), zieht sich über den nicht gerade herausragenden und manchmal sogar explizit schief klingenden Leadsänger Rodrigo Espinosa – und mündet in der Tatsache, dass auch in Bezug auf die Instrumente noch einiges gehen könnte. Das gilt vor allem für das etwas zu dröhnend klingende, sonst aber eigentlich recht unspektakuläre SPIRIT OF DRYADS mit dem Gastauftritt von Vitor Veiga – und andererseits auch für das im direkten Vergleich absolut überladene THE TRAITOR; bei dem die Symbiose aus dem relativ grellen Gesang, dem laut scheppernden Schlagzeug und den so gesehen schwer zu verdauenden Elementen seitens des Keyboards (und des Chores) einfach nicht aufgeht.

Schlussendlich: für eine erste offizielle Werkschau eignet sich KNIGHTS OF THE SKY AND WIND durchaus, doch zu einem Dauerbrenner oder Geheimtipp kann es aufgrund der eben genannten Aspekte nicht avancieren. Freunde eines eher klassischen Power Metals der frühen 2000er Jahre sollten ruhig mal einen Blick riskieren, und wer weiß – vielleicht schaffen es FIONN LEGACY ja auf einem potentiellen zweiten Album, vollends zu überzeugen. Da dürften es dann auch gerne noch mehr Titel vom Schlage eines dezent an THY MAJESTY erinnernden THE LAST BATTLECRY sein – mit dem nötigen, noch nachzuholenden Feinschliff versteht sich.

Absolute Anspieltipps: KNIGHTS OF THE SKY AND WIND, VALLEY OF THE LIZARDS, THE LAST BATTLECRY


„Auch wenn der Held des Cover-Artworks bereits abgehoben ist – da ist noch ordentlich Luft nach oben.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.