Metal-CD-Review: WARKINGS – Reborn (2018)

Alben-Titel: Reborn
Künstler / Band: Warkings (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. November 2018
Land: International
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

The Viking – Bass
The Spartan – Drums
The Crusader – Guitars
The Tribune – Vocals

Track-Liste:

1. Give Em War (04:48)
2. Never Surrender (03:30)
3. Hephaistos (04:06)
4. Gladiator (04:17)
5. Holy Storm (04:25)
6. Battle Cry (04:24)
7. Fire Falling Down (03:37)
8. Sparta (03:27)
9. The Last Battle (04:36)
10. Die Flut (04:29)

Und die Geschichte ward wieder einmal neu geschrieben.

Nachdem sich die vier ominösen Gestalten der frisch im Jahre 2018 aufgestellten WARKINGS bereits in ihren beiden kürzlich veröffentlichten Musikvideos zu GLADIATOR und SPARTA vorgestellt hatten (siehe hier), ist es nun endlich soweit: REBORN steht der geneigten Hörerschaft ab sofort als erstes offizielles WARKINGS-Album in den Verkaufsregalen zur Verfügung. Dass dabei die Werbetrommel auch vom die Band beherbergenden Label NAPALM RECORDS kräftig gerührt wurde – und das unter anderem auch in Form einiger recht kurzweiliger Interviews – war eigentlich abzusehen. Immerhin inszeniert sich die Band (deren Mitglieder sich schlicht Viking, Spartan, Crusader und Tribun nennen) klar als eine jener Formationen, deren Konzept nur unter dem Vorbehalt eines gewissen Augenzwinkerns aufzugehen scheint. Das dass nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten muss, zeigt sich nicht zuletzt durch die Nähe zu jüngst durchgestarteten, sich in ganz ähnlichen Gefilden bewegenden Combos wie den BROTHERS OF METAL – und in der letztendlich von den WARKINGS an den Tag gelegten Sicherheit sowohl auf der stilistischen als auch handwerklichen Ebene.

Und die kommt nicht von ungefähr, denn: hinter den direkt mit dem Inhalt der Musik verbundenen historisch inspirierten Identitäten der Mitglieder stecken Namen, über die man als Genre-Fan früher oder später einmal gestolpert sein sollte. Allen voran natürlich Georg Neuhauser, der als (eine zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige) Totenkopf-Maske tragender Tribun nicht nur das Gesangszepter der WARKINGS in den Händen hält – sondern sich vornehmlich durch seine langjährige Erfahrung bei SERENITY einen Namen gemacht hat. Und gerade das macht unter Umständen auch den größten Reiz eines Band-Projektes wie den WARKINGS aus. Anders gesagt: alle vier Beteiligten Musiker haben einiges an Können in Petto und können eigentlich nicht über einen Mangel an musikalischen Projekten klagen – und dennoch lassen sich kaum zweimal bitten wenn es um ein Projekt wie dieses geht, bei dem sie einmal mehr aus ihrem (musikalischen) Alltag ausbrechen können. Gut, vielleicht nicht wirklich mit der von den WARKINGS angepeilten Spielart, die sich eltztendlich kaum von einem problemlos als typisch zu bezeichnenden europäischen Power Metal abhebt – aber immerhin mit dem gleichermaßen martialischen wie witzlenden und unterhaltsamen Erscheinungsbild samt Gebaren, dass speziell für Georg Neuhäuser in einem krassen Gegensatz zu seinen zumeist etwas ernsthafteren und emotionaleren Darbietungen bei SERENITY stehen sollte.

 Und so kann ein Album wie REBORN eigentlich nur für eines stehen: für einen größtmöglichen Spaßfaktor. Und das selbst wenn das bedeutet, dass gängige Genre-Klischees bis zu einem fast schon kritischen Grad ausgeschöpft werden. Die eher puristisch angehauchte Fraktion der Metalheads sowie Freunde größerer oder überhaupt nennenswerter Innovationen sollten daher lieber gleich einen großen Bogen um das Album machen – was auch für all jene gilt, die mit vergleichbaren Band-Projekten wie etwa TWILIGHT FORCE oder GLORYHAMMER so gut wie überhaupt nichts anfangen können. Für diejenigen, die dagegen nur auf eine schnelle Portion Spaß aus sind- und im besten Fall auch nichts dagegen haben, sich an der ein oder anderen Stelle mal dezent fremdzuschämen – könnte ein Album wie REBORN indes zu einer regelrechten Offenbarung werden. Denn, und wie gesagt: rein handwerklich, und auch im Sinne der technischen Komponente seitens der Aufnahme, Abmischung und Produktion ist einem Album wie diesem kaum etwas vorzuwerfen. Deutlich kritischer wird es erst – wobei das keine allzu große Überraschung ist – wenn man sich den Inhalten, der musikalischen Gestaltung und letztendlich auch der Güteklasse der einzelnen Titel widmet.

So gibt es auf REBORN grundsätzlich nichts zu holen, was man vorher nicht schon anderswo gehört hätte – und das unter Umständen auch in einer etwas glaubwürdigeren Form. Wie etwa bei den Kollegen von MANOWAR, denen das Artwork von REBORN sicher gefällt – oder bei so vielen anderen Combos, die sich aus welchen Gründen auch immer mit grundsätzlich eher klischeehaften historischen Inhalten beschäftigen. Oder vielleicht auch, sich diese entsprechend hinbiegen – was im Falle der WARKINGS natürlich ganz besonders zutrifft. Immerhin, eine derart wilde Kombination von Geschichten über die Kreuzzüge, die Gladiatoren, die Heldentaten der Spartaner und die Wikinger hat es so auch noch nicht gegeben. Andererseits spielt das letztendlich nur eine stark untergeordnete Rolle – die besungenen Inhalte und Schwerpunkte sind zumeist dieselben; was auch für die Stimmungen der einzelnen, sich gar nicht erst allzu markant voneinander unterscheidenden Titel gilt. Dennoch muss man zugeben, dass Titel wie der Opener GIVE EM WAR oder das mächtige THE LAST BATTLE den WARKINGS verdammt gut von der Hand gehen. Auch, da sie über die nötige und hier keinesfalls zu verachtende schwermetallische Komponente aus angenehm schroffen Riffs, einem antreibenden Drumming, netten Chören (oder eher Gangshouts), guten Soli und nicht zuletzt einem in fast jeder Hinsicht gelungenen Leadgesang verfügen.

Und dennoch hätte das Album noch so viel besser werden können – hätte man sich hie und da schlicht anders entschieden. Der Refrain von GLADIATOR beispielsweise hätte nicht ganz so offensichtlich als Hommage an die gute alte Titelmelodie der POWER RANGERS ausgelegt werden sollen, und warum die sogenannte Queen Of The Damned nicht wie in der Video-Version im mitreißenden Track SPARTA singt (oder eher growlt); bleibt ein Rätsel. Während man sich auch über die abschließende (und noch einmal alle Kitsch-Grenzen sprengende) Ballade DIE FLUT streiten könnte, sind es so vor allem die vielen im Mittelteil vertretenen Nummern, aus denen man noch deutlich mehr hätte machen können. Sei es drum – das Album ist wie es ist, und wird höchstwahrscheinlich ebenso viele Freunde wie Feinde für sich gewinnen. Solange die eigentlichen Bands der Mitglieder nicht darunter leiden, sollte aber alles in Ordnung sein.

Absolute Anspieltipps: GIVE EM WAR, SPARTA, THE LAST BATTLE


„Nicht herausragend, aber: der Spaß sei ihnen gegönnt.“

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