Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – Winter Is Here (A Holiday Rock Opera Pt. 2) (2018)

Alben-Titel: Winter Is Here – A Holiday Rock Opera Pt. 2
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. November 2018
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Louie Ryan – Vocals
Jacob Kaasgaard – Vocals, Instruments

Track-Liste:

1. Sound of Life (04:56)
2. Act I: The Kingdom, the Power and the Glory (02:12)
3. Heaven in My Arms (05:22)
4. Hosianna (05:08)
5. Winter Is Here (05:30)
6. The Lord’s Prayer (04:17)
7. Act II: We Wish You a Merry Christmas (01:11)
8. Santa Claus Is Comin‘ to Town (03:23)
9. Somewhere in My Memory (From „Home Alone“) (04:08)
10. Campanas de Belén (03:13)
11. Mele Kalikimaka (Hawaiian Christmas Song) (03:45)
12. Feliz Navidad (03:20)
13. O Holy Night (Symphonic Power Version) (05:00)
14. The Prayer (04:44)
15. Christmas Epilogue (04:35)
16. Piano Canon Improvisus (04:41)
17. Winter Is Here (Acoustic Version) (06:00)
18. Himlen i min famn (05:22)
19. Hosianna / Ack värmeland, du sköna (Swedish Version) (05:03)
20. Winter Is Here (Instrumental Version) (05:30)
21. O Holy Night (Acoustic Piano Version) (04:55)

Alle Jahre wieder kommt… nicht nur das Christuskind auf die Erde hernieder.

Dass ein breit gefächertes Genre wie das des Power Metals viele Menschen erreicht und sich dementsprechend auch mit vielen verschiedenen Themen auseinandersetzt, ist kein Geheimnis. So können heutzutage nicht länger nur epische Schlachten und Drachenkämpfe mit einem entsprechenden Soundtrack untermalt werden (und sei es nur vor dem geistigen Auge) – für beinahe jede erdenkliche (Alltags-)Situation findet sich irgendwo ein passendes musikalisches Gegenstück. Dass man sich dabei irgendwann auch etwas bekannteren Festivitäten widmen würde, war abzusehen – weshalb man in nicht wenigen Diskografien auch über die ein oder andere explizite Zugabe zum Weihnachtsfest stolpern könnte. Das Problem: zumeist handelt es sich dabei nur um reine Cover-Versionen bereits bekannter (manchmal auch: hinlänglich bekannter) Titel, auf die man so nicht unbedingt im Genre des Power Metals aus ist. Aber immerhin, einstweilen kann auch mal ein interessanteres Experiment entstehen – wie etwa bei A HERO FOR THE WORLD, die 2013 ihr Weihnachtsalbum WINTER IS COMING – A HOLIDAY ROCK OPERA (siehe Review) veröffentlichten. Und, die dabei recht gut abschnitten – selbst oder gerade in Anbetracht der Tatsache, dass von der Titelwahl über den Leadgesang bis hin zur Produktion nicht alles perfekt war. Manchmal – aber auch nur manchmal – können gewisse Sympathiepunkte schließlich über gewisse Schwächen hinwegtrösten.

Nun aber schreiben wir das sich bald dem Ende nähernden Jahr 2018, und Jacob Kaasgaard (der eigentliche Kopf und mittlerweile offenbar höchstselbst alle Instrumente bedienende Frontmann von A HERO FOR THE WORLD) sowie seine nicht-nur-Gesangspartnerin Louie Ryan haben sich erneut gedacht, dass es mal wieder an der Zeit wäre für ein Weihnachtsalbum. Selbiges horcht auf den Titel WINTER IS HERE – A HOLIDAY ROCK OPERA PART 2, und knüpft in etwa da an, wo die zumindest herkunftstechnisch exotischen Power Metaller 2013 aufgehört hatten. Dezent problematisch ist indes, dass die einstigen Genre-Hoffnung von den Philippinen in der Zwischenzeit noch einige weitere Alben an den Start gebracht hat – wobei es diese gelinde gesagt kaum vermochten, den Status der Band als potentieller Aufsteiger weiter zu festigen. Eher ist das Gegenteil der Fall, leider – weshalb auch das neuste Weihnachts-Werk unter einem alles andere als guten Stern steht. Und das trotz des soliden, mittlerweile 5 Jahre alten direkt-Vorgängers mitsamt all seiner Sympathie-Bonuspunkte.

Schließlich sind die mittlerweile relativ restlos verflogen – haben A HERO FOR THE WORLD ihre Chance einfach nicht genutzt, und sich mehr und mehr zu einer absoluten B-Combo entwickelt. Einer Combo, die nicht einmal mehr gängige Genre-Standards erfüllen geschweige denn für eine echte positive Überraschung sorgen kann. Warum genau das so ist (oder eher: sich so entwickelt hat) ist natürlich eine andere Frage, aber: es geht schlicht auf keine Kuhhaut mehr, was Jacob Kaasgaard da für seine potentielle Hörerschaft in Petto hat. Anders gesagt: nach dem bereits absolut enttäuschenden eigenständigen Album WEST TO EAST PART 1 (von dem es sogar mehrere Versionen gibt, ein zusammenfassendes Review gibt es hier) macht auch WINTER IS HERE nicht viel mehr, als dem geneigten Genre-Fan einen Haufen absolut belangloser Nummern vor die Füße zu werfen – und eventuell auch die Haare zu Berge stehen zu lassen. Um das festzustellen, muss man übrigens nicht erst expliziter Gegner einer Kombination von Weihnachten und Power Metal sein – es reicht, sich voll und ganz auf die rein klangliche Komponente zu fokussieren. Und eventuell in wohligen Erinnerungen an die ‚alten‘ A HERO FOR THE WORLD sowie eventuell noch PELLEK oder ORION’S REIGN zu schwelgen, die sich ebenfalls schon auf so manch winterlich-weihnachtlichem Schauplatz ausgetobt haben.

Kurz gesagt: auf WINTER IS HERE scheint so einiges nicht zu stimmen. Seien es der arg künstlich-generische Drumsound, der so gut wie nicht vorhandene Bass, die protzig-klischeehaften Elemente seitens des Keyboards oder die allgemein flache Produktion – der Sound von A HERO FOR THE WORLD lässt auf vielerlei Ebenen zu wünschen übrig. Am gravierendsten aber hat es Leadsänger Jacob Kaasgaard selbst getroffen – hört man den in die höchsten Stimmlagen ausufernden ACT I (die Nummer 2 auf dem Album) oder die rein sprachlich und akzent-technisch höchst problematischen Titel CAMPANAS DE BELEN und FELIZ NAVIDAD, ist klar dass man nicht länger nur von einer Geschmacksfrage sprechen kann. Schließlich ist das, was er hier letztendlich abliefert; nicht nur unter alle (Gesangs-)Kanone – es strapaziert zusätzlich auch noch Nerven, von denen man gar nicht wusste das sie existieren. Sicher mag das hart klingen – doch eigentlich ist es nur gut gemeint, denn: sollten A HERO FOR THE WORLD weitermachen, muss unbedingt ein neuer Leadsänger her.

Ob das viel ändern wird, stünde allerdings weiterhin in den Sternen – schließlich würde es in Bezug auf einfach nur peinliche Titel wie die poppige Cover-Version zu SANTA CLAUS IS COMING TO TOWN, das bereits bekannte und selbst im Gesangsduett höchst problematische SOMEWHERE IN MY MEMORY oder die gar nicht mal so kraftvolle sondern eher penetrante Symphonic Power Version von O HOLY NIGHT ebenfalls nicht mehr viel reißen. Und überhaupt, wie sollte ein Album wie WINTER IS HERE wohl am besten abgeschlossen werden ? Richtig, mit einem Titel wie dem CHRISTMAS EPILOGUE – der die Highlights der Schlechtigkeiten des Albums noch einmal grob zusammenfasst. Über seine musikalische Zukunft nachdenken respektive einige einschneidende Änderungen vornehmen sollte Jacob Kaasgaard in jedem Fall – denn so kann es einfach nicht weitergehen.

Absolute Anspieltipps: /


„Sicher, reine Cover-Alben sind selten besonders geistreich. In diesem Fall aber werden zusätzliche Grenzen gesprengt – und das zur eigentlich besinnlichen Weihnachtszeit.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.