Metal-CD-Review: POWERWOLF – The Sacrement Of Sin (2018)

Alben-Titel: The Sacrament Of Sin
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2018
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Charles Greywolf – Bass, Guitars
Matthew Greywolf – Guitars
Falk Maria Schlegel – Keyboards
Attila Dorn – Vocals
Roel van Helden – Drums

Track-Liste:

1. Fire & Forgive (04:30)
2. Demons Are a Girl’s Best Friend (03:38)
3. Killers with the Cross (04:09)
4. Incense and Iron (03:57)
5. Where the Wild Wolves Have Gone (04:13)
6. Stossgebet (03:53)
7. Nightside of Siberia (03:53)
8. The Sacrament of Sin (03:26)
9. Venom of Venus (03:28)
10. Nighttime Rebel (04:03)
11. Fist by Fist (Sacralize or Strike) (03:32)

Und ab mit Dir ins Stossgebet.

Ja, sie heulen wieder – die Wölfe oder eher die nicht minder blutrünstigen Musiker von POWERWOLF, die mit THE SACRAMENT OF SIN ihr mittlerweile siebtes offizielles Studioalbum vorlegen. Ein Album, das einer zugegebenermaßen ebenso hochkarätigen wie höchst interessanten Diskografie entspringt – die mit RETURN IN BLOODRED (siehe Review) vor gut 13 Jahren ihren vielversprechenden Anfang nahm. Eines muss man POWERWOLF dabei in jedem Falle zugute halten, und das ganz unabhängig davon ob man sie respektive ihre Musik schätzt oder nicht: die Jungs um den stimmgewaltigen Frontmann Attila Dorn sind sich selbst beziehungsweise ihrer Musik stets treu geblieben, und haben sich dementsprechend auch noch nie großartig von anderen in ihr Schaffen hineinreden lassen. Dass POWERWOLF seit ihrem PREACHERS OF THE NIGHT (Review) beim großen Label Napalm Records unter Vertrag stehen, tat dem ebenso qualitativen wie unverkennbaren Soundoutput der Band ebenfalls keinen Abbruch – vielmehr führte es zu einer noch größeren Fangemeinde, die die Wölfe auch bei ihren ebenfalls nicht zu verachtenden Live-Auftritten stets tatkräftig unterstützen.

Natürlich stellt sich gerade bei einer Band wie POWERWOLF – oder auch einer verdammt starken, aber eben auch nicht allzu variablen Diskografie wie der vorliegenden – die Frage, inwiefern die Band das bisher erreichte beziehungsweise das in Tonträgern gemeißelte Material noch toppen könnte. Wie sich wieder einmal zeigt, fällt die Antwort in Form des vorliegenden THE SACRAMENT OF SIN eher simpel aus: POWERWOLF brauchen nicht viel, und schon gar nicht viel neues um die hiesige Gemeinde zu überzeugen respektive zum wiederholten Male ein echtes Brett vorzulegen. Es genügt das hauptsächliche musikalische Konzept, dass offenbar noch lange davor gefeit ist sich abzunutzen – und selbstverständlich auch die erschreckenderweise immer weiter wachsende Fähigkeit der Band, durch ein möglichst effektives Songwriting Massen zu bewegen. Dass das Ganze dabei noch immer so gut klingt – und THE SACRAMENT OF SIN eben keine bloße Wiederholung der vorangegangenen Stimmungen der bisherigen POWERWOLF-Alben ist  – markiert eine der größeren Überraschungen an und auf dem neuen Album, dass sich von seiner Atmosphäre und Wirkungskraft nicht vor dem bereits großartigen BLESSED & POSSESSED (Review) aus dem Jahre 2015 verstecken muss. Eher im Gegenteil…

Anders gesagt: wie man es auch dreht und wendet, POWERWOLF sind stets für eine Überraschung gut. Und das weniger in Bezug auf die Gestaltung und Inhalte der einzelnen Titel – als vielmehr die Tatsache, dass sie so verdammt gut funktionieren. Denn: sei es ein Brecher wie FIRE & FORGIVE (der als Opener die Marschrichtung vorgibt und passenderweise auch als Videosingle ausgekoppelt wurde), eine melodische und fast schon automatisch kultige Hymne wie KILLERS WITH THE CROSS, ein sich ganz in der Tradition von Titeln wie KREUZFEUER bewegender deutschsprachiger Einschub in Form des mächtigen und wie nicht selten zweideutigen STOSSGEBET oder ein Paukenschlag von der Kraft eines VENOM OF VENUS – langweilig wird es auf einem Album wie diesem wahrlich nicht. Und das auch oder gerade weil sich POWERWOLF gefühlt niemals zurückhalten und stets aus dem absoluten (musikalischen) Vollen schöpfen, auch oder gerade in Bezug auf die Soli – was dank der enorm ausgewogenen und druckvollen Produktion für einen perfekten Klangtransport in die in diesem Falle verwöhnten Gehörgänge sorgt.

Neben dem für die Band typischen, man könnte ihn als kirchlich-sakral angehauchten Sound mit einer etwas anderen inhaltlichen Auslegung und einer großzügigen orchestralen Komponente bezeichnen; steht dabei natürlich insbesondere Leadsänger Attila Dorn an der vordersten Front im Sinne des großen Wiedererkennungswertes der Band – wobei gerade der einen derart überzeugenden (und vor allem prägnanten) Job macht, dass es eine wahre Freude ist. Tatsächlich fällt es schwer, dem Album überhaupt irgendetwas anzulasten – denn selbst die bei den ersten Durchgängen noch nicht ganz so unmittelbar zündenden Nummern wie DEMONS ARE A GIRL’S BEST FRIEND oder die explizite Ballade WHERE THE WILD WOLVES HAVE GONE erweisen sich als überaus angenehm. Vor allem natürlich, wenn es um die (vielleicht nicht ganz unwichtigen) Ruhepole des Albums geht. Die Tatsache oder zumindest die nicht gänzlich von der Hand zu weisende Feststellung, dass sich auf THE SACRAMENT OF SIN einige Parallelen zu den Kollegen von SABATON ergeben (Beispiel: INCENSE AND IRON), ist indes kaum als Negativkriterium zu werten – zumal es sich im Rahmen hält, und rein gar nichts an der immensen Wirkungskraft des Albums ändert. Es bleibt zu sagen: mit ihrem neuen Album haben POWERWOLF wieder einmal für einen absoluten Pflichtkauf gesorgt, und nebenbei einen der heißesten Anwärter auf den Genre-Thron des Jahres 2018 abgeliefert. Wer hier nicht zuschlägt, ist selber Schuld.

Absolute Anspieltipps: FIRE & FORGIVE, KILLERS WITH THE CROSS, STOSSGEBET, VENOM OF VENUS, FIST BY FIST


„Das grenzt doch glatt an Hexerei.“

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