Metal-CD-Review: DOMINE – Ancient Spirit Rising (2007)

Alben-Titel: Ancient Spirit Rising
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 12. Februar 2007
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Riccardo Paoli – Bass
Stefano Bonini – Drums
Riccardo Iacono – Keyboards
Enrico Paoli – Guitars
Morby – Vocals

Track-Liste:

1. The Messenger (06:24)
2. Tempest Calling (05:59)
3. The Lady of Shalott (09:14)
4. I Stand Alone (After the Fall) (04:28)
5. Ancient Spirit Rising (09:28)
6. On the Wings of the Firebird (06:32)
7. Another Time, Another Place, Another Space (07:10)
8. Sky Rider (04:56)
9. How the Mighty Have Fallen (07:42)

Ein Aufstieg in ungeahnte Sphären ?

ANCIENT SPIRIT RISING ist das fünfte offizielle Studioalbum aus der italienischen Power Metal-Schmiede DOMINE. Aus einer vergleichsweise starken und musikalisch prägnanten, sollte man wohl sagen – schließlich schien die bereits 1983 (!) ins Leben gerufene Combo auf dem besten Wege zu sein, den ein oder anderen Rekord aufzustellen. Und, das versteht sich von selbst; dabei auch eine handvoll höchst gelungener Alben abzuliefern – von denen insbesondere das 1999 erschienene DRAGONLORD (siehe Review) sowie das 2001 nachgeschobene STORMBRINGER RULER (Review) noch lange nachhallen sollten. Nach dem etwas zumindest im direkten Diskografie-Vergleich etwas schwächeren EMPEROR OF THE BLACK RUNES (Review) erschien 2007 dann ANCIENT SPIRIT RISING, das heute zu Rezensionszwecken vorliegt. Gleichzeitig handelt es sich um das bis heute aktuellste Album der Italiener, die direkt nach der Produktion in eine Art Kältestarre verfielen – und das aus bisher ungeklärten Gründen. Immerhin: mittlerweile scheint die Band wieder etwas aktiver zu sein, von einer Auflösung scheint keine Rede – sodass man gespannt sein darf, ob DOMINE eines Tages doch noch mit ihrem sechsten Album um die Ecke kommen werden.

Bis es soweit ist, bleibt einem indes nicht viel mehr als die illustre Diskografie der Italiener zu durchstöbern. Eventuell ja auch, um das mit 9 Titeln bestückte und mit einer Gesamtspielzeit von einer guten Stunde ausgestattete ANCIENT SPIRIT RISING für sich zu entdecken. Zweifelsohne handelt es sich hierbei um ein Album, das etwas anders ist als die bisherigen DOMINE-Werke – und das nicht nur, da die berühmte (und zugegebenermaßen nicht gerade hübsche) Band-´Figur mit ihrer unverkennbaren Fratze nicht mehr im Mittelpunkt des Artworks steht. Vielmehr scheint sie das zeitliche gesegnet zu haben, was sicher auch den Alben-Titel erklärt – und vielleicht ja auch, warum sich DOMINE auf ihrem fünften Album etwas experimenteller inszenierten als noch zuvor. Ob sie selbiges allerdings wirklich im Sinne eines qualitativen Aufstiegs taten, sei einmal dahingestellt – denn gänzlich vor Schwächen gefeit ist ANCIENT SPIRIT keineswegs. In Anbetracht einer vergleichsweise hochkarätigen Gesamt-Diskografie wie der von DOMINE fällt das natürlich zusätzlich auf – auch wenn es nach dem Einlegen des Silberlings noch etwas dauert, bis die ersten wirklichen Streitpunkte auftauchen.

Denn: sowohl der Opener THE MESSENGER als auch das flotte TEMPEST CALLING sind zwei typische DOMINE-Gassenhauer, die wie so oft auf ein bestmögliches Zusammenspiel der Instrumente und den Einsatz des unverkennbaren Frontmanns Adolfo Morviducci aka Morby abzielen – was im Hinblick auf die schroffen Gitarren, den deutlich hörbaren Bass und den gewohnt wuchtigen bis epischen Anspruch auch relativ tadellos gelingt. Mit dem überlangen THE LADY OF SHALOTT indes brechen DOMINE erstmals deutlicher mit ihrer bisherigen Tradition – und präsentieren dem Hörer eine zutiefst gewöhnungsbedürftige Mixtur aus einer Ballade und – man will es eigentlich kaum aussprechen – einer Art Musical-Soundtrack. Der kaum aneckende, auffällig seichte Auftakt und die späteren Chorgesänge jedenfalls sprechen klar dafür – und weisen dezent darauf hin, dass nicht alles was DOMINE anfassen automatisch zu Gold wird. Das hie und da doch noch etwas mehr Feuer eingestreut wird, und das hauptsächlich seitens des Schlagzeugs; macht es schließlich auch nicht mehr viel besser. Unglücklicherweise ist jene Nummer aber noch nicht das Ende der qualitativ höchst diskutablen Fahnenstange – denn auch das folgende I STAND ALONE hat trotz seines immensen Tempos Tendenzen, die DOMINE einfach nicht gut zu Gesicht stehen. Der abermals Musical-artige Chorgesang sowie die generell eher schwachen Lyrics jedenfalls wollen einfach nicht so recht zur bisherigen, manche nennen sie mächtigen Diskografie der Italiener passen.

Entsprechend wenig verwunderlich ist demnach, dass auch der Titeltrack ANCIENT SPIRIT RISING die bisher gewonnen Eindrücke nicht mehr wirklich konterkarieren kann – und das bei einer Spieldauer von satten 9 Minuten. Stellenweise wirkt und klingt es gar so, als wären DOMINE hier einfach nicht sie selbst – was sowohl für die plötzlich arg langatmig erscheinende, man ist geneigt zu sagen dahindudelnde instrumentale Komponente als auch den wie aus dem Nichts an Alessio Garavello erinnernden Adolfo Morviducci gilt. Sicher, beides sind gute bis hervorragende Genre-Künstler – doch der Domine-Frontmann klang einfach deutlich besser, wenn er in tieferen Lagen und mit etwas mehr feurig-variabler Inbrunst sang. Und es geht weiter: während eine Combo wie ANGRA sicher mehr aus einer Nummer wie ON THE WINGS OF THE FIREBIRD hätte machen können, schweifen die Italiener auch mit den verbleibenden Titeln deutlich ab. Und das zumeist in Gefilde, die man so einfach nicht von der ehemals ebenso kraftvollen wie einzigartigen Combo gewohnt ist – und die man sich wenn überhaupt eher bei anderen Bands vorstellen könnte. Was das Album gerade noch im Mittelmaß hält, ist die wie immer hervorragende handwerkliche Komponente und die grundsätzlich keine Wünsche offenlassende Abmischung und Produktion – doch davon, und mit Ausnahme einiger vereinzelter Nummern sollte man besser nicht zu viel erwarten oder lieber gleich zu den anderen DOMINE-Alben greifen.

Absolute Anspieltipps: THE MESSENGER, TEMPEST CALLING


„Nach den bisherigen DOMINE-Alben eine ebenso herbe wie unerwartete Enttäuschung, leider.“

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