Metal-CD-Review: ALBION – Buried Souls (2018)

Alben-Titel: Buried Souls
Künstler / Band: Albion (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Juli 2018
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

David Newton – Everything
Celine Kalante – Guest Vocals (#3)
PepperCoyote – Guest Vocals (#11)

Track-Liste:

1. Once Upon a Time (02:06)
2. Undertale (06:19)
3. Kill or Be Killed (04:46)
4. Delta Rune (04:52)
5. Seven Human Souls (07:03)
6. Of Man and Machine (04:24)
7. Lost Symbols (05:38)
8. A Tale from Down Below (04:15)
9. Save Our Souls (06:01)
10. Voices from the Underground (06:04)
11. Asriel Must Be Saved (15:54)

Manchmal muss man einfach tiefer graben.

Aktuell gibt es ziehmlich genau 4 Genre-Combos mit dem Namen ALBION – von denen allerdings nur eine wirklich aktiv zu sein scheint. Und die kommt in Form des eher ungewöhnlichen musikalischen Projekts von David Newton daher – der in den letzten Jahren sowohl einige kleinere Veröffentlichungen als auch vollwertige Alben auf den (virtuellen) Markt gebracht hat. So kann man sich auf der hiesigen Bandcamp-Seite ein genaueres Bild von ALBION machen – was man vielleicht auch sollte. Schließlich fällt es nicht ganz leicht, den Stil der Band oder eher des Ein-Mann-Projektes zu beschreiben – erst Recht nicht in Anbetracht der bisherigen Diskografie, die wie sich zeigt recht bunt ausfällt. Wobei, und vielleicht ist das eine kleine Hilfe; David Newton (der alle Instrumente selbst einspielt und sich auch für den Leadgesang bei ALBION verantwortlich zeichnet) in Anbetracht seiner Ambitionen von einem sogenannten Amiga Metal spricht. Im Grunde genommen scheint es das auch recht gut zu treffen – wofür nicht nur das Cover-Artwork mit seinem niedlichen Herzchen-Schriftzug Pate steht, sondern auch das hinter der Band und speziell BURIED SOULS stehende Konzept. Für selbiges hat sich David Newton schließlich – und wie sollte es anders sein – von einem Computerspiel inspirieren lassen (das 2015 erschienene UNDERTALE, siehe Link).

Wie gut oder schlecht ALBION mit ihrem ersten überraschend eindeutig dem Power Metal zuzuordnenden Album abschneiden, bleibt indes nicht lang ein Geheimnis. Fakt ist: von einem oberflächlichen, belanglosen oder gar lieblos dahingeschluderten Album zu sprechen, trifft es nicht wirklich – auch wenn manche genau das vermuten würden und der erste Eindruck tatsächlich noch nicht allzu viel reißt. Speziell mit Nummern wie dem Opener UNDERTALE, KILL OR BE KILLED, DELTA RUNE oder OF MAN AND MACHINE aber hat es David Newton irgendwie geschafft, vieles von dem in seiner Musik zu verarbeiten was gute Power Metal-Titel ausmacht. Natürlich klingt das recht hoch gestochen und trifft hier auch nur eingeschränkt zu – und dennoch ist ALBION die Überraschung allein damit gelungen. Denn: schon jetzt können sie mit einem Album wie BURIED SOULS andere, im weitesten Sinne vergleichbare (Hobby-)Projekte auffällig problemlos in den Schatten stellen. Vermutlich könnten sie es sogar mit so manch alteingesessener Combo aufnehmen – wenn, ja wenn sie nur noch etwas mehr in Richtung eines ausgewogeneren, professionelleren und schlicht besser inszenierten Sounds unternehmen könnten. Und: dabei vielleicht noch ein paar Gastsänger engagieren, die im besten Fall ebenfalls Computerspiel-Fans sind – eben so, wie es MARIUS DANIELSEN oder etwa ALDARIA vormachen.

Anders gesagt: auch wenn David Newton nicht der beste Sänger ist – und beispielsweise einige Probleme damit hat, sowohl den nötigen stimmlichen Druck zu erzeugen als auch wirksam Emotionen zu vermitteln – hätte aus BURIED SOULS noch viel mehr werden können als es schon jetzt der Fall ist. Gute bis hervorragende Ansätze sind jedenfalls reichlich vorhanden – wie beispielsweise in Bezug auf das äußerst variable Gitarrenspiel, den gut inszenierten Bass, das überraschend organisch klingende Drumming, die stimmigen Hintergrundchöre oder die abwechselnden Stimmungen aus sich langsam aufbauenden und in den Refrains schier melodisch explodierenden Songstrukturen. Dass BURIED SOULS überdies vergleichsweise selten respektive wenn nur äußerst dezent auf das Keyboard zurückgreift, ist eine weitere und nur allzu gerne angenommene Maßnahme. Demnach bleibt vornehmlich eines zu sagen: gebt dem Mann ein Studio. Alles andere wäre gerade in Anbetracht des offensichtlich vorhandenen musikalischen Talents, des Ideenreichtums und der Fähigkeit aus einem unscheinbaren Ansatz etwas vergleichsweise inspirierendes zu erschaffen; reichlich schade. ALBION weiterhin im Auge zu behalten sollte jedenfalls nicht das schlechteste sein, was man aktuell machen kann.

Absolute Anspieltipps: UNDERTALE, KILL OR BE KILLED, DELTA RUNE, OF MAN AND MACHINE

„Mutig, und trotz kleinerer Schwächen in vielerlei Hinsicht gelungen.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: ALBION – Buried Souls (2018)

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