Metal-CD-Review: DOMINE – Emperor Of The Black Runes (2004)

Alben-Titel: Emperor Of The Black Runes
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Februar 2004
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Riccardo Paoli – Bass
Stefano Bonini – Drums
Riccardo Iacono – Keyboards
Enrico Paoli – Guitars, Vocals (choirs)
Morby – Vocals

Track-Liste:

1. Overture Mortale (Intro) (01:09)
2. Battle Gods (of the Universe) (04:58)
3. Arioch, the Chaos Star (05:06)
4. The Aquilonia Suite – Part I (11:01)
5. The Prince in the Scarlet Robe (The Three Who Are One – Part I) (06:53)
6. Icarus Ascending (06:29)
7. The Song of the Swords (05:41)
8. The Sun of the New Season (An Homecoming Song) (08:41)
9. True Believer (05:58)
10. The Forest of Light (03:28)

Ein Feldzug der allemal überzeugenden Sorte.

Nein, wirklich hübsch waren die Cover zu den DOMINE-Alben noch nie. Dass das vorliegende, 2004 erschienene vierte Studioalbum EMPEROR OF THE BLACK RUNES den diesbezüglichen Vogel sogar noch einmal abschießt; muss indes nicht viel bedeuten. Immerhin hatten sich die Italiener mit ihren vorherigen Alben alles andere als die Blöße gegeben – und sich zu einer starken Power Metal-Combo entwickelt, mit der man um die Jahrtausendwende herum einfach rechnen musste. Alben wie DRAGONLORD (siehe Review) und STORMBRINGER RULER (Review) sollten jedenfalls in keiner gut sortierten Genre-Sammlung fehlen – so klischeehaft und vorhersehbar die dahinterstehenden Konzepte auch erscheinen mögen. Dabei zeigte sich gerade im Falle einer Band wie DOMINE, dass es sich durchaus lohnt einmal genauer hinzuschauen – und entsprechende Äußerlichkeiten (wie etwa auch die zutiefst gewöhnungsbedürftigen Artworks) einfach mal gekonnt zu ignorieren. Entsprechend wenig überraschend war und ist in jedem Fall, dass auch EMPEROR OF THE BLACK RUNES keinen nennenswerten Keil in die grundsätzlich hervorragende Diskografie der Italiener getrieben hatte – und mit seinem überschwänglichen Konzept sowie der für DOMINE typischen Gangart irgendwo zwischen einer ordentlichen Portion Pomp und einer noch größeren Portion Kraft alle Fans der Combo zufriedenstellen sollte. Und sicher auch generelle Freunde eines zünftigen italienischen Power Metals, der mit frühen Bands wie DRAKKAR ganz ähnliche und durchaus mit DOMINE vergleichbare Genre-Combos anzubieten hatte.

Allerdings, und diesen Vorwurf muss man EMPEROR OF THE BLACK RUNES unter Umständen machen: ganz so frisch, feurig und gnadenlos stampfend wie seine Vorgänger ist das Album dann doch nicht ausgefallen, was man schon mit dem dezent überzeichneten Intro OVERTURE MORTALE sowie dem Opener BATTLE GODS feststellen wird.  Zwar hatten sich DOMINE diese Messlatte durch allerlei denkwürdige Auftakte (wie zuletzt etwa mit dem furiosen THE HURRICANE MASTER) quasi selbst auferlegt – doch ein wenig mehr wäre sicher auch hier drin gewesen. Zumal die symphonischen Ausstaffierungen in BATTLE GODS nicht unbedingt das gelbe vom Ei sind, was auch für die hier ausnahmsweise mal eher plump wirkenden Chöre gilt – und DOMINE ihre Stärken weiterhin in der lebhaften Auslegung des Zusammenspiels aus wunderbar frickelnden Gitarren, einem antreibenden Schlagzeug und der unverkennbaren Leadstimme von Morby hatten. Der Bass wird in diesem Zusammenhang nicht explizit erwähnt, was man EMPEROR OF THE BLACK RUNES ebenfalls anlasten könnte – hier wurde einiges zugunsten eines noch, man nenne es voluminöseren Sounds links liegen gelassen.

Und das ist vermutlich auch das größte Problem des Albums: es klingt stellenweise einfach etwas zu aufgeblasen, und Nummern wie ICARUS ASCENDING oder THE SONG OF THE SWORDS kommen schlicht mit zu vielen ungünstigen bis dezent nervigen Elementen daher. Zwar ist es angenehm zu hören, dass DOMINE mit Maßnahmen wie diesen eine dezente Weiterentwicklung ihres Sounds angestrebt hatten – doch wenn dafür die ursprünglich so einzigartige, schlicht unwiderstehlich packende und mitreißende Gesamtwirkung des Liedguts auf der Strecke bleibt; ist klar wofür man sich eher entscheiden würde. Geht man noch weiter ins Detail und vergleicht etwa die Gesangsdarbietung von Morby mit den vorherigen, wären theoretisch auch hier einige Abstriche zu machen (was sicher auch für einen explizit balladesken Einschub wie THE FOREST OF LIGHT gilt), doch davon soll an dieser Stelle abgesehen werden. Und das auch, da EMPEROR OF THE BLACK RUNES trotz allem ein gutes bis sehr gutes Power Metal-Album geworden ist. Eines, dass den Vergleich mit den Werken anderer Genre-Combos keineswegs scheuen muss – und mit Titeln wie THE AQUILONIA SUITE oder TRUE BELIEVER noch immer einige waschechte Kracher im Gepäck hat. Lediglich im Vergleich mit den vorherigen drei Alben muss es dezent hintenan stehen – trotz der wahrlich sagenhaften Ideen-Konstrukte und der neuerlichen weiblichen Gesangsunterstützung in zumindest zwei Titeln.

Absolute Anspieltipps: BATTLE GODS, THE AQUILONIA SUITE, TRUE BELIEVER


„Kommt nicht ganz an die Vorgänger heran – viel falsch machen kann man aber auch hier nicht.“

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