Metal-CD-Review: DOMINE – Stormbringer Ruler (The Legend Of The Power Supreme) (2001)

Alben-Titel: Stormbringer Ruler – Legend Of…
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Januar 2001
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Morby – Vocals
Enrico Paoli – Guitars
Riccardo Paoli – Bass
Riccardo Iacono – Keyboards
Stefano Bonini – Drums

Track-Liste:

1. The Legend of the Power Supreme (01:30)
2. The Hurricane Master (04:32)
3. Horn of Fate (The Chronicles of the Black Sword – The End of an Era Part 2) (07:33)
4. The Ride of the Valkyries (07:15)
5. True Leader of Men (06:19)
6. The Bearer of the Black Sword (The Chronicles of the Black Sword – The End of an Era Part 1) (07:21)
7. The Fall of the Spiral Tower (06:14)
8. For Evermore (The Chronicles of the Black Sword – The End of an Era Part 3) (06:24)
9. Dawn of a New Day – A Celtic Requiem (The Chronicles of the Black Sword – The End of an Era Part 4) (10:58)

Wenn die Herrschaft über Drachen nicht ausreicht.

Ja, die Italiener von DOMINE hatten nicht unbedingt einen guten Start. Zumindest keinen, den man so hätte erwarten können – wofür allein die lange Wartezeit von immerhin 14 Jahren steht, die die Band seit ihrer Gründung bis hin zum Debütalbum CHAMPION ETERNAL (siehe Review) verstreichen ließ. Doch offenbar musste die Zeit erst reif werden für die Italiener respektive ihre Musik, mit der DOMINE in den späten 90ern Jahren auf einen äußerst fruchtbaren Boden stießen – und das nicht nur in ihrem Heimatland Italien. Sicher, das Debütalbum hatte seine Schwächen; und das vor allem in Bezug auf die akustische Qualität der heroisch angehauchten Inszenierung – doch spätestens mit dem Zweitwerk DRAGONLORD (siehe Review) konnten derlei Probleme vollständig aus dem Weg geräumt werden. Wie man heute weiß, wurde es daraufhin aber noch lange nicht still um DOMINE; die schlicht ihr musikalisches Ding durchzogen und sich nicht wirklich um das scherten was all die anderen Genre-Bands fabrizierten – sodass mit dem dritten offiziellen Studioalbum STORMBRINGER RULER gewissermaßen zu rechnen war.

Entsprechend wenig überraschend ist, dass das Album in etwa dort ansetzt wo man mit und auf DRAGONLORD aufgehört hatte – wobei man aber keineswegs von einem Wiederholungseffekt im negativen Sinne ausgehen sollte. Anders gesagt: auch wenn STORMBRINGER RULER zweifelsfrei als DOMINE-Release zu identifizieren ist und einige der hier vertretenen Nummern genauso gut auf dem Vorgänger hätten Platz finden können, stellen sich dennoch kaum Ermüdungserscheinungen ein. Schließlich macht schon der Auftakt des Albums klar, wohin die Reise gehen soll: während das eigentliche Intro THE LEGEND OF THE POWER SUPREME bereits ordentlich Stimmung macht (und in der Retrospektive dezent an DRAGONLAND’s Intro zu UNDER THE GREY BANNER erinnert); gelang den Italienern mit THE HURRICANE MASTER eine ihrer wohl schlagkräftigsten Nummern überhaupt. Die hier präsentierte Energie, Spielfreude und auch Sangeslust seitens des sich alles andere als zurückhaltenden Leadsängers Adolfo Morviducci aka Morby wird man jedenfalls nur allzu gerne annehmen – und das vermutlich auch dann, wenn man der italienischen Power Metal-Szene schon immer ein wenig skeptisch gegenübersteht.

Das sich DOMINE aber nicht nur wiederholten oder versuchten Abwandlungen des immer gleichen musikalischen Schemas an den Mann zu bringen, zeigt sich mit Nummern wie HORN OF FATE (das eine für die Italiener typisch mitreißende bis extrem hymnische Wirkung etablieren kann, im Refrain aber etwas andere Wege geht), dem vergleichsweise ruhig-stampfenden sowie mit einigen klassischen Bezügen und symphonischen Verzierungen ausgestatteten THE RIDE OF THE VALKYRIES, dem von einer längeren Akustik-Passage eingeleiteten THE BEARER OF THE BLACK SWORD oder dem gesanglich erfrischenden THE FALL OF THE SPIRAL TOWER. Während TRUE LEADER OF MEN problemlos als weiterer hochkarätiger DOMINE-Brecher durchgeht, offenbaren sich mit FOR EVERMORE und DAWN OF A NEW DAY dann aber die vielleicht einzigen wirklichen Knackpunkte des Albums. Der Grund dafür ist schnell gefunden: im ersten Fall haben DOMINE zum ersten Mal in ihrer Bandgeschichte nicht davor zurückgeschreckt, eine waschechte Ballade zu inszenieren – und dazu noch eine, die grundsätzlich alle typischen Genre-Klischees bedient. Immerhin, einen in jedem Fall positiven Aspekt hat das Ganze: man bekommt erstmals auch eine gänzlich andere Seite von Leadsänger Adolfo Morviducci zu Gesicht, der den hier dargebotenen Stimmen-Spagat überraschend vorzüglich meistert. Im zweiten Fall dagegen haben DOMINE schlicht etwas zu viele Durststrecken eingebaut, und die albern gesprochene Einleitung hätte ebenfalls nicht sein müssen.

Schlussendlich: mit ihrem STORMBRINGER RULER haben sich DOMINE alles andere als die Blöße gegeben. Einfach und schlicht ausgedrückt bedeutet das vornehmlich eines: wer schon dem Vorgänger DRAGONLORD eine gewisse Wertschätzung gegenüberbringen konnte, wird auch mit dem dritten Album der Italiener glücklich werden. Und das beinahe wunschlos, zumal auch dieses Mal absolut keine Schwächen in Bezug auf die Handhabung und klangliche Präsentation der Instrumente, die Abmischung oder andere Sound-relevante Aspekte festzustellen sind. An die generelle Ausreizung diverser Klischees, die überladenen Alben- und Titelbezeichnungen sowie die stets nicht gerade ansehnlichen Alben-Artworks wird man sich dann wohl auch noch gewöhnen können… vielleicht auch, da sie einfach typisch DOMINE sind.

Absolute Anspieltipps: THE HURRICANE MASTER, HORN OF FATE, THE RIDE OF THE VALKYRIES, TRUE LEADER OF MEN


„Der Stoff, aus dem (Power Metal-)Träume sind.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.