Metal-CD-Review: DOMINE – Dragonlord (Tales Of The Noble Steel) (1999)

Alben-Titel: Dragonlord (Tales Of The Noble Steel)
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Juni 1999
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Riccardo Paoli – Bass
Riccardo Iacono – Keyboards
Enrico Paoli – Guitars
Morby – Vocals
Mimmo Palmiotta – Drums

Track-Liste:

1. Anthem (A Declaration of War) (01:34)
2. Thunderstorm (04:40)
3. Last of the Dragonlords (Lord Elric’s Imperial March) (06:43)
4. Blood Brothers‘ Fight (04:49)
5. Defenders (05:23)
6. Mars, the Bringer of War (01:03)
7. Dragonlord (The Grand Master of the Mightiest Beasts) (06:50)
8. Uriel, the Flame of God (06:32)
9. The Ship of the Lost Souls (06:31)
10. The Battle for the Great Silver Sword (13:13)

Wenn erst der zweite Schlag richtig sitzt.

Im Rahmen der auch heute noch gern gesehenen respektive gehörten musikalischen Relikte einer Zeit, in der sich nicht wenige italienische Power Metal-Combos auf den Weg gemacht hatten die Bühnen dieser Welt zu erobern; ist die Rechnung gewiss nicht ohne die bereits im Jahre 1983 gegründeten Musiker von DOMINE zu machen. Und das auch gerade weil die Band seinerzeit noch etwas brauchte, um ihren eigentlichen Siegeszug zu starten. Nach einigen kleineren Demos und der entscheidenden Verpflichtung des Leadsängers Adolfo Morviducci aka Morby war es dann aber endlich soweit – sodass DOMINE mit ihrem 1997 veröffentlichten Debütalbum CHAMPION ETERNAL (siehe Review) erstmals nachhaltig von sich hören lassen konnten; analog zu den ebenfalls in jenen frühen gestarteten Ambitionen von Bands wie etwa RHAPSODY OF FIRE. Dabei konnten sich DOMINE schon zu diesem Zeitpunkt insofern von ihrer Konkurrenz abheben, als dass sie einen extrem heroisch angehauchten, aber eben nicht symphonisch unterstützten oder progressiv angehauchten Power Metal inszenierten – wobei sich zunächst noch einige Schwächen hinsichtlich der Präsentation offenbarten.

Aber: schon im Zuge des zweiten Durchlaufs in Form von DRAGONLORD (TALES OF THE NOBLE STEEL), dem direkten (und auch inhaltlichen) Nachfolger zu CHAMPION ETERNAL; bewiesen DOMINE dass derartige Probleme von nun an der Vergangenheit angehören sollten – und legten ein rundum zufriedenstellend produziertes, wuchtiges und insgesamt 10 Titel starkes Nachfolgewerk vor. Eines, dass ebenfalls über das Label Dragonheart Records erschien und sich stilistisch eng am ähnlich episch aufgemachten Vorgänger orientierte; keine Frage. Dennoch vermochten es die Italiener, noch einmal eine ordentliche Schippe draufzulegen – und das in fast jeder Hinsicht. DRAGONHEART avancierte so nicht von ungefähr zu einem ebenso traditionellen wie packenden Power Metal-Pflichtprogramm – und hat auch heute noch nichts von seiner ursprünglichen Magie und Faszinationskraft eingebüßt. Gesetzt dem Fall natürlich, man ist dem Genre des Power Metal im allgemeinen zugeneigt – und hat auch nichts gegen eine ordentliche Priese Pomp, Pathos und je nach persönlicher Facón auch Kitsch einzuwenden. Immerhin: dass wie so oft mit typischen Begriffen um sich geworfen wird und die inhaltliche Gestaltung dementsprechend vorhersehbar ausfällt; wiegt bei einem bald 20 Jahre alten Album verständlicherweise nicht ganz so schwer wie bei neueren und eventuell verbrauchteren Genre-Erzeugnissen.

In jedem Fall aber hatten sich DOMINE Gedanken gemacht – und es dabei geschafft, den Vorgänger in vielerlei Hinsicht zu toppen. zum einen wären hier natürlich die bereits erwähnte Produktionsqualität und der allgemein wuchtige Soundeindruck zu nennen, der dem Album eine angenehm druckvolle Komponente verpasst. Zum anderen aber, und das ist das schöne; hatten sich DOMINE auch im Detail verbessert – wie etwa in Bezug auf ihre auf dem Vorgänger noch kaum auszuhaltenden Interludes mit den überschwänglichen, ellenlangen Sprechpassagen. Zwar gibt es ähnliche Momente auch auf DRAGONLORD, doch sind diese entweder extrem kurz (wie im Intro ANTHEM) oder aber so gehalten, dass sie problemlos zu überspringen sind (wie im recht überflüssigen MARS, THE BRINGER OF WAR). Vor allem aber lenken sie nicht vom Wesentlichen respektive dem ab, was DOMINE hier schon im Opener THUNDERSTORM abfackeln – was letztendlich nicht weniger als ein zeitlos gutes Power Metal-Feuerwerk der Extraklasse ist. Und das nicht zuletzt auch, da die Abmischung recht vorteilhaft ausgefallen ist – und man beispielsweise stets ein Ohr für den von Riccardo Paoli gespielten Bass hat.

Aber auch in Bezug auf den Faktor Abwechslung hat man einiges vorgelegt: während LAST OF THE DRAGONLORDS das Tempo zunächst etwas drosselt – und das glücklicherweise nicht zu Lasten der dennoch hervorragenden Instrumentalstrecke in der Mitte – offenbart sich in BLOOD BROTHERS‘ FIGHT plötzlich eine teils merklich düsterere Atmosphäre, die dank der tadellosen Leistungen des Gitarristen Enrico Paoli sowie des Leadsängers Morby ebenso aufgeht wie der Rest des Albums. Sicher, in einer Nummer wie DEFENDERS gibt es bis auf den von DOMINE bereits gewohnten instrumentalen Kraftakt inklusive des umwerfend-druckvollen Eindrucks nicht viel zu holen; wobei es schade ist dass der recht simpel gehaltene Refrain eher kontraproduktiv wirkt und klingt – doch spätestens wenn die Italiener in ihrem Titeltrack DRAGONLORD zum großen Rundumschlag ausholen, sollte niemand mehr still sitzenbleiben. Mit Nummern wie dem vergleichsweise ruhigen und klassisch-retrospektiv orientierten THE SHIP OF THE LOST SOULS haben es DOMINE dagegen problemlos geschafft, ihre Bandbreite um eine weitere interessante Facette zu erweitern – und vielleicht auch Genre-Grenzen zu sprengen. Dass selbst der überlange Rausschmeißer THE GREAT BATTLE FOR THE SILVER SWORD keine längeren Durststrecken offenbart, rundet das GAnze ab.

Natürlich, gänzlich vor Schwächen gefeit ist DRAGONLORD nicht – und dennoch ist die Entwicklung, die DOMINE von ETERNAL CHAMPION hin zu ihrem zweiten Studioalbum durchgemacht hatten; definitiv nicht zu verachten. Fest steht: ein Album wie dieses gehört damit in jede gut sortierte Power Metal-Sammlung. Erst Recht natürlich, wenn man sich für die Geschichte des Genres interessiert – oder aber bereits Gefallen an seinerzeit ganz ähnlich agierenden Combos wie etwa den CRYSTAL EYES bekundet hat.

Absolute Anspieltipps: THUNDERSTORM, BLOOD BROTHERS‘ FIGHT, DRAGONLORD, THE SHIP OF THE LOST SOULS


„Ein schon früh offenbartes Konzept in der erstmaligen Vollendung – ein echter Klassiker.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.