Metal-CD-Review: BONFIRE – Temple Of Lies (2018)

Alben-Titel: Temple Of Lies
Künstler / Band: Bonfire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. April 2018
Land: Deutschland
Stil / Genre: Hardrock, Heavy / Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Hans Ziller – Lead Guitar
Alexx Stahl – Lead Vocals
Ronnie Parkes – Bass
Tim Breideband – Drums
Frank Pané – Lead Guitar

Track-Liste:

01. In The Beginning
02. Temple Of Lies
03. On The Wings Of An Angel
04. Feed The Fire (Like The Bonfire)
05. Stand Or Fall
06. Comin‘ Home
07. I’ll Never Be Loved By You
08. Fly Away
09. I Help You Hate Me
10. Crazy Over You
11. Comin‘ Home (Extended Acoustic Version)
12. Friedensreich – Let The Madness Continue (Director’s Cut)

Unverhofft kommt oft.

In der Tat ist die aus Ingolstadt stammende und dabei bereits seit 1972 (!) aktive Band BONFIRE für vieles bekannt. Mindestens eine Ausnahme aber gibt es, denn zumindest im Sinne der Spielart des Power Metal sind sie bisher nicht wirklich aufgefallen – was sie analog zur Nicht-Nennung in den berühmt-berüchtigten Metal-Archives (Link) eher disqualifizieren sollte, geht es um den eigentlichen Rezensionsschwerpunkt des Blogs. Und dennoch sind die mit immerhin noch einem Gründungsmitglied (Hans Ziller an der Gitarre) umherziehenden Musiker – die sich viele Jahre respektive sogar Jahrzehnte als weitestgehend klassische Hardrock-Combo mit Bezügen zum Heavy Metal inszenierten – immer mal wieder für eine Überraschung gut. Mitunter sogar für die ein oder andere große, wie es sich um aktuellen Fall zeigt – schließlich kommt das offizielle dreizehnte Studioalbums TEMPLE OF LIES als unerwartet vielseitiges musikalisches Paket daher – das neben den für die Band typischen, das heißt klassisch-rockigen Nummern auch einige Titel bereithält; die man relativ problemlos im Bereich des europäischen Power Metals verorten könnte.

So sollte allein der Auftakt mit dem Intro IN THE BEGINNING sowie dem schmackigen Titeltrack TEMPLE OF LIES das Herz eines jeden Power Metal-Genrefans schnell höher schlagen lassen. Auch, oder vielleicht gerade weil das Ganze ein wenig nach den jüngeren Ambitionen von Bands wie BLOODBOUND klingt – ein ganz ähnlich hymnischer Grundanstrich mit eingeschlossen. Dass allein ist aber noch nicht das überraschendste – vielmehr ist es die Tatsache, dass BONFIRE in Momenten wie diesen – zu denen unbedingt auch noch jener der wunderbar stampfenden Videosingle STAND OR FALL zu zählen ist – geradezu brillieren, und dabei vielleicht sogar etwaige Vergleichsbands alt aussehen lassen. Der perfekte Einsatz der Instrumente, der emotionale Unterton und insbesondere die packende Leadstimme von Alexx Stahl jedenfalls sprechen klar dafür. Und: auch eine Nummer wie FLY AWAY hätte grundsätzlich Platz auf einem typischen Power Metal-Album, wobei lediglich der Refrain noch etwas stärker hätte ausfallen können.

Der sich schnell offenbare Streitpunkt des Albums folgt jedoch sogleich, denn: das war es dann auch schon gewesen mit den expliziteren Power Metal-Momenten auf TEMPLE OF LIES. Wobei, und das sollte man festhalten; einige Fans der Band bereits von eben diesen Momenten verschreckt wurden. Auf diesem Blog hier ist es – und in Anbetracht der gezeigten Fähigkeiten der Band – aber freilich genau andersherum: nur zu gerne hätten BONFIRE noch tiefer in die Gefilde des europäischen Power Metals abtauchen können oder sollen. Natürlich macht das die anderen enthaltenen Nummern nicht schlechter, zumindest nicht per se; aber: mit Titeln wie ON THE WINGS OF AN ANGEL, FEED THE FIRE oder dem reichlich soften COMIN‘ HOME begen sich BONFIRE dann doch eher in ihrem gewohnten, für manche etwas zu weichem Territorium eines flotten Hardrocks. Eines muss man der Band dabei aber in jedem Falle zugute halten: handwerklich ist das Ganze über so gut wie jeden Zweifel erhaben, und gerade im Bereich der Gitarren und des Gesangs ergeben sich immer wieder Momente; die aus BONFIRE weit mehr machen als eine typische Radio-Band.

Zwei kleinere Abstriche sind dann aber noch – zumindest in Bezug auf die vorliegende limitierte Edition des Albums –  zu machen, und das ganz unabhängig von den angepeilten Genre-Ausrichtungen oder musikalischen Geschmacksfragen. Zum einen scheint sich die vermeintlich erweiterte Akusik-Version von COMIN‘ HOME grundsätzlich zu erübrigen, da schon das Original viele sanfte Momente hat und den Gesang von Alexx Stahl in den Mittelpunkt rückt – und zum anderen ist das merkwürdige (und längst nicht nur aus Musik bestehende) Konstrukt FIREDENSREICH als Abschluss des Albums höchst gewöhnungsbedürftig. Davon abgesehen gilt es vornehmlich eines festzuhalten: TEMPLE OF LIES ist ein recht abwechslungsreiches, unterhaltsames Album geworden; welches nicht nur Freunde des gepflegten Hardrocks zufriedenstellen sollte – sondern auch experimentierfreudige Power Metaller, die nichts gegen einige deutlich sanftere Einschübe einzuwenden haben.

Absolute Anspieltipps: TEMPLE OF LIES, STAND OR FALL, COMING HOME, FLY AWAY


„Ein gerade in handwerklicher Hinsicht hervorragendes Album mit einigen interessanten Genre-Ausflügen.“

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