Filmkritik: „Star Wars Episode 8: Die Letzten Jedi“ (2017)

Originaltitel: Star Wars: The Last Jedi
Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Rian Johnson
Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 152 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction
Tags: Star Wars | Episode 8 | Jedi-Ritter | Luke Skywalker | Imperium | Erste Ordnung | Rebellen

Spiele nicht mit der Macht, sonst setzt es eine Tracht.

Inhalt: Auch wenn der von Generalin Leias (Carrie Fisher) geführte Widerstand die furchteinflößende Starkiller-Basis der Ersten Ordnung zerstört hat, ist noch immer kein Frieden in Sicht. Mit verantwortlich dafür ist der eigentliche Strippenzieher der dunklen Seite der Macht, Snoke (Andy Serkis) – der weiterhin große Hoffnungen in seinen Schüler Kylo Ren (Adam Driver) setzt. Dennoch setzen der tollkühne Pilot Poe Dameron (Oscar Isaac), der desertierte Ex-Sturmtruppler Finn (John Boyega) und die offenbar von der Macht profitierende Rey (Daisy Ridley) alles daran, den finsteren Mächten die Stirn zu bieten. Da sie selbst wissen dass die Lage beinahe aussichtslos ist, planen sie den legendären Luke Skywalker (Mark Hamill) mit in die Kämpfe einzubeziehen. Das Problem ist nur, dass sich der mittlerweile zu einem waschechten Einsiedler gemausert hat, der augenscheinlich nur noch wenig Interesse daran hat das Gute zu verteidigen…

Kritik: Ob man will oder nicht – die STAR WARS-Maschinerie läuft immer weiter. Erst Recht natürlich seit der umstrittenen Übernahme des ursprünglichen Produktionsstudios Lucasfilm durch den Disney-Konzern im Jahre 2012, der längst nicht mehr nur an der eigentlichen Filmreihe arbeitet. Während manche Franchise-Fans eben diesen – und dabei mittlerweile zahlreichen – Prequels und Spin-Offs von vorne herein aus dem Weg gehen, steht zumindest die bereits im Jahre 1977 mit dem legendären KRIEG DER STERNE losgetretene STAR WARS-Hauptreihe weiterhin im Fokus vieler Anhänger der Sternensaga – die damit umso mehr Aufmerksamkeit erhält. Und stellenweise auch deutlich mehr Kritik; wie es das noch nicht allzu lang zurückliegende, groß angekündigten Franchise-Revival in Form von EPISODE VII – DAS ERWACHEN DER MACHT (siehe Review) mit Nachdruck aufzeigte. Die Behauptung, dass die Verantwortlichen nicht viel mehr gemacht haben als eine vergleichsweise seelenlose Kopie des Materials der Originalfilmreihe aus den Jahren 1977 bis 1983 abgeliefert zu haben; ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen – sodass es eine umso spannendere Angelegenheit war und ist zu sehen, wie man im neuesten Teil der Reihe verfahren würde.

Und tatsächlich: der hier gemeinte achte STAR WARS-Teil DIE LETZTEN JEDI ist wieder etwas mehr geworden als eine gefühlte Neu- oder Nacherzählung der intergalaktischen Abenteuer der Vergangenheit. Und beileibe auch mehr als das, was George Lucas mit den viel diskutierten ersten Episoden aus den Jahren 1999 bis 2005 an (hier: reichlich buntem) STAR WAR-Material nachgelegt hatte. Anders gesagt: DIE LETZTEN JEDI ist als zweiter Teil der dritten Trilogie etwa kaum mit dem ebenso oberflächlich-klinischen wie schlicht fürchterlichen zweiten Teil der ersten (ANGRIFF DER KLONKRIEGER, siehe Review) zu vergleichen – und profitiert letztendlich sogar von der neuerlichen Disney-Ägide. Und das beispielsweise, indem man den Wünschen der Fans ganz offensichtlich wieder mehr Gehör schenkt. So ist DIE LETZTEN JEDI eine recht ansehnlicher STAR WARS-Teil geworden, der eine grundsätzlich angenehme Mixtur aus typischen Franchise-Elementen (wie etwa dem düster-dystopischen Setting, das man dennoch immer wieder mit einem gewissen Witz und Charme auflockert) und einer eher modernen Herangehensweise in Form von neuen Geschichten, Charakteren und Effekten.

Gerade die sehen im neusten Ableger übrigens ganz und gar hervorragend aus – auch wenn dies weniger auf potentiell hochkarätige Lichtschwert-Auseinandersetzungen zu beziehen ist, als vielmehr auf die Gestaltung der Weltraum-Szenen, die Kulissen und die Kostüme. Gerade in Anbetracht der schmackigen Kämpfe, die sogar den ein oder anderen Gänsehaut-Moment bereithalten (wie etwa den, als der Hypersprung eines Rebellenschiffes als Waffe eingesetzt wird); muss sich DIE LETZTEN JEDI also keineswegs hinter seinen Vorgängern verstecken – und das auch oder gerade weil hier augenscheinlich noch immer viel Wert auf ein geschicktes Handwerk gelegt wurde, und man nicht von einer Sound- und Effektflut der Marke TRANSFORMERS erschlagen wird. Dass J.J. Abrams (u.a. CLOVERFIELD) seine Finger mit im Spiel gehabt hat, merkt man übrigens auch – wobei die Überraschung umso größer ist, dass seine visuellen Konzepte gut in das STAR WARS-Universum zu passen scheinen.

Der größte Vorteil an EPISODE 8 aber ist und bleibt die Tatsache, dass man nach dem Wiederholungs-Effekt von EPISODE 7 endlich wieder eine neue (und dabei recht spannende) Geschichte erzählt – es dabei aber nicht verpasst, das gute alte STAR WARS-Gefühl inklusive der entsprechend unverwechselbaren Atmosphäre wieder aufleben zu lassen. Dass dafür auch oder sogar hauptsächlich die zahlreichen Auftritte wichtiger STAR WARS-Charaktere verantwortlich sind, versteht sich von selbst – wobei es sich unerwartet gut und stimmig anfühlt, im Sinne des Werdegangs von Meister Yoda, Luke Skywalker, Chewbacca oder Leia Organa auf den neuesten Stand gebracht zu werden. DIE LETZTEN JEDI kann damit getrost allen Franchise-Fans (und solchen, die es werden wollen) empfohlen werden – auch wenn man verständlicherweise nicht erwarten kann, dass es die achte Episode im Sinne der Qualität und des Flairs mit den altehrwürdigen Originalfilmen aufnehmen kann.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Lucasfilm / Disney

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„DIE LETZTEN JEDI ist ein unerwartet stimmiger STAR WARS-Teil geworden, der der neuen Trilogie durchaus zu neuem Glanz verhilft. Es gilt jedoch weiterhin – und speziell in Anbetracht der quantitativen Auswüchse des Franchise – Vorsicht walten zu lassen.“

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