Metal-CD-Review: DOMINE – Champion Eternal (1997)

Alben-Titel: Champion Eternal
Künstler / Band: Domine (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. September 1997
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Riccardo Paoli – Bass
Enrico Paoli – Guitars, Songwriting, Lyrics
Morby – Vocals
Mimmo Palmiotta – Drums

Track-Liste:

1. Hymn (01:56)
2. The Mass of Chaos (06:40)
3. The Chronicles of the Black Sword (08:08)
4. The Freedom Flight (06:14)
5. Army of the Dead (08:47)
6. The Proclamation (01:12)
7. Dark Emperor (05:06)
8. Rising from the Flames (05:30)
9. The Midnight Meat Train (04:35)
10. The Eternal Champion (12:26)

Ich glaub‘ ich hör nicht richtig.

Geht es um die italienische Power Metal-Szene der 90er Jahre, werden einem vor allem auch heute noch aktive Genre-Combos mit einer entsprechenden Wegbereiter-Funktion in den Sinn kommen – wie LABYRINTH, VISION DIVINE oder SECRET SPHERE als Vertreter eines etwas progressiveren Sounds; oder aber die Recken von RHAPSODY OF FIRE als Pioniere des Symphonic Power Metals. Dass das aber noch längst nicht alles ist, was die Italiener im Sinne von nennenswerten bis mitunter herausragenden Power Metal-Acts in Petto hatten (und haben); liegt auf der Hand – zumal sich immer auch ein Blick auf nicht ganz so bekannte, so gesehen unter dem Radar laufende Kollegen lohnt.

In Bezug auf die späten 90er und frühen 2000er Jahre etwa ist die Rechnung kaum ohne die Beiträge von Bands wie HEIMDALL, THY MAJESTY oder aber DOMINE zu machen – die sich interessanterweise bereits im Jahre 1983 (!) zusammengefunden hatten, bis zum eigentlichen Debütalbum mit dem ebenso klassischen wie bekannten Lineup unter der Führung des Leadsängers Adolfo Morviducci aka Morby aber noch etwas brauchten. 1997 war es dann aber endlich soweit, und CHAMPION ETERNAL erblickte als knapp einstündiges Power Metal-Werk das Licht der Welt – wobei es sich für die Band wie ein Befreiungsschlag angefühlt haben muss, die zahlreichen vorangegangen Demos (die ursprüngliche CHAMPION ETERNAL-Demo stammt aus dem Jahre 1989) endlich in eine entsprechend inszenierte Alben-Form zu bringen. Mit Dragonheart Records hatte man auch schnell ein passendes Label gunfunden – sodass der bestenfalls unaufhaltsame Siegeszug von DOMINE beginnen konnte.

Vielleicht sollte man aber auch sagen, der potentielle Siegeszug – denn ganz so erfolgreich wie es hätte sein können, war CHAMPION ETERNAL nicht. Und das, obwohl das Album so gesehen durchaus über Qualitäten verfügt, die man so noch nicht von der italienischen Genre-Szene kannte. Zumindest nicht bis dato, und von einer der kleineren Bands. So setzten DOMINE beispielsweise alles daran, CHAMPION ETERNAL wie eine einzige große Erzählung wirken zu lassen – mit entsprechenden Sprechpassagen, längeren Instrumentalstrecken, Interludes und längeren Einzel-epen wie etwa den Rausschmei´ßer und Titeltrack ETERNAL CHAMPION – was einerseits aufgeht und in einem hervorragenden Unterhaltungswert mündet, andererseits aber auch alles andere als ein makelloses Unterfangen ist.

Das wohl größte Manko an CHAMPION ETERNAL war und ist dabei klar die Abmischungs- und Produktionsqualität, die gelinde gesagt eher nach einer Garagenproduktion denn nach einem episch aufgemachten Power Metal-Epos klingt – und dem potentiellen Hörvergnügen ein mitunter recht massives Hindernis in den Weg legt. Außerordentlich darunter zu leiden haben etwa der allgemeine Gitarrensound sowie das Drumming, was wenn man nur auf diese beiden Instrumente achtet sogar eine Differenzierung zwischen den einzelnen Titeln schwierig macht. Ansatzweise gilt ähnliches auch für die spartanischen Hintergrundchöre sowie Darbietung des hiesigen Leadsängers Morby, der auf CHAMPION ETERNAL noch nicht ganz so stimmkräftig und variabel an den Start gegangen war wie auf den späteren DOMINE-Alben. Und ja, letztlich hätten auch die Zwischenspiele (oder auch die ellenlangen Titel-Einleitungen wie in THE CHRONICLES OF THE BLACK SWORD etwas knapper ausfallen können.

Dennoch – und um eine Lanze für das Album zu brechen – täuscht all dies nicht über die Tatsache hinweg, dass DOMINE ihr Handwerk schon früh verstanden und zweifellos dazu in der Lage waren, hervorragende Nummern respektive Genre-Hymnen mit einem gewissen atmosphärischen Tiefgang zu schreiben. So oder so, und auch wenn es nicht perfekt ist – ein Album wie CHAMPION ETERNAL gehört in jede gut sortierte Metal-Sammlung.

Absolute Anspieltipps: THE MASS OF CHAOS, THE FREEDOM FLIGHT, DARK EMPEROR, THE ETERNAL CHAMPION


„Nicht perfekt und gerade in klanglicher Hinsicht etwas unausgegoren – für ein Debütalbum einer zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unscheinbaren Band aber durchaus ein Brett.“

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