Metal-CD-Review: DRAGONFORCE – Re-Powered Within (2018)

Alben-Titel: Re-Powered Within
Künstler / Band: Dragonforce (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 05. Mai 2018
Land: England
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMUSIC

Alben-Lineup:

Herman Li – Guitars
Sam Totman – Guitars
Vadim Pruzhanov – Keyboards
Frédéric Leclercq – Bass
Marc Hudson – Vocals
Dave Mackintosh – Drums

Track-Liste:

1. Holding On (04:56)
2. Fallen World (04:08)
3. Cry Thunder (05:15)
4. Give Me the Night (04:28)
5. Wings of Liberty (07:24)
6. Seasons (05:07)
7. Heart of the Storm (04:43)
8. Die by the Sword (04:36)
9. Last Man Stands (05:10)
10. Seasons (Acoustic Version) (05:07)
11. Power of the Ninja Sword (03:37)
12. Heart of the Storm (Alternate Chorus Version) (04:43)
13. Avant Le Tempête (02:00)

Mach’s mir (nicht) noch einmal, Sam.

Nachdem sie sich vor noch gar nicht allzu langer Zeit mit ihrem letztaktuellen Studioalbum REACHING INTO INFINITY (siehe Review) zurückgemeldet hatten, legen die berühmt-berüchtigten Power Metaller von DRAGONFORCE nun in Form des am 05. Mai erschienen RE-POWERED WITHIN nach. Wie es der Titel sowie das Cover bereits andeuten, handelt es sich dabei allerdings nicht um ein gänzlich neues Werk aus der hiesigen und nicht immer unumstrittenen Londoner Frickel-Schmiede – sondern um eine Neufassung des bereits 2012 veröffentlichten THE POWER WITHIN (Review). Hierbei handelt es sich um ein Album, das vor allem aufgrund des damaligen Einstandes des für ZP Theart eingewechselten neuen Leadsängers Marc Hudson aufgefallen ist – und so gesehen den Weg für die neuen alten DRAGONFORCE ebnete. Während man die Wichtigkeit des Albums damit relativ problemlos als unbestreitbar einstufen könnte, sieht es in Bezug auf die nun stattfindende Neuveröffentlichung schon nicht mehr ganz so eindeutig aus – und das auch oder gerade weil es DRAGONFORCE als eine der nicht wenigen Bands die sich für eine derartige Maßnahme entscheiden, gewissermaßen auf die Spitze treiben. Potentiell fragliche Neuveröffentlichungen gab und gibt es schließlich einige – doch dass gerade einmal 6 Jahre zwischen den jeweiligen Produkten liegen, ist durchaus eine Seltenheit.

Eine, die eine absolut berechtigte Frage aufwirft: war es wirklich nötig, das alles andere als lange zurückliegende THE POWER WITHIN erneut – und mit einigen spürbaren, aber eben auch nicht weltbewegenden Veränderungen – auf den Markt zu bringen ? Der Meinung der Jungs von DRAGONFORCE nach offenbar unbedingt – schließlich behaupten sie, dass die Neufassung endlich exakt das wiedergibt, was sie schon damals zum Ausdruck bringen wollten. Sicher, Künstler streben des öfteren nach einer nur schwer zu definierenden Perfektion; und sollen dies auch dürfen – wenn, ja wenn sich daraus keine nennenswerten Nachteile für die Konsumenten eben jener Kunst ergeben. Gerade in diesem Fall ergeben sich aber durchaus einige eher ärgerliche Begleiterscheinungen. Solche, die beinharte DRAGONFORCE-Fans oder gar Alles-Kaufer kaum abschrecken werden – alle anderen aber zumindest zum Nachdenken anregen sollten. Dezent problematisch ist beispielsweise, dass RE-POWERED WITHIN eben nicht als gut gemeintes Angebot (also etwa als Dreingabe zu einem neuen Album, als Teil eines Best-Of’s oder ähnlichem) erscheint – sondern als reguläres Studioalbum zu einem regulären Preis, dass damit automatisch den Anspruch hat als wichtiger Teil der DRAGONFORCE-Diskografie betrachtet zu werden. Dass das eigentliche Album aus dem Jahre 2012 damit quasi obsolet wird, ist dabei nur das eine – und das andere die Tatsache, dass die Veränderungen bei weitem nicht so tiefgreifend sind, als dass sie eben diesen Umstand rechtfertigen würden.

Sicher, RE-POWERED WITHIN brüstet sich damit einige markante Veränderungen respektive Verbesserungen in Bezug auf den allgemeinen Klangeindruck sowie speziell auch die Inszenierung des Leadgesangs und der Hintergrundchöre, das Drumming oder den Bass anzubieten – und ist diesbezüglich auch nicht als reine Mogelpackung zu bezeichnen. Dennoch machen die hier getroffenen Maßnahmen in Bezug auf den neuen Mastering- und Mixing-Prozess sowie die Neuaufnahme der Vocals das Album schlicht nicht sonderlich interessant, oder eher nicht wesentlich interessanter als das Original – weshalb Kenner von THE POWER WITHIN getrost auf die RE-POWERED-Version verzichten können. Und vielleicht auch sollten – denn wer weiß ob sich DRAGONFORCE nicht etwa auch noch dazu hinreißen lassen, einige weitere Alben ihrer Vergangenheit neu zu verpacken und für einen Vollpreis an den Mann zu bringen. Nach einem Release wie diesem sollte die Gefahr jedenfalls durchaus gegeben sein – gerade wenn man bedenkt, dass die vier ersten Alben mit ZP Theart doch förmlich danach schreien, einer Frischekur unterzogen zu werden…

Absolute Anspieltipps: /


„Immerhin: die RE-POWERED-Fassung ist nicht schlechter als das Original und wirkt in klanglicher Hinsicht sogar etwas vollmundiger. Einen Punkteabzug gibt es dennoch, gerade da die hier von DRAGONFORCE anvisierte Strategie einem allemal zu denken geben sollte.“

2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: DRAGONFORCE – Re-Powered Within (2018)

  1. Danke für den Kommentar – und ja, ich finde auch dass die neue Version ihre Vorteile hat. Nur kommen in meinem Fall, man nenne es gewisse Kritiker-Probleme hinzu… denn wie soll man ein Album wie dieses möglichst treffend bewerten, oder anders gefragt: kann eine Remastered-Version wirklich die gleiche oder gar eine bessere Wertung als das Orginal erhalten ? Hier werden die Meinungen auseinandergehen, aber ich meine: nicht wirklich. Und wenn dann nur in höchst selten Fällen, also z.B. wenn ein Album wirklich absolut mies geklungen hat. Und das war meiner Meinung nach noch bei keinem Dragonforce-Album der Fall (gut, beim debüt eventuell; aber da wurde ja auch schon entsprechend nachgeschoben)… sodass ich hoffe, dass sie sich nicht noch mehr Alben erneut vornehmen.

    Vermutlich halte ich es bei Remastered-Versionen ein wenig so wie bei Film-Remakes… das Original genießt stets einen gewissen Bonus, schlicht weil es das Original ist 🙂

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  2. Also da mag ich jetzt ausnahmsweise mal nicht zustimmen. Habe mir das Album nun mal komplett angehört und muss sagen, dass es locker eine Klasse besser ist als die ursprüngliche Version. Wenn ich z. B. mal die beiden Versionen von Seasons vergleiche, wirkt die alte Version wie eine ungemasterte Alpha-Version. 😉

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