TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 8)

Originaltitel: The Walking Dead Season 8
Relation: Fortsetzung der siebten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 8 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

8×01 – Erster Kampf (Mercy)
8×02 – Die Verdammten (The Damned)
8×03 – Wir oder die (Monsters)
8×04 – Nur irgendwer (Some Guy)
8×05 – Die Beichte (The Big Scary U)
8×06 – Der König, die Witwe und Rick (The King, the Widow, and Rick)
8×07 – Für danach (Time for After)
8×08 – Kampf um die Zukunft (How It’s Gotta Be)
8×09 – Ehre (Honor)
8×10 – Botschaften (The Lost and the Plunderers)
8×11 – Flucht nach Hilltop (Dead or Alive Or)
8×12 – Der Schlüssel zur Zukunft (The Key)
8×13 – Der Weg der Toten (Do Not Send Us Astray)
8×14 – Ich sterbe nicht (Still Gotta Mean Something)
8×15 – Die rechte Hand (Worth)
8×16 – Zorn (Wrath)

Das alles kommt mir nicht bekannt vor.

Inhalt: Nachdem die Gemeinschaft um den ehemaligen Sheriff Rick Grimes bereits Bekanntschaft mit einer neuen, von einem skrupellosen Anführer namens Negan geleiteten Gruppe von Überlebenden gemacht hatte; droht die Auseinandersetzung zwischen den korrespondierenden Gemeinden Alexandria, Hilltop, dem Königreich und dem von den Saviors geführten Sanctuary endgültig zu eskalieren. Dabei ist nicht nur Negan selbst das Problem, der sich immer mehr auf seinen Zwist mit Rick versteift und nach wie vor versucht ihn zu brechen – auch innerhalb der verschiedenen Gemeinschaften ergeben sich teils unerwartete Entscheidungen, Intrigen und brutale Machtkämpfe. Immer mehr scheint es, als könnte es nur einen Sieger geben – einen, der die gegebenenfalls unterlegene Gruppe auch nicht mehr tolerieren und im schlimmsten Fall komplett auslöschen würde. Dass dabei das Leben jedes einzeln auf dem Spiel steht, ist beiden Seiten bewusst…

Kritik: Auch wenn es in Bezug auf die Einschaltquoten zur Schadenfreude mancher immer mauer aussieht, werden es die meisten Pay-TV-Zuschauer und Serienfans höchstwahrscheinlich mitbekommen haben: das ebenso berühmte wie berüchtigte THE WALKING DEAD-Franchise ist um eine weitere komplett ausgestrahlte Staffel reicher. Genauer gesagt handelt es sich um die mittlerweile achte – die im Grunde genommen direkt an die Ereignisse der vorangegangen siebten Staffel (siehe Review) anschließt und den Kampf zwischen den beiden TWD-Galionsfiguren Rick und Negan weiter intensiviert. Im Grunde genommen wurde in den bisherigen, zumeist ausführlichen Besprechungen der einzelnen Staffeln (siehe THE WALKING DEAD-TAG) bereits alles oder zumindest vieles über die Serie gesagt – sodass es an dieser Stelle nur eine kurze Übersicht über die Vor- und Nachteile der achten Staffel geben wird. Es sei allerdings angemerkt, dass selbst diese einige größere Spoiler enthalten können – weshalb man bei einem Vorhaben die Staffel noch zu verköstigen entsprechend vorsichtig sein sollte.

Die guten Seiten der achten THE WALKING DEAD-Staffel:

Neben den nach wie vor überdurchschnittlichen handwerklichen Aspekten der Serie – die sich beispielsweise in einem ansprechenden Setdesign, stimmigen Kostümen, einem aufwendigen Make-Up oder einer vergleichsweise ruhigen und nicht vom wesentlichen ablenkenden Kameraführung äußern – muss man speziell der achten Staffel des Franchise zugute halten, dass es bezüglich der zuvor nicht selten vernachlässigten (und damit umso mehr erwarteten) Action-Aspekte wieder etwas mehr zur Sache geht. Action bedeutet in diesem Fall gleich zweierlei: zum einen, dass die Szenenabfolgen selbst etwas rasanter inszeniert werden – und zum anderen, dass auch tatsächlich mehr innerhalb der einzelnen Folgen passiert; wobei die Interaktion zwischen den verschiedenen Charakteren, die Ereignisse auf dem Weg zum Endkampf zwischen Rick und Negan oder der Bildschirmtod von wichtigen Serien-Charakteren eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die teils merklich angezogene Spannung – die vor allem auch daraus resultiert, dass man den offensichtlich kaum noch zu vermeidende Endkampf immer wieder hinauszögert und sich dem Finale eher schrittweise (und das letztendlich sogar recht effektiv) nähert. Auch die Tatsache, dass man sich mittlerweile – und das gilt insbesondere oder auch zwangsläufig für Kenner der bisherigen Staffeln – recht intensiv mit den Kosmos von THE WALKING DEAD auseinandergesetzt hat (also beispielsweise die Charaktere, aber auch die eigentlichen Serien-Merkmale mit all ihren Vorzügen und Macken kennt), sollte sich in Bezug auf jede weitere Staffel eher positiv als negativ auswirken. Zumindest, und das ist die unweigerliche Voraussetzung; wenn man es überhaupt bis hierhin durchgehalten hat. Anders gesagt: auch wenn man bis dato einiges an der Serie auszusetzen hatte, ist es einem wahrscheinlich dennoch nicht gänzlich egal was passiert – auch oder gerade wenn die potentiellen Erwartungen wieder einmal enttäuscht werden.

Die schlechten Seiten der achten THE WALKING DEAD-Staffel:

Bei aller Liebe zu THE WALKING DEAD und der wieder etwas besseren achten Staffel sollte man eines in keinem Fall außer acht lassen: das Franchise (oder eher die hier behandelte Umsetzung der Comicbuchvorlage) war und ist längst nicht perfekt. Wenn man so will strotzt sie sogar vor Schwächen – die sich natürlich auch in der achten Staffel bemerkbar machen. In Sachen Timing, einer schier unsäglichen zeitlichen Streckung von einzelnen Ereignissen respektive ganzen Story-Arcs (man erinnere sich an das Gefängnis – und nun auch Negan) oder einem gefühlt eher fehlgeleiteten Fokus auf weniger interessante Inhalte etwa hinkt THE WALKING DEAD so manch anderer TV-Serie hinterher – wofür es hinreichend Beispiele gibt. Hinsichtlich der achten Staffel soll allerdings nur – und stellvertretend – auf einen einzelnen Moment voller potentieller Fehlentscheidungen hingewiesen werden. Gemeint ist das Ableben von Carl, das als Cliffhanger zwischen der 8 und 9 Episode (zwischen der die bekannte Winterpause lag) schlichtweg nicht funktionierte; oder eher gar nicht erst dafür vorgesehen war. Schließlich wusste man vor der Winterpause schon recht genau, was passieren würde – wobei es nicht unbedingt ärgerlich ist, dass man die entsprechend erwarteten Szenen in Episode 9 auch tatsächlich zu sehen bekommt.

Mit dem so noch nicht bei einem Infizierten vorgekommenen langen Todeskampf – inklusive eines schier unerträglichen Trauerspiels sowohl von Seiten der Darsteller als auch der allzu forciert auf die Tränendrüse drückenden Drehbuchautoren – hat man es dagegen eindeutig übertrieben. Von den Zombies oder Untoten, die eigentlich noch immer eine entsprechende Rolle spielen sollten; gar nicht erst zu sprechen – doch das war in Anbetracht des nunmehr fast ausschließlich zwischenmenschlichen Kampfes innerhalb von TWD gewissermaßen abzusehen. Folglich fehlen – und das nach wie vor – auch viele weitere Aspekte, die man von einer apokalyptisch angehauchten Zombie- respektive Survival-Serie erwarten würde. Und wenn doch mal etwas dahingehendes gezeigt wird (wie in Bezug auf sich ergebende Machtstrukturen, die Essensbeschaffung oder die Errichtung neuer Gemeinden / Schutzbereiche) scheint man doch schnell wieder beim nächsten Thema zu sein – vornehmlich einem solchen, von dem man nur selten das Gefühl hat als würde es tatsächlich eine größere Rolle spielen.

Fazit: Auch wenn die mittlerweile achte Staffel von THE WALKING DEAD das Tempo teils merklich anzieht, einige intensive Action-Elemente bereithält, wichtige Charakter-Entscheidungen forciert und ein überraschend abgeschlossen wirkendes Finale bereithält; bleibt das TV-Franchise ein enorm zweischneidiges Schwert. Wirklich retten kann demnach auch die achte Staffel nichts, oder bestenfalls wenig – wobei es die Tatsache, dass höchstwahrscheinlich noch einige weitere Staffeln folgen sollen nicht unbedingt besser macht. Anders gesagt: es hätte einfach vieles anders laufen sollen (oder eher: müssen) im THE WALKING DEAD-Universum, damit man von einer rundum gelungenen TV-Portierung hätte sprechen können. So aber bleibt es bei einer vergleichsweise zähen und schleppenden Angelegenheit, deren wenige Highlights und Lichtblicke im Wust der mittlerweile unzähligen Episoden verpuffen. Da die achte Staffel insgesamt betrachtet aber weniger Schwächen hat als die vorangegangenen, gibt es eine leichte Wertungserhöhung – wobei man es sich nach wie vor und in jedem Fall überlegen sollte, überhaupt mit der Serie anzufangen. Ist es erst einmal soweit, fällt ein Aufhören bekanntlich schwer – selbst wenn man nur mäßig von einer Serie wie TWD angetan ist…

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„Die achte Staffel von THE WALKING DEAD bleibt sich im Kern (und damit auch in Bezug auf so gut wie alle bisherigen Stärken und Schwächen) treu – und wirkt entsprechend altbekannt. Das angezogene Tempo und der potentiell schon jetzt endgültige Abschluss der Negan-Arc aber führen zu einer dezenten Wertungserhöhung im Vergleich mit den Vorgängerstaffeln.“

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