Metal-CD-Review: EMERALD SUN – Under The Curse Of Silence (2018)

Alben-Titel: Under The Curse Of Silence
Künstler / Band: Emerald Sun (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. April 2018
Land: Griechenland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fastball Music

Alben-Lineup:

Fotis „Sheriff“ Toumanides – Bass
Vasilis Stavrianidis – Drums
Paul Georgiadis – Guitars
Johnnie Athanasiadi – Guitars
Sefis Gioldasis – Keyboards
Stelios „Theo“ Tsakirides – Vocals

Track-Liste:

1. Kill or Be Killed (04:32)
2. All as One (03:53)
3. Carry On (03:56)
4. Blast (04:48)
5. Weakness and Shame (04:15)
6. Journey of Life (05:42)
7. Rebel Soul (05:13)
8. Land of Light (05:29)
9. Slaves to Addiction (04:26)
10. Fame (Irene Cara cover) (04:33)
11. World on Fire (05:49)
12. La Fuerza Del Ser (Spanish Version of Journey of Life) (05:41)

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Gute 3 Jahre nachdem die griechischen Power Metaller von EMERALD SUN die Hörerschaft mit ihrem letztaktuellen Studiowerk METAL DOME (siehe Review) beglückten, folgt mit THE CURSE OF SILENCE der bereits fünfte offizielle Langspieler der Recken um Frontmann Stelios „Theo“ Tsakirides. EMERALD SUN, das sind jene Griechen die im Jahre 2011 das ebenso energiegeladene wie kunterbunte REGENERATION (Review) veröffentlicht hatten – und mit ihrem ebenfalls nicht zu verachtenden Vorgänger THE STORY BEGINS (oder wahlweise auch der Remastered-Version ESCAPE FROM TWILIGHT, Review) im Gepäck eigentlich auf dem besten Wege waren, sich eine entsprechende Fangemeinde aufzubauen. Sicher, gänzlich unumstritten waren EMERALD SUN noch nie – und doch war es für Hörer und Kritiker gleichermaßen spannend, sich mit den vielversprechenden Anfängen der eigentlich schon 1998 gegründeten Band zu befassen. Und das auch oder gerade weil sich die Griechen zunächst wie so viele andere Genre-Combos gaben, schlussendlich aber doch noch für die ein oder andere schlagkräftige Überraschung sorgten.

Schon mit ihrem letztaktuellen Album METAL DOME erfolgte allerdings eine so nicht unbedingt erwartete Kehrtwende. Eine, die die Band in teils merklich ruhigere und leider auch deutlich unspektakulärere Gefilde des Power Metal rücken ließ – auch wenn das an den Tag gelegte Handwerk nach wie vor über viele Zweifel erhaben war. UNDER THE CURSE OF SILENCE könnte oder sollte daher nun die Rolle eines erneuten Befreiungsschlages einnehmen und EMERALD SUN wieder auf den richtigen Weg befördern – im besten und zunächst nur theoretischen Fall, versteht sich. Der erste Eindruck, der allein aufgrund der Betrachtung eines der vielleicht hässlichsten und prätentiösesten Cover-Artworks der letzten Jahre entsteht; verheißt dabei allerdings weniger gutes – was sich unglücklicherweise auch auf den eigentlichen musikalischen Kern von UNDER THE CURSE OF SILENCE übertragen lässt. Schließlich gibt der, und dazu muss man nicht erst die früheren Alben der Band gehört haben; bei weitem nicht das her zu was EMERALD SUN eigentlich imstande wären. Lauscht man dem bestenfalls mittelprächtigen Opener KILL OR BE KILLED sowie einigen der sogar noch deutlich schwächeren Folgenummern, scheint das sogar noch eine gekonnte Untertreibung zu sein: so blass, austauschbar und fast schon merkwürdig kraftlos hat schon lange kein heiß erwartetes Genre-Album mehr geklungen.

Selbstverständlich kann man der Band weiterhin zugute halten, dass die einzelnen Mitglieder ihr Handwerk verstehen – und insbesondere Leadsänger Stelios „Theo“ Tsakirides für eines der wenigen (und damit umso wichtigeren) Alleinstellungsmerkmale der Band sorgt. Tatsächlich ist seine stimmliche Darbietung recht einzigartig und angenehm – zumal ihr ein wenn man so will leicht exotischer (dabei aber völlig akzentfreier) Faktor innewohnt, der im Genre eher selten ist und so nur bei Kollegen wie etwa Chity Somapala (RED CIRCUIT, Ex- POWER QUEST, Ex-MOONLIGHT AGONY) zu hören ist. Im Zusammenspiel mit der grundsätzlich ausgewogenen und in den richtigen Momenten druckvollen Produktion, die ein eher ein Augenmerk auf die klassischen Metal-Anteile denn auf zusätzliche Spielereien legt; hätte so eigentlich ein mindestens grundsolides Power Metal-Album entstehen müssen. Warum genau EMERALD SUN nicht einmal das geschafft haben – und so ihre handwerklichen Kompetenzen erst Recht verschenken – bleibt wohl ein kleines Mysterium. Fest steht nur, dass ein Großteil der Nummern einfach nicht zündet – und die Griechen dieses Mal weder als feucht-fröhliche Spaßcombo noch als ernsthafte Metal-Recken mit einem eher retrospektiv orientierten musikalischen Anspruch überzeugen können. Eben danach klingt UNDER THE CURSE OF SILENCE übrigens einstweilen – nach einem eher klassischen, dabei aber in vielerlei Hinsicht abgespeckten Metal-Album ohne einen nennenswerten Biss.

Seien es die so schon zigmal gehörten Texte mit ihrem hier nicht ganz aufgehenden rebellischen Anspruch (schwach: SLAVES TO ADDICTION), die im Rahmen eines eher klassischen Soundkonstruktes dezent unpassend erscheinende Leadstimme von Stelios „Theo“ Tsakirides (markant: LAND OF LIGHT), die auffallend schwachbrüstigen Refrains oder ein ebenso balladesker wie schrecklich-schnulziger Einschub in Form von JOURNEY OF LIFE (und das gleich zweimal, schließlich gibt es noch eine spanische Version) – so richtig rund klingt hier nur wenig. Hört man Titel wie das wahrlich miserable Cover zu FAME oder aber die Videosingle BLAST (die eigentlich nur nennenswert ist, da man Peavy Wagner als Gastsänger geladen hat) ist man sogar geneigt zu sagen: gar nichts. Die hie und da durchschimmernden Soli, oder aber Titel wie das überraschenderweise doch noch etwas kraftvollere REBEL SOUL sorgen noch am ehesten für ein Aufhorchen – dass das nicht reicht, versteht sich von selbst. Der Rest ist schließlich vornehmlich eines: absolut austauschbar oder wahlweise auch erschreckend belanglos. So jedenfalls sollten EMERALD SUN keine großartige Zukunft vor sich haben – was schade ist.

Absolute Anspieltipps: KILL OR BE KILLED, REBEL SOUL


„In zu vieler Hinsicht enttäuschend.“

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