Metal-CD-Review: RUNELORD – A Message From The Past (2018)

Alben-Titel: A Message From The Past
Künstler / Band: Runelord (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. April 2018
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Ced – All Instruments
Georgy Peichev – Vocals

Track-Liste:

1. Bloodline of the Berserk (04:29)
2. Purified Hatred (03:54)
3. The Wisdom of Steel (03:42)
4. Heathen Religion (05:07)
5. War All Against All (04:02)
6. Valkyries Eternal Winter (04:55)
7. Valhalla Within (05:28)
8. Terror in the Dungeons (04:11)
9. A Message from the Past (03:41)
10. Beyond the Epos (05:45)

Weniger ist und sind manchmal mehr.

Ja – auch ein eher gradliniger und wenn man so will schlichter Power Metal ohne großartig verzierende Schnörkel, der dazu noch eher retrospektiv orientiert ist und sich im Fahrwasser der Vorarbeit von früheren Genre-Pionieren der 80er und frühen 90er Jahre bewegt; kann einen Heidenspaß machen. Das gilt zumindest für das plötzlich aus dem Nichts aufgetauchte Zwei-Mann-Projekt RUNELORD aus Schweden – das mit A MESSAGE FROM THE PAST ihr 10 Titel starkes Debütalbum vorlegt. Um gänzlich unbeschriebene Blätter handelt es sich bei den beiden Mitgliedern allerdings nicht was man dem Album auch relativ problemlos anhört. Leadsänger Georgy Peichev konnte bereits einiges an Erfahrung bei seinen beiden anderen Bands MOSH-PIT JUSTICE sowie THE OUTER LIMITS (beide aus dem Bereich des Thrash Metal) sammeln – und Cederick Forsberg aka Ced hat gleich mehr als nur eine handvoll Bands vorzuweisen, in denen er bereits tätig war oder noch ist. So war er unter anderem auch das einzige Mitglied von BREITENHOLD, einer Ein-Mann-Combo aus dem Bereich eines Fantasy-lastigen Power Metals – bei der er nicht nur alle Instrumente selbst bediente, sondern auch den Leadgesang übernahm. Unter anderem deshalb schien er sich wohl auch dazu berufen gefühlt zu haben, im Rahmen des RUNELORD-Projektes ganz ähnlich zu agieren – und alle Instrumente selbst einzuspielen.

Auf ein Instrument verzichten er respektive RUNELORD dann allerdings doch: das Keyboard. Vermutlich aber nicht, weil Multitalent Forsberg es nicht auch noch bedienen könnte – sondern schlicht, da der klassische Genre-Sound der Combo keine zusätzlichen melodischen und im schlimmsten Fall kitschigen Ausstaffierungen vorsieht. Im Zusammenspiel mit der recht druckvollen und differenzierten Produktion (die glücklicherweise auch den Bass nicht zu kurz kommen lässt), der recht gradlinigen Marschrichtung inklusive zahlreicher Soli-Parts sowie der vergleichsweise rauen aber dennoch nicht vor dem ein oder anderen hohen Scream halt machenden Stimme von Georgy Peichev entsteht so ein recht knackiger und antreibender Eindruck – der dabei weder die nötige Härte noch eine angenehm hymnische Grundstimmung irgendwo zwischen FRETERNIA, WIZARD, MANOWAR und THE STORYTELLER (passenderweise ist Cederick Forsberg seit 2016 auch hier im Lineup) vermissen lässt. Wenn dann auch noch eine ordentliche Prise Atmosphäre hinzukommt –  wie etwa im verschwörerischen HEATHEN RELIGION, dem markant stampfenden WAR AGAINST ALL oder der schieren Über-Hymne VALKYRIES ETERNAL WINTER – stehen so gut wie alle Zeichen auf grün.

Bis es so weit ist – und das ist vermutlich auch der mitunter einzige markantere Vorwurf dem man dem Album machen kann – dauert es allerdings ein wenig. Anders gesagt: der Auftakt des Albums fällt mit dem Trio aus BLOODLINE OF THE BERSERK, PURIFIED HATRED und THE WISDOM OF STEEL rundum gelungen aus – aber eben noch nicht ganz so stark und kultverdächtig wie der spätere Verlauf. Auch die Tatsache, dass nicht wenige Titel von einem Fadeout denn von einem wuchtigen Abschluss gekrönt werden (ausgerechnet: VALKYRIES ETERNAL WINTER) könnte manche eher ärgern. Davon abgesehen müssen RUNELORD eigentlich nur noch auf zwei Dinge aufpassen: zum einen die eingespielten Sprechpassagen, die – anstatt die Atmosphäre zusätzlich zu befeuern – eher befremdlich klingen; und zum anderen auf einen sich potentiell ergebenden Wiederholungseffekt. Zwar mag der auf dem vorliegenden A MESSAGE FROM THE PAST noch nicht wirklich greifen, zumal man die Nummern noch problemlos auseinanderhalten kann und lediglich das Finale in Form des Titeltracks sowie des Rausschmeißers BEYOND THE EPOS etwas abgedroschen klingt – doch gegen ein wenig mehr Abwechslung oder wahlweise auch ein noch höheres Aufkommen von Hymnen wäre in Zukunft wohl nichts einzuwenden.

Absolute Anspieltipps: HEATHEN RELIGION, WAR AGAINST ALL, VALKYRIES ETERNAL WINTER, TERROR IN THE DUNGEONS


„Ein ebenso klassisch angehauchter wie überzeugender Genre-Einstand, erst Recht für ein Zwei-Mann-Projekt.“

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