Metal-CD-Review: KAMELOT – The Shadow Theory (2018)

Alben-Titel: The Shadow Theory
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. April 2018
Land: USA
Stil / Genre: Progressive Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Sean Tibbetts – Bass
Thomas Youngblood – Guitars
Oliver Palotai – Keyboards, Orchestrations
Tommy Karevik – Vocals
Johan Nunez – Drums

Track-Liste:

1. The Mission (01:30)
2. Phantom Divine (Shadow Empire) (04:05)
3. Ravenlight (03:37)
4. Amnesiac (03:40)
5. Burns to Embrace (05:53)
6. In Twilight Hours (04:15)
7. Kevlar Skin (04:05)
8. Static (03:58)
9. Mind Fall Remedy (03:22)
10. Stories Unheard (04:24)
11. Vespertine (My Crimson Bride) (03:58)
12. The Proud and the Broken (06:24)
13. Ministrium (Shadow Key) (03:02)

Gut, dass diese Theorie doch noch ans Tageslicht gekommen ist.

Wir schreiben den April 2018 – und es ist mal wieder KAMELOT-Zeit. Immerhin steht der geneigten Hörerschaft mit THE SHADOW THEORY das mittlerweile zwölfte offizielle Studioalbum der US-Power Metaller ins Haus. Das zwölfte – oder so gesehen auch das dritte, auf dem der im Jahre 2012 von der Band akquirierte neue Leadsänger Tommy Karevik zu hören ist. Sicher sind dabei auch heute noch nicht alle mit dem Weggang des einstigen Frontmanns Roy Sætre Khantatat einverstanden – und doch muss man Tommy Karevik und dem Rest der KAMELOT-Truppe eines in jedem Fall zugute halten: grundsätzlich gab sowohl am 2012’er Album SILVERTHORN (siehe Review) sowie dem 2015 nachgeschobenen HAVEN (Review) nur wenig auszusetzen. Und das vornehmlich auch, da KAMELOT wenn es um ihre Musik geht vergleichsweise konsequent agieren – und sich offensichtlich selbst von einem potentiell einschneidenden Mitgliederwechsel wenig beirren lassen. Für den neuesten, in der Standard-Version 13 Titel enthaltenen Langspieler THE SHADOW THEORY bedeutet das mindestens zweierlei: zum einen, dass KAMELOT weder das Rad neu erfinden noch nennenswert von ihrer bisherigen Spielart abweichen – und zum anderen, dass sie dennoch oder gerade deshalb einen gewohnt qualitativen Genre-Beitrag abliefern, der durchaus als Lichtblick in Bezug auf das zweite Quartal des Power Metal-Jahres 2018 betrachtet werden kann.

Oder vielleicht auch betrachtet werden muss – schließlich geben sich KAMELOT auch dieses Mal nicht die Blöße und begeistern die Hörerschaft mit einem vergleichsweise düsteren und emotionalen Power Metal, der typischerweise von einem nicht unerheblichen Maß an Progressivität geprägt ist und mit vielen gelungenen symphonischen Einschüben daherkommt. Tatsächlich fällt diesbezüglich schon der gesamte Alben-Auftakt überaus vorteilhaft aus: sei es das rein instrumentale Intro THE MISSION, der als Videosingle ausgekoppelte und das Album so gesehen vertretende Opener PHANTOM DIVINE oder das etwas ruhigere aber nicht weniger dramatische RAVENLIGHT – KAMELOT machen schnell klar, wohin die Reise auf und mit ihrem THE SHADOW THEORY gehen würde. Neben dem gekonnt in Szene gesetzten und in dieser Form problemlos als Alleinstellungsmerkmal der Band zu bezeichnenden musikalischen Anspruch – der im besten Fall zu einem entsprechend intensiveren Hörvergnügen führt als bei einigen anderen progressiv angehauchten Power Metal-Combos – ist es vor allem auch das keinerlei Schwächen offenbarende Handwerk der Amerikaner welches durchweg überzeugt, und im Zusammenspiel mit der perfekten Abmischungs- und Produktionsarbeit für ein rundum angenehmes und wohlklingendes Hörvergnügen sorgt.

Sicher, in wie weit man sich von einem Album wie THE SHAODW THEORY in emotionaler Hinsicht – und das speziell in Anbetracht von gefühlvollen Balladen wie IN TWILIGHT HOURS oder STORIES UNHEARD – gefangenehmen lassen kann; wird wie so oft stark vom jeweiligen persönlichen Geschmack und der Bereitschaft, sich zumindest hie und da mit einer etwas weicheren Seite des Power Metals auseinanderzusetzen abhängen. Und doch muss man einfach festhalten dass das damit verbundene, von Band gemachte Angebot schlicht etwas reizvoller ist als anderswo – und so gesehen auch in einem effektiveren Ergebnis mündet. Jedoch – und davor sind auch erfahrene Recken wie die von KAMELOT nicht gefeit – ist THE SHADOW THEORY nicht gänzlich frei von Schwächen. Oder eher schwächeren Momenten, die sich nicht allzu markant auf die Gesamtbetrachtung des Albums auswirken – es wohl aber doch verhindern, dass KAMELOT ein wirklich kultverdächtiges Werk abliefern. Anders gesagt: während der gesamte Auftakt sowie das Finale des Albums immer wieder mit hervorragenden Momenten glänzen, sieht es in Bezug auf den Mittelteil des Albums nicht immer ganz so gut aus. Ausgerechnet die wohl härteste, klanglich aber etwas konfus ausfallende Nummer MINDFALL REMEDY etwa stört den Fluss des Albums doch erheblich – auch wenn der Gedanke für etwas Abwechslung zu sorgen nicht verkehrt ist. Doch hätte man eben das auch in anderer Form machen können oder sollen.

Auch STATIC offenbart als eher balladesk angehauchter Titel nicht viel neues oder spektakuläres, während zumindest das druckvolle KEVLAR SKIN für einen deutlich knackigeren Moment sorgt. Eben davon hätten es insgesamt betrachtet ruhig noch etwas mehr sein können – und das auch, da KAMELOT aufpassen müssen sich nicht allzu sehr auf ihre weich-balladeseke Seite zu versteifen. Und sicher auch darauf, nicht noch einmal zu Maßnahmen wie im eigentlich recht unspektakulären BURNS TO EMBRACE zu setzen – dessen Finale von einem recht unpassend wirkenden und klingenden Kinderchor begleitet wird. Immerhin: gegen Ende wird das Ganze wieder wesentlich überzeugende rund reizvoller – etwa in Form des erhabenen VESPERTINE, des kleine Opus THE PROUD AND THE BROKEN mit seinen aggressiven und choralen Einschüben sowie auch des instrumentalen Rausschmei´ßers MINISTRIUM. Die Chance, gegen Ende des Albums noch einmal alles abzufackeln was geht haben KAMELOT jedenfalls nicht ungenutzt verstreichen lassen – was THE SHADOW THEORY noch einmal positiv abrundet, und mit dem tadellosen Auftakt für eine Gesamtwertung in einem entsprechend gehobenen Bereich sorgt. Sollte in absehbarer Zeit ein weiteres Album folgen, könnte es allerdings von Vorteil sein wenn sich die Amerikaner mal wieder etwas kräftiger, experimentierfreudiger; ja schlicht aufregender inszenieren.

Absolute Anspieltipps: PHANTOM DIVINE, RAVENLIGHT, KEVLAR SKIN, STORIES UNHEARD, VESPERTINE


„Der Highlights hätten es gern noch ein paar mehr sein dürfen – doch insgesamt betrachtet ist THE SHADOW THEORY einfach typisch KAMELOT.“

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