Metal-CD-Review: AXENSTAR – Where Dreams Are Forgotten (2014)

Alben-Titel: Where Dreams Are Forgotten
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. November 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Inner Wound Recordings

Alben-Lineup:

Adam Lindberg – Drums
Joakim Jonsson – Guitars
Jens Klovegård – Guitars
Magnus Winterwild – Vocals, Bass, Keyboards

Track-Liste:

1. Fear (04:22)
2. Inside the Maze (04:30)
3. My Sacrifice (04:04)
4. Curse of the Tyrant (04:26)
5. The Return (03:32)
6. Demise (04:10)
7. Annihilation (05:10)
8. Greed (04:25)
9. The Reaper (04:44)
10. This False Imagery (04:49)
11. Sweet Farewell (06:03)

Wer wird denn gleich in Vergessenheit geraten…

Nein, innerhalb der Karriere von AXENSTAR lief nicht immer alles rund. Zumindest dem Anschein nach – und wenn man bedenkt, dass die Schweden durchaus eine etwas schwächere Phase hatten. Schließlich ließen gerade Alben wie THE FINAL REQUIEM (siehe Review) sowie die darauf angehängte Pause von 5 Jahren nicht unbedingt auf allzu gutes hoffen – bis, ja bis sich AXENSTAR doch noch zurückmeldeten. Das war 2011 und geschah in Form des vergleichsweise bärenstarken AFTERMATH (Review) – das so gesehen auch den Weg für das vorliegende und bis heute aktuellste Studioalbum WHERE DREAMS ARE FORGOTTEN ebnete. Wie schon zuvor gilt beim Genuss des insgesamt 11 Titel enthaltenen Werkes vornehmlich eines: die Veränderungen halten sich in Grenzen, doch wo es welche gibt fallen sie zumeist positiv aus. Anders gesagt: AXENSTAR sind auf ihrem WHERE DREAMS ARE FORGOTTEN noch immer eindeutig als AXENSTAR zu erkennen, und haben bis auf einen insgesamt etwas düsterer anmutenden Sound wenig an ihrem musikalischen Grundkonstrukt geschraubt – und doch ist das sechste Studioalbum der Jungs weit davon entfernt, dem Hörer eine ähnliche Eintönigkeit aufzuerlegen wie einst THE INQUISITION (Review) oder vielleicht auch THE FINAL REQUIEM.

So macht schon der richtigerweise als Videosingle ausgekoppelte Opener FEAR eine erstaunlich gute Figur – und auch in den folgenden Titeln ist zu bemerken, dass AXENSTAR alles daran setzen eine möglichst große Bandbreite an Eindrücken zu vermitteln. Dass das so gut gelingt, liegt vor allem auch an der schier perfekten Produktion und dem hervorragenden; von der Band bereits gewöhnten Handwerk: die Gitarren sind omnipräsent und werkeln ebenso schroff wie melodiös, das Drumming ist wuchtig, der Bass angenehm und die gesangliche Darbietung von Magnus Winterwild nach wie vor unverkennbar – während man sich am Keyboard eher zurückhält. Davon profitieren insbesondere kraftvoll-stampfende Nummern wie MY SACRIFICE, DEMISE oder ANNHILATION – während es lediglich Titel wie das atmosphärisch aufgemachte CURSE OF THE TYRANT, das ruhige THE RETURN oder das relativ zahme THE REAPER sind, denen vielleicht doch noch das gewisse Etwas fehlt. Und das auch oder gerade weil sich Magnus Winterwild zwar absolut stilsicher, aber eben auch vergleichsweise limitiert und wenig flexibel inszeniert. Immerhin: gegen Ende von DEMISE oder in GREED tönt er dann doch mal etwas tiefer und rauer als sonst. An der insgesamt etwas eingefahren klingenden und wirkenden Leadgesangs-Struktur ändert aber auch das nicht viel – wobei es die Tatsache, dass andere und vielleicht auch ganz ähnlich klingende Power Metal-Combos wesentlich überzeugender Leadsänger an den Start bringen; nicht viel besser macht.

Eben das führt auch zum mitunter einzigen aktuellen Problem von AXENSTAR: zwar ist das Handwerk der Schweden über so gut wie alle Zweifel erhaben, und die Präsentation eines Albums wie nun auch WHERE DREAMS ARE FORGOTTEN lässt grundsätzlich nur wenig Spielraum für Kritik – und dennoch lässt sich der Gedanke, dass wenn man ein AXENSTAR-Album gehört hat alle kennt; nicht gänzlich von der Hand weisen. Sicher handelt es sich hierbei um eine überspitzte Formulierung, die vor allem dann nicht zutrifft wenn man etwas tiefer geht – doch sollten AXENSTAR planen auch in Zukunft noch neues Material zu kreieren, müssen sie sich früher oder später etwas wirklich neues einfallen lassen. WHERE DREAMS ARE FORGOTTEN vermag es so vor allem einen hervorragenden Auftakt anzubieten – aber leider auch einen etwas schwächeren respektive leicht repetitiven Mittel- und Endteil. Fans der Combo werden ohnehin zuschlagen, wofür es noch immer genügend Gründe gibt – für alle anderen empfiehlt sich aber vielleicht doch ein intensiverer Blick auf den besseren Vorgänger AFTERMATH.

Absolute Anspieltipps: FEAR, INSIDE THE MAZE, MY SACRIFICE, GREED


„Ein weiteres nicht unbedingt herausragendes, aber dich grundsolides AXENSTAR-Album.“

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