Metal-CD-Review: AXENSTAR – The Final Requiem (2006)

Alben-Titel: The Final Requiem
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 8. September 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Guitars, Keyboards
Joakim Jonsson – Guitars
Magnus Ek – Bass
Pontus Jansson – Drums

Track-Liste:

1. Final Requiem (03:53)
2. Condemnation (04:03)
3. The Divine (04:19)
4. Edge of the World (05:19)
5. Thirteen (04:41)
6. The Hide (04:59)
7. Underworld (05:46)
8. Spirit (04:07)
9. Pagan Ritual (03:56)
10. Seeds of Evil (04:37)
11. End of the Line (03:59)
12. Beyond the Lies (04:48)

Gut Ding will Weile haben.

Wenn eine Band mehrere Studioalben innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums auf den Markt bringt, kann das eigentlich nur zweierlei bedeuten. Entweder die Band hat viel zu sagen und legt neben vielen guten Ideen auch einen ausgesprochenen Tatendrang an den Tag – oder aber ihr fehlt schlicht das Gefühl für ein gutes Timing. Schließlich gilt auch oder gerade bei guter Musik (oder solcher von jeweils persönlichen Helden), dass man die Hörerschaft durchaus etwas zappeln lassen sollte und nicht zu schnell nachliefert – nicht zuletzt aufgrund der Gefahr, sich bloß zu wiederholen oder kaum Differenzierungsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Releases anzubieten. Etwas ganz ähnliches ist wohl auch den Jungs von AXENSTAR passiert, die sich bereits 1998 als POWERAGE zusammengefunden und ab dem Jahre 2002 einen Namen gemacht hatten. Und das vornehmlich aufgrund ihrer recht konsequenten Veröffentlichungs-Strategie, die mit dem gelungenen Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT (siehe Review) noch geradezu vorzüglich begann. Während auch das überraschend schnell nachgeschobene Zweitwerk FAR FROM HEAVEN (Review) noch relativ gnadenlos überzeugen konnte, sah es für das 2005 veröffentlichte THE INQUISITION (Review) schon nicht mehr ganz so gut aus – wobei auch das vorliegende THE FINAL REQUIEM mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.

Anders gesagt: zwar haben AXENSTAR mit ihren ersten vier Alben zweifelsohne bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen und problemlos dazu in der Lage sind; einen nicht zu weichen Melodic Power Metal mit dem ein oder anderen Alleinstellungsmerkmal (vornehmlich: der unverwechselbare Leadgesang des angestammten Frontmanns Magnus Winterwild) zu inszenieren – doch schienen sie es andererseits und mit der Veröffentlichung von 4 Alben innerhalb von gerade einmal 4 Jahren auch geradezu darauf anzulegen, die Gemüter zu spalten. Dass ein Album wie THE FINAL REQUIEM damit – und verständlicherweise – keinen ähnlichen Überraschungseffekt generieren kann wie einst das Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT ist aber nur der Anfang. Relativ problematisch ist beispielsweise, dass AXENSTAR schon immer eine vergleichsweise gradlinige; man will nicht sagen simpel vorgehende Genre-Combo waren – mit entsprechenden klaren Strukturen und wenigen Überraschungen innerhalb der einzelnen Titel, dafür aber einer tadellosen handwerklichen Komponente und einem angenehm emotionalen Unterton. Dementsprechend hätte man durchaus damit rechnen sollen, dass eben jenes Konzept spätestens auf THE FINAL REQUIEM etwas ausgelutscht erscheinen respektive eine eher ernüchternde Wirkung etablieren würde – und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen kontern sollen.

Doch von eben solchen hat man auf THE FINAL REQUIEM leider nicht Gebrauch gemacht. Immerhin fällt schon die oberflächliche Strukturierung des Albums eher ungünstig aus, gelinde gesagt – auch wenn es grundsätzlich eine nette Sache ist, dem Hörer ganze 12 vollwertige Titel ohne viel Schnickschnack zu servieren. Im Falle von THE FINAL REQUIEM aber wirkt sich das Ganze zusätzlich negativ aus, zumal sich alle Titel stets grob um die 4-Minuten-Marke herum bewegen und in vielerlei Hinsicht ähnlich aufgemacht sind – woran auch ein hie und da eingeschobener Stimmverzerrungs-Effekt wie in EDGE OF THE WORLD oder das alles andere als atmosphärische PAGAN RITUAL nicht viel ändern. Überhaupt ist es kaum zu verstehen, dass es AXENSTAR hier nicht einmal schaffen den einzelnen Titel-Erwartungen ansatzweise gerecht zu werden – und sich selbst die vermeintlich bösen oder zumindest eine gewisse Härte versprechenden Titel (SEEDS OF EVIL) als absolut typische AXENSTAR-Nummern ohne viel Biss herausstellen. Demnach kann es durchaus vorkommen, dass man nach dem noch recht prägnanten Opener und Titeltrack FINAL REQUIEM nicht mehr so recht weiß wo und woran man jeweils ist – und das schlicht, da das Album im weiteren Verlauf deutlich zu gleichförmig und überraschungsarm daherkommt.

Sicher, all das ändert wenig an der grundsätzlich tadellosen handwerklichen Leistung der einzelnen Mitglieder sowie der im Vergleich zum Vorgänger sogar noch verfeinerten Abmischungs- und Produktionsqualität – die Fähigkeit wirklich kultverdächtige oder zumindest nachhaltig wirkende Song-Momente zu kreieren schien den Schweden auf THE FINAL REQUIEM aber dezent abhanden gekommen zu sein. Vielleicht könnte man auch sagen, dass zu viele Köche den Brei verderben – was unter Umständen auch für eine Flut von grundsätzlichen guten Genre-Nummern einer einzelnen Band gelten kann, die sich in ihrer Gesamtheit als überraschend zäh erweisen und sich letztendlich doch nur auf einem durchschnittlichen Niveau einpendeln können.

Absolute Anspieltipps: FINAL REQUIEM, CONDEMNATION


„Handwerklich und klangtechnisch über viele Zweifel erhaben – aber wie so oft zeigt sich, dass das längst nicht alles ist.“

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