Metal-CD-Review: AXENSTAR – Aftermath (2011)

Alben-Titel: Aftermath
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Januar 2011
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: IceWarrior Records

Alben-Lineup:

Adam Lindberg – Drums
Joakim Jonsson – Guitars
Jens Klovegård – Guitars
Magnus Winterwild – Vocals, Bass, Keyboards

Track-Liste:

1. Dogs of War (05:12)
2. The Escape (03:52)
3. Tears of the Sun (03:21)
4. Agony (05:26)
5. Aftermath (03:49)
6. The New Breed (04:50)
7. Dead Kingdom (04:51)
8. Until Your Dying Breath (05:06)
9. Signs of a Lie (04:27)
10. Forever the Pain (05:29)

Die Sache musste einfach ein Nachspiel haben.

Ja, sie hatten es endlich getan – und erstmals mehr als nur ein oder zwei Jahre zwischen zwei Studioalben vergehen lassen. In diesem Falle waren es sogar ganze 5, was durchaus eine Unregelmäßigkeit in der bis dato recht gradlinigen Diskografie der Schwedischen Power Metaller von AXENSTAR markiert. In gewisser Weise handelte es sich aber auch um eine unbedingt notwendige – schließlich waren die überambitionierten Musiker um den gesanglich unverkennbaren Frontmann Magnus Winterwild mit der vergleichsweise rasanten Veröffentlichungsstrategie ihrer ersten vier Alben dezent über das Ziel hinausgeschossen. Eine der unvermeidlichen (oder zumindest nicht gänzlich zu versteckenden) Folgen war ein spürbarer qualitativer Abfall nach dem ebenso überraschenden wie guten Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT (siehe Review), der letztendlich auf dem viel zu gleichförmigen und unspektakulären THE FINAL REQUIEM aus dem Jahre 2006 (Review) mündete. Umso spannender war und ist natürlich die Frage, in wie weit sich die lange (und im besten Fall kreative) Pause der Schweden auf ihre Musik ausgewirkt hatte – und ob sie es geschafft hatten, sich aus ihrem quasi selbst geschaufelten Loch der Bedeutungslosigkeit zu befreien. Schließlich, und auch das sollte man nicht vergessen; waren AXENSTAR längst nicht die einzigen, die sich Anfang der 2000er Jahre aufgemacht hatten um die Welt mit ihrer Interpretation eines melodischen Power Metals zu erobern.

In Bezug auf AFTERMATH ist auf den ersten Blick dann vornehmlich eines festzustellen: es hatte sich tatsächlich etwas getan in den musikalischen Welten von AXENSTAR. Insbesondere die dieses Mal deutlich schroffere Gangart der Gitarren sowie das kräftige Drumming fallen hier direkt, und damit schon im knackigen Opener DOGS OF WAR auf – der überdies auch einige Tempowechsel vorsieht und schnell zu einem der spannenderen AXENSTAR-Titel avancieren kann. Warum man in der Mitte der Nummern allerdings eine derart miserabel abgemischte Sprechpassage einbauen musste, wissen nur die Schweden selbst – der Atmosphäre ist sie jedenfalls nicht unbedingt dienlich. Doch was hilft es, sich mit (wieder einmal: völlig vermeidbaren) Kleinigkeiten aufzuhalten wenn es doch um das große Ganze geht – was zumindest im Vergleich mit dem müden Vorgänger THE FINAL REQUIEM recht angenehm ausfällt. Fast schon kurios in diesem Zusammenhang ist indes, dass es die Schweden erst jetzt geschafft hatten ihre Nummern so zu gestalten, dass man sie auch tatsächlich auseinander halten kann. Sei es ein plötzlicher Tempo- oder Rhythmuswechsel hier, ein überraschender Break dort; längere Instrumental- und Solipassagen oder das sich wieder etwas deutlicher zu Wort meldende Keyboard – AFTERMATH sprüht im Vergleich zu seinem Vorgänger geradezu vor Spielfreude und Abwechslung, und macht dementsprechend auch wesentlich mehr Spaß.

Das gilt natürlich auch für den unter Umständen noch immer etwas wenig variablen, dafür aber absolut stilsicherne Leadgesang von Magnus Winterwild – der dieses Mal geradezu perfekt von den lebendigen Kompositionen aufgefangen wird. Anders gesagt: in Bezug auf die schon immer sichere handwerkliche Komponente der Band hatte sich bis auf die etwas härtere und griffigere Gangart wenig getan, glücklicherweise – doch im Hinblick auf ihre Fähigkeiten wirklich gute und aussagekräftige Genre-Nummern zu schreiben, machten AXENSTAR im Rahmen der Pause zwischen THE FINAL REQUIEM und AFTERMATH einen wahren Quantensprung. Demnach kann man auch kaum etwas falsch machen, wenn man dem geneigten Power Metal-Konsumenten ein Album wie dieses ans Herz legt – ein Album, mit dem AXENSTAR endlich den Kreis zu ihrem gelungenen Debütalbum schließen konnten.

Absolute Anspieltipps: THE ESCAPE, TEARS OF THE SUN, AFTERMATH, THE NEW BREED, FOREVER THE PAIN


„Na also – dieses Mal gibt es fast nichts auszusetzen.“

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