Metal-CD-Review: AXENSTAR – Far From Heaven (2003)

Alben-Titel: Far From Heaven
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. November 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Keyboards
Magnus Ek – Bass
Pontus Jansson – Drums
Thomas Eriksson – Guitars (lead)
Peppe Johansson – Guitars

Track-Liste:

1. The Descending (Intro) (01:05)
2. Infernal Angel (04:16)
3. Blind Leading the Blind (04:43)
4. Don’t Hide Your Eyes (05:12)
5. Far from Heaven (06:56)
6. Abandoned (05:19)
7. Children Forlorn (04:12)
8. Death Denied (04:31)
9. Blackout (04:59)
10. Northern Sky (04:55)

Der Weg ist das Ziel.

FAR FROM HEAVEN ist das zweite offizielle Studioalbum aus dem schwedischen Hause AXENSTAR – und damit auch jener 2001 gegründeten Power Metal-Combo, die sich seit ihrem Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT (siehe Review) für einen recht unverkennbaren Sound verantwortlich zeichnet. Zu nicht unerheblichen Teilen mitverantwortlich ist dafür auch der hiesige Frontmann Magnus Winterwild, der mit seiner ebenso sanften wie einzigartigen Stimme als Aushängeschild von AXENSTAR fungiert – analog zu den enorm melodischen Kompositionen einer wenn man so will typisch nordischen Spielart, versteht sich. Auf dem vorliegenden FAR FROM HEAVEN bekam das Gesangstalent dabei sogar etwas mehr Spielraum zugestanden als noch zuvor – was zum einen an der weitaus differenzierteren Abmischung liegt, und zum anderen an der im Vergleich mit PERPETUAL TWILIGHT doch etwas großzügiger ausfallenden Vielfalt des vertretenen Liedguts. Neben der schon vom Debütalbum bekannten Marschrichtung in Form von leicht melancholisch angehauchten Uptempo-Nummern mit starken Refrains und explizitem Hymnen-Einschlag (INFERNAL ANGEL, FAR FROM HEAVEN, DEATH DENIED, BLACKOUT) finden sich auf FAR FROM HEAVEN schließlich auch einige Titel, die man so von AXENSTAR noch nicht hatte hören können.

Beispiele dafür finden sich etwa im eigentlich recht flotten, rhythmisch dann aber doch etwas aus dem Rahmen fallenden LEADING THE BLIND; im nicht wirklich balladesken aber doch vergleichsweise sanften DONT HIDE YOUR EYES, in den deutlich zurückhaltenderen Rockern mit dezentem Retro-Touch und reichlich Keyboard-Einsatz (ABANDONED und THRILLS IN THE NIGHT) oder der durch und durch-Ballade NORTHERN SKY. Tatsächlich ist die hier von AXENSTAR angebotene Bandbreite an verschiedenen Marschrichtungen und Stimmungen grundsätzlich angenehm – zumal sie die handwerklichen Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder zusätzlich unterstreicht und FAR FROM HEAVEN so zu einer etwas spannenderen Angelegenheit macht als noch das Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT. Einer spannenderen, ohne Zweifel – doch ob es die Schweden dabei wirklich geschafft haben ihr Debütalbum auch qualitativ zu übertreffen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Immerhin profilierte sich gerade PERPETUAL TWILIGHT als vergleichsweise unkompliziertes und unmittelbar wirkendes Kraftpaket, dessen Gesamtwirkung selbst in Anbetracht der nicht gerade optimalen Abmischungs- und Produktionsarbeit kaum geschmälert wurde.

Anders gesagt: FAR FROM HEAVEN hält definitiv die größere Vielfalt bereit, verfügt über einen deutlich professionelleren technischen Part und zeigt insbesondere den hiesigen Leadsänger Magnus Winterwild von einer noch vorteilhafteren Seite – doch an die schiere Effektivität des Debütalbums kann der Nachfolger dennoch nicht ganz heranreichen. Der hauptsächliche Grund dafür, der im übrigen eng mit den bereits erwähnten Einzel-Titeln zusammenhängt; ist dann auch recht schnell gefunden: AXENSTAR agieren auf FAR FROM HEAVEN zwar weitaus variabler und auch professioneller als zuvor, haben dabei aber auch den Alltag oder eher die Routine in ihre Kompositionen einfließen lassen. Wie eine markante Kampfansage oder ein wie-auch-immer herausragender Moment innerhalb der Diskografie der Schweden wirkt und klingt das Album jedenfalls nicht. Wenn man so will und vom schlimmsten Fall ausgeht, könnte man sogar von einer gewissen Form der Gleichförmigkeit innerhalb der einzelnen Titel sprechen – die des Öfteren mit einigen eher langatmigen Passagen aufwarten, und die Schweden insbesondere in den langsameren und balladesken Momenten (NORTHERN SKY ist als Inbegriff eines jeden Power Metal-Klischees hoffentlich nur ein einmaliger Ausrutscher) alles andere als glanzvoll abschneiden lassen.

Schlussendlich ist es ebenso ärgerlich wie überraschend, dass ausgerechnet die von der Band an den Tag gelegte Vielfalt zu einer mehr oder weniger frappierenden Schwäche von FAR FROM HEAVEN avanciert – die analog zum auch insgesamt eher weichen Sound-Eindruck verhindert, dass das Album in ähnliche Sphären aufsteigen kann wie der Vorgänger. Selbstverständlich handelt es sich trotz allem noch um ein solides Power Metal-Album, dass im Vergleich mit vielen anderen noch locker die Nase vorn hat und gerade Fans von Combos wie SONATA ARCTICA ansprechen sollte. Doch gerade von einer Band wie AXENSTAR hätte man hier schlicht noch etwas mehr erwarten können.

Absolute Anspieltipps: INFERNAL ANGEL, FAR FROM HEAVEN, DEATH DENIED, BLACKOUT


„Nicht mehr ganz so stark wie das Debüt, aber noch immer ein solider Nachfolger.“

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