Metal-CD-Review: CRYONIC TEMPLE – Blood, Guts & Glory (2003)

Alben-Titel: Blood, Guts & Glory
Künstler / Band: Cryonic Temple (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: LMP / Limp Music Productions

Alben-Lineup:

Esa Ahonen – Guitars
Jan J. Cederlund – Bass
Gert Steelheart – Drums
Leif Collin – Guitars
Jan Söderlund – Keyboards
Glen Metal – Vocals

Track-Liste:

1. Morphine Dreams (01:01)
2. Mercenaries of Metal – The Quest Pt. I (06:10)
3. Inquisition – The Quest Pt. II (04:33)
4. Swords and Diamonds (04:23)
5. Thunder and Lightning (03:34)
6. The Story of the Sword (05:32)
7. Long Live the Warriors (05:34)
8. Triumph of Steel (04:52)
9. The Midas Touch (Samurai) – The Quest Pt. III (06:06)
10. Through the Skies (04:28)

Wer wird sich denn gleich im Gedärm seiner Gegner suhlen…

Im Zuge der um die Jahrtausendwende herum aktiv gewordenen Genre-Combos ist die Rechnung kaum ohne die Schweden von CRYONIC TEMPLE zu machen – die nach ihrem rundum überzeugenden Debütalbum CHAPTER I (2002, siehe Review) sogleich entsprechend nachlegten. Das zweite offizielle Werk aus der Hit- und Hymnenschmiede um den damals die Band repräsentierenden Frontmann Johan Johansson horcht dabei auf den einiges vorwegnehmenden Namen BLOOD, GUTS & GLORY, beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 46 Minuten – und macht grundsätzlich ziemlich genau da weiter, wo man das erfolgreiche CHAPTER I vor nicht allzu langer Zeit geschlossen hatte. Anders gesagt: auch auf dem zweiten Album der Schweden wird ein recht klassischer und schnörkelloser Power Metal der europäischen Spielart inszeniert, der einer gewissen Hymnen-Tauglichkeit nicht entbehrt. Und tatsächlich: ganz im Sinne von seinerzeit ganz ähnlich auftretenden Bands wie etwa STEEL ATTACK hatten es CRYONIC TEMPLE dabei durchaus geschafft, den ein oder anderen kultverdächtigen Moment festzuhalten. In Bezug auf das vorliegende Album gilt das selbstverständliche mit Ausnahme des überraschend unerträglichen Intros MORPHINE DREAMS, das mit seinen künstlichen Streichern zunächst noch einen alles andere als formidablen Eindruck hinterlässt.

Danach aber geht es mit Titeln wie der unaufhaltsam voranpreschenden Band- und Genre-Hymne MERCENARIES OF METAL sogleich ordentlich los – und das mit einer solchen Überzeugungskraft und Vehemenz, dass dem geneigten Power Metal-Konsumenten die ein oder andere Freudenträne ins Auge schießen könnte. Sicher handelt es sich hierbei um eine ebenso glückliche wie letztendlich doch eher seltene Erscheinung – erst Recht wenn man bedenkt, dass CRYONIC TEMPLE erst gar nicht allzu viel oder allzu außergewöhnliches unternommen haben um die Gunst der Hörerschaft zu gewinnen. Anders gesagt: nicht viele Bands, die – wenn man es einmal ganz nüchtern betrachtet – so schlicht klingen wie CRYONIC TEMPLE konnten und können eine ähnlich intensive und vor allem glaubhafte Wirkung etablieren. Als Pate für das schier perfekt aufgehende Konzept der Band stehen in diesem Fall klar Nummern wie das zünftige INQUISITION, das hymnisch-HAMMERFALLeske THE STORY OF THE SWORD oder das dezenten in Richtung MANOWAR schielende TRIUMPH OF STEEL – was letztendlich deutlich weniger nach MANOWAR klingt als beispielsweise das vorangegangene LONG LIVE THE WARRIORS. Selbige Nummer sorgt im übrigen auch dafür, dass das Album trotz seiner zahlreichen Highlights dezent hinter seinem Vorgänger CHAPTER I zurückstecken muss – analog zum ebenfalls nicht unbedingt herausragenden Abschluss des Albums in Form des etwas zu wilden THROUGH THE SKIES, dass in Bezug auf das Drumming und den vergleichsweise plumpen Refrain nicht wirklich überzeugt.

Davon abgesehen stehen aber so gut wie alle Zeichen auf grün, und das sogar auch oder vor allem in Bezug auf die Details – wie etwa die wahnwitzigen Soli-Parts, die gerne mal an die regulären Titel angehängt werden. Wenn man so will gehören sie vielleicht sogar zum besten, was das Genre jemals hervorgebracht hat – oder zumindest zum unterhaltsamsten. Dass das Handwerk der einzelnen Mitglieder, und insbesondere das des damaligen Leadsängers Johan Johansson eine ebenso überzeugende wie unvergleichliche Figur macht wie die allgemein recht vorteilhaft ausgefallene Abmischungs- und Produktionsarbeit, setzt dem Ganzen die Krone auf. Fest steht: ein Album wie BLOOD, GUTS & GLORY gehört in jede gut sortierte Power Metal-Sammlung.

Absolute Anspieltipps: MERCENARIES OF METAL, INQUISITION, THE STORY OF THE SWORD, TRIUMPH OF STEEL


„Ein zeitloser Geheimtipp.“

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