Metal-CD-Review: ENCELADUS – Arrival (2018)

Alben-Titel: Arrival
Künstler / Band: Enceladus (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. März 2018
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Geo Roessler – Guitars
Soikkam – Vocals
Orry Zickefoose – Bass
Doug Bell – Drums

Track-Liste:

1. Arrival (01:36)
2. Distant Land (03:36)
3. Instrumentality (04:07)
4. Blueprint (03:29)
5. On Our Own (03:20)
6. Clockwork (03:34)
7. Bridges (03:44)
8. Universal Century (04:11)
9. Through the Dark (03:57)
10. Under Burning Skies (02:51)

Vom Ankommen in zwei unterschiedlichen Ausprägungen.

Ja, auch in der Zunft der schon etwas länger bestehenden, bis dato aber noch nicht richtig durchgestarteten Power Metal-Bands aus dem Independent-Bereich lässt sich so manch unerwartete Perle entdecken. Zumindest im besten Fall, und wenn es nach dem Versprechen von aufstrebenden Bands wie ENCELADUS geht – die sich mit ihrer ganz eigenen, von der Band selbst als Cosmic Enlighten Metal getauften Interpretation des Genres schon auf ihrem 2014’er Debütalbum JOURNEY TO ENLIGHTEMENT (siehe Review) einen Namen gemacht haben. Allerdings keinen wirklich großen oder einen, der bis heute nachhallen würde – sodass es die mit einem neuen Lineup an den Start gehenden Amerikaner nunmehr auf ihrem passend betitelten Zweitwerk ARRIVAL darauf ansetzen, in der Szene anzukommen und entsprechend wahrgenommen zu werden.

Und tatsächlich, allzu schlecht stehen die diesbezüglichen Chancen nicht. Immerhin konnten die talentierten, rein musikalisch sicher kaum als Amerikaner zu identifizierenden Recken schon auf ihrem dezent in Richtung POWER QUEST, CELLADOR und DRAGONFORCE schielenden Debütalbum überzeugen – wobei ARRIVAL durchaus die Chance wahrnimmt aufzuzeigen, was sich im Laufe der mittlerweile vergangenen Jahre alles im Hause ENCELADUS getan hat. Glücklicherweise muss man dabei aber nicht nur von hörbare Veränderungen ausgehen, sondern größtenteils auch von für die Band sprechenden Verbesserungen. Die nunmehr deutlich professionellere Aufarbeitung und auch handwerklich sicherere Inszenierung des Materials steht hierbei klar an erster Stelle.

Anders, und zusammenfassend gesagt: während JOURNEY TO ENLIGHTEMENT noch am ehesten als Hommage an einige der bereits erwähnten Vergleichscombos verstanden werden konnte, nähern sich ENECELADUS auf ihrem ARRIVAL immer mehr einer eigenen, vor allem im handwerklichen Sinne überzeugenden Identität. Mit verantwortlich dafür ist auch das teils merklich zurückgefahrene Tempo, was gleich zweierlei positive Folgen hat: zum einen sind die Vergleichsmöglichkeiten zu Combos wie DRAGONFORCE & Co damit schlicht deutlich spärlicher gesät, und zum anderen können ENCELADUS ihre Stärken in Bezug auf eine ausgewogene Instrumentierung voll ausspielen.

Und davon profitieren grundsätzlich alle Mitglieder, allen voran aber der neue Bassist – der auf ARRIVAL hinreichend Gelegenheit bekommt, sein Können unter Beweis zu stellen. Dass der Power Metal von ENCELADUS dabei noch immer vergleichsweise leichtgängig und zugänglich bleibt und somit auch einer gewissen Hymnen-Tauglichkeit nicht entbehrt, macht sie Sache grundsätzlich perfekt – wenn da nicht doch noch der ein oder andere kleinere Abstrich zu machen wäre. Abgesehen von der noch immer etwas zu greifbaren Verwechselbarkeit von ENCELADUS mit so vielen anderen heutzutage aktiven Genrebands, versteht sich – die man aber grundsätzlich verschmerzen kann.

So sollte das weiterhin frappierendste Problem von ENCELADUS im hiesigen Leadgesang von Soikkam zu suchen (und leider auch zu finden) sein, der hier und im Vergleich zum Vorgänger zwar schon etwas sicherer auftritt – dabei aber noch immer weit davon entfernt ist, im ehrenwerten Kreis der hochkarätigsten Power Metal-Gesangstalente aufgenommen werden zu können. Sicher, es ist zwar ebenso interessant wie überraschend; dass er speziell in Anbetracht einiger Passagen des Openers DISTANT LAND wie ein zweiter Carsten Frank (der einst als Frontmann der schon seit geraumer zeit nicht mehr aktiven Genre-Combo GALLOGLASS fungierte) klingt – doch letztendlich kann er noch nicht vollständig überzeugen, wofür gesanglich anspruchsvoll aufgemachte Nummern wie INSTRUMENTALITY natürlich erst Recht Pate stehen.

Diesbezüglich laufen alle anderen Probleme der Band dann auch fast schon unter ferner Liefen – oder sind bei einzelnen eher schwächeren Nummern wie etwa CLOCKWORK bei Bedarf zu überspringen. Demnach ist vor allem eines festzuhalten: ja, ENCELADUS sind einen markanten Schritt nach vorn gegangen, und haben sich in handwerklicher Hinsicht stark verbessert – was aber leider nicht, oder zumindest nur äußerst eingeschränkt für den Leadgesang gilt. Ob das somit etwas erwachsenere, aber längst nicht perfekte Album damit wirklich dem spielerisch wahnwitzigen Vorgänger vorzuziehen ist; dass muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist nur, dass ENCELADUS noch immer einiges an Luft nach oben lassen – und das Ziel, ihr Potential vollends auszuschöpfen noch nicht ganz erreicht haben.

Absolute Anspieltipps: DISTANT LAND, BLUEPRINT, UNIVERSAL CENTURY, THROUGH THE DARK


„Noch nicht wirklich angekommen, aber auf dem richtigen Weg.“

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