Filmkritik: „The Cloverfield Paradox“ (2018)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Julius Onah
Mit: Gugu Mbatha-Raw, David Oyelowo, Daniel Brühl u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 102 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction
Tags: Cloverfield | Paradox | Paradoxon | Weltall | Weltraum | Sci-Fi

So oder so – der Mensch bleibt sein eigener größer Feind…

Inhalt: In einigen Jahren scheinen sich die Energie-Ressourcen der Erde langsam aber sicher dem Ende zuzuneigen. Um doch noch eine patente Lösung zu finden und die sich bereits anbahnenden größeren Kriege zu verhindern, trommelt man eine international aufgestellte Crew zusammen – die sich auf eine hochmoderne Raumstation im Erdorbit begibt, um eine Art Teilchenbeschleuniger in Betrieb zu nehmen. Die auf den Namen Shepard getaufte Konstruktion soll es der Menschheit ermöglichen, an die so dringend benötigte Energie zu gelangen – auf welchem Weg genau, das wissen aber nicht einmal die Crewmitglieder selbst. Und genau das ist ein berechtigter Grund zur Sorge, denn als der Teilchenbeschleuniger erstmals hochgefahren wird gibt es einen Zwischenfall – der zunächst auf einen normalen Defekt schließen lässt. Bald darauf stellt sich allerdings heraus, dass das Problem der Crew aus weit mehr als nur ein paar losen Schrauben besteht…

Kritik: THE CLOVERFIELD PARADOX ist der mittlerweile dritte Titel aus dem unter anderem von J.J. Abrams produzierten CLOVERFIELD-Universum – das erstmals im eigentlichen Spielfilm aus dem Jahre 2008 (siehe Review) vorgestellt wurde. Und auch wenn die Filme zweifelsohne nicht zum besten (und vor allem nicht innovativsten) gehören was das Genre der Science Fiction jemals hervorgebracht hat, so geht die Veröffentlichung der Filme doch stets mit einer gewissen Spannung einher – hauptsächlich wohl durch die recht geschickte Marketing-Kampagne inklusive einer Form der Geheimniskrämerei, aufgrund derer man erst recht hellhörig wird. Was genau dann aber in den CLOVERFIELD-Filmen drinsteckt ist eine andere Sache, und kann zumeist nicht wirklich mit den zuvor geäußerten Versprechungen mithalten – wie auch im Falle von THE CLOVERFIELD PARADOX.

Eines muss man der Produktion, die interessanterweise kurz vor dem Start an den Streaming-Anbieter Netflix verkauft wurde; aber durchaus lassen: sie macht in Bezug auf ihre handwerkliche Komponente eine überraschend gute Figur. Insbesondere die Innen- und Aussenansichten der im Orbit der Erde schwebenden Raumstation, die teilweise anberaumten Zerstörungs-Effekte und auch die Kostüme und Ausstattung hinterlassen (wenngleich sie insgesamt doch sehr dunkel gehalten sind) einen angenehm professionellen und keineswegs dahingeschluderten Eindruck. Und auch die weitestgehend unbekannten Darsteller; von denen dem geneigten deutschen Kinopublikum immerhin Daniel Brühl bekannt sein sollte (der sich interessanterweise nicht als Fehlbesetzung herausstellt) geben ihr sichtlich bestes, um das Maximum aus den letztendlich doch eher ernüchternden Charakterporträts herauszuholen.

Bereits die recht gut inszenierten Weltraum-Bilder (die dabei nicht von ungefähr an INTERSTELLAR erinnern) weisen dabei aber schon unterschwellig auf eines der hauptsächlichen Probleme von THE CLOVERFIELD PARADOX hin. Schließlich mag der Film mit vielem glänzen – nur nicht mit einem Übermaß an guten oder gänzlich neuen Ideen, was sich vor allem auf die inhaltliche Komponente auswirkt. Seien es Elemente aus Filmen wie ALIEN, zahlreichen anderen neueren Sci-fi-Produktionen oder ganze Stimmungs-Brocken aus einem Spiele-Universum wie DEAD SPACE – ein wirklicher frischer Wind weht nicht in THE CLOVERFIELD PARADOX. Hinzu kommt, dass auch die eigens erdachten Ideen nicht wirklich zünden – das gesamte Gehabe um den Teilchen-Beschleuniger und vor allem seine Funktion etwa wirkt nicht selten etwas konfus und zu wenig durchdacht. Das gilt mitunter auch – und leider – für die potentiell interessanteren Szenen. Wie etwa die, in der ein ganzer Crew-Arm ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt – oder die, in denen die einzelnen Crewmitglieder auf höchst unterschiedliche Art und Weise aus dem Leben scheiden. Zumindest aus dem einen

Schließlich schneidet THE CLOVERFIELD PARADOX auch eher komplizierte, in der Sci-Fi aber stets gerne gesehene Themengebiete wie die eines sogenannten Multiversums und paralleler Welten an. Immerhin, und auch wenn hier nicht immer alles stimmig wirkt – für eine gewisse Stimmungsmache, oder eher die Lust andere und möglicherweise bessere Werke mit einer ähnlichen Thematik zu entdecken; eignet sich das Ganze allemal. Ob nun als weiterer Teil einer Filmreihe oder als eigenständiges Werk (das war der Film ursprünglich), letztendlich gilt: wenn man nicht zu viel erwartet und sich des hie und da doch noch aufkeimenden Gefühls der, man nenne es einmal interstellaren Beklommenheit hingibt; verfehlt THE CLOVERFIELD PARADOX sein Ziel nicht.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Paramount Pictures Germany

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„Eine nicht vor Schwächen gefeite, aber doch überraschend stimmige und spannend inszenierte Weltraum-Mär.“

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