Filmkritik: „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Supertoys Last All Summer Long von Brian Aldiss
Regie: Steven Spielberg
Mit: Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O’Connor u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 140 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction / Drama
Tags: AI | Künstliche Intelligenz | Roboter | Haley Joel Osment | Kinderstar

Wenn Dein Roboter-Nachbar menschlicher ist als Du.

Inhalt: Auch wenn man meinen müsste, dass man mit dem jungen David (Haley Joel Osment) einen ganz normalen kleinen Jungen vor sich hat; trügt der äußere Schein. Tatsächlich handelt es sich um ein neues und extrem fortschrittliches Roboter-Modell – das im Gegensatz zu seinen vielen Vorgänger-Modellen erstmals dazu in der Lage ist, echte Liebe zu empfinden. Für seinen ersten größeren Feldversuch hat sich der Erschaffer des Roboters, Dr. Hobby (William Hurt) die Familie der Swintons (Sam Robards, Frances O’Connor) ausgesucht. Schließlich liegt deren Sohn Martin (Jake Thomas) schon seit längerem im Koma – und David könnte den Eltern helfen, die schwere Zeit der Ungewissheit zu überstehen. Offenbar klappt das auch recht gut – bis Martin eines Tages wie durch ein Wunder erwacht, und es zu ersten handfesten Spannungen zwischen ihm und seinem neuen mechanischen Bruder kommt. Einige unglückliche Umstände führen dazu, dass David in einem verlassenen Waldstück ausgesetzt wird – und sich nach dem Zusammenschluss mit einem anderen, erwachsenen Roboter (Jude Law) auf die Suche nach einer Möglichkeit macht zu einem echten Jungen zu werden. Schließlich glaubt er, nur so die Liebe seiner Mutter zurückgewinnen zu können…

Kritik: Wann, wo und von wem das erste Mal stichhaltigere Gedanken zum Thema der Robotik und der künstlichen Intelligenz geäußert wurden, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen. Fakt ist nur, dass die Theorie einer Deus Ex Machina eine relativ zeitlose ist und dabei nicht unbedingt einer tatsächlichen Umsetzung (oder der Möglichkeit zu einer Umsetzung, der man sich mittlerweile immer weiter nähert) bedarf – und durch berühmtere literarische Abrisse immer wieder befeuert wird. Einer davon findet sich etwa in Form der Kurzgeschichte SUPERTOYS LAST ALL SUMMER LONG des britischen Schriftstellers Brian Aldiss – die im Sinne einer filmischen Aufarbeitung ursprünglich das Interesse des legendären Regisseurs Stanley Kubrick geweckt hatte, nach seinem Tod aber in die Hände von Steven Spielberg übergeben wurde. Letztendlich dabei herausgekommen ist der 2001’er Spielfilm A.I. – KÜNSTLICHE INTELLIGENZ – und das einerseits als recht typisches und vielleicht auch genau so erwartetes rundum-sorglos-Paket der Marke Hollywood; andererseits aber auch als überraschend tief schürfendes und emotional anspruchsvolles, im Sinne der eigenen Spielberg-Vorlage E.T. – DER AUSSERIRDISCHE (siehe Review) magisches Leinwandspektakel für jung und alt.

Ob man das Ganze dabei nun aus der Sicht der entsprechenden Vorlage, der Spielberg-Filmografie oder gar der einige Parallelen aufweisenden PINOCCHIO-Geschichte betrachtet, spielt dabei keine allzu große Rolle – schließlich ermöglicht Spielberg seinen Zuschauern hier einen möglichst unkomplizierten, unmittelbaren Einstieg in die Geschichte. Kurioserweise mündet diese alles andere als spezifische Vorgehensweise hier aber nicht in einem oberflächlichen Durcheinander – vielmehr untersützt sie den Eindruck, dass Spielberg seine Stärken als vergleichsweise universeller, aber eben auch nicht gänzlich substanzloser Hollywood-Unterhalter ausspielen konnte. Dazu passt auch die Feststellung, dass A.I. weder in inhaltlicher noch gestalterischer Hinsicht nennenswerte Probleme offenbart – und selbst potentielle Schwächen (wie eben auch die alles andere als auf Konfrontation gebürstete, eher in Richtugn eines modernen Märchens driftende Machart) ins positive verklehrt werden können.

Letztendlich ist A.I. damit ein Film geworden, der sich trotz seines gerne auch mal hochmodern dargestellten Technologie-Bezugs und der eingeschobenen Kubrick-Hommage an der absoluten Basis orientiert – und den Zuschauer weniger mit kopflastigem Dystopie-Gebrabbel als mit vielen zu Herzen gehenden Momenten ködert, gut unterhält und mit Sicherheit auch über den Film-Kontext hinaus beschäftigen wird. Große bonuspunkte gibt es dementsprechend auch für den atmospährischen Score von John Williams, sowie die Liestung des damals hochkarätigsten Kinderdarstellers überhaupt – Haley Joel Osment. Sofern es hier bei einer einmaligen Ambition bleibt – und sich Spielberg nicht etwa doch noch zu einem potentiell kruden Sequel hinreissen lässt – geht diese Form der prinzipiell etwas seichter aufgemachten Science Fiction speziell auch für ein jüngeres Publikum absolut in Ordnung. Im besten Fall wirkt sie sogar leicht kukltverdächtig – sodass man hier durchaus von Spielberg’s zweiten E.T. sprechen könnte.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Warner Bros Film GmbH

border_01

„Ein rundum stimmiges, brillant gespieltes und angenehm zeitloses Meisterwerk der Science Fiction.“

filmkritikborder

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.