Metal-CD-Review: BLIND GUARDIAN – At The Edge Of Time (2010)

Alben-Titel: At The Edge Of Time
Künstler / Band: Blind Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. Juli 2010
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Hansi Kürsch – Vocals
André Olbrich – Guitars
Marcus Siepen – Guitars
Frederik Ehmke – Drums

Track-Liste:

1. Sacred Worlds (09:17)
2. Tanelorn (Into the Void) (05:58)
3. Road of No Release (06:30)
4. Ride into Obsession (04:46)
5. Curse My Name (05:52)
6. Valkyries (06:38)
7. Control the Divine (05:26)
8. War of the Thrones (04:55)
9. A Voice in the Dark (05:41)
10. Wheel of Time (08:55)

Je knapper die Zeit, umso größer der Schöpfungsdrang ?

Man mag über sie denken was man will, aber: trotz dessen, dass sie schon seit unzähligen Jahren im Geschäft sind, mindestens einen markanten Stilwechsel vollzogen und dabei auch das ein oder andere Experiment gewagt haben; standen die deutschen Power Metaller von BLIND GUARDIAN noch zu keinem Zeitpunkt vor der Gefahr, sich in irgendeiner Form die Blöße zu geben. Dementsprechend – und mal abgesehen von ihrer ohnehin vorhandenen Wegbereiter-Funktion – sind sie mit ihren bis dato veröffentlichten, allesamt rundum zufriedenstellenden Studioalben auch nicht mehr aus der allgemeinen Power Metal-Szene wegzudenken. Dennoch, und das gilt längst nicht nur für BLIND GUARDIAN; ist es nur selten ratsam sich auf seinen bisherigen Erfolgen auszuruhen – weshalb das Bestreben immer neue Höhen zu Erreichen auch noch nach vielen Jahren vorhanden sein kann oder sollte. Zumindest im besten Fall – und glücklicherweise auch in Anbetracht eines Albums wie AT THE EDGE OF TIME, dem mittlerweile neunten offiziellen Langspieler der niemals ruhenden Power Metaller.

Anders gesagt: auch wenn bisher kein einziges BLIND GUARDIAN-Album Schwächen aufwies die den Hörgenuss in einer wirklich nachhaltigen Art und Weise hätten trüben können, ließen die Krefelder hie und da doch etwas Luft nach oben. Was nur verständlich ist, auf die auch bei einer großen Band wie dieser vorhandenen (menschlichen) Makel hinweist – und eine spezifischere Differenzierung zwischen den einzelnen Alben überhaupt erst möglich macht. Während der Vorgänger A TWIST IN THE MYTH (siehe Review) also möglicherweise nicht zum besten gehörte, was die Band der geneigten Hörerschaft jemals präsentiert hatte; schien die Band auf dem 2010 nachgeschobenen AT THE EDGE OF TIME noch einmal deutlich zugelegt zu haben. Und das in mehrerlei Hinsicht – vor allem aber was die an den Tag gelegte Härte, den spürbaren Druck und auch die Ausgewogenheit zwischen antreibend-rassigen Momenten und den für die Band typischen folkloristischen oder balladesken Einschüben betrifft. Betrachtet man den überraschend gut funktionierenden Opener SACRED WORLDS, sicher auch den symphonischen – die bei BLIND GUARDIAN eher selten Verwendung finden, hier aber schon einmal für einen vergleichsweise erfrischenden Alben-Auftakt sorgen.

Schon kurz darauf, und mit Titeln wie TANELORN oder RIDE INTO OBSESSION macht sich die im Gegensatz zum noch etwas luftigeren Vorgänger neu entdeckte Härte und Griffigkeit von BLIND GUARDIAN bemerkbar – die dem Album einen ebenso interessanten wie antreibenden Charakter einverleibt, und die dazwischenliegenden Titel wie etwa das stampfende ROAD OF NO RELEASE oder das für die Band typische Folk-Intermezzo CURSE MY NAME zu wunderbar aufgehenden atmosphärischen Einschüben macht. Was darauf folgt, ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern – läuft dann aber zugegebenermaßen auch mal Gefahr, etwas zu eintönig zu klingen. Während das recht ansprechende VALKYRIES dabei eigentlich nur – und leider – im Refrain schwächelt, wirkt sich das insbesondere bei einer sich nicht wirklich für eine Marschrichtung entscheidenden Nummer wie CONTROL THE DIVINE eher negativ aus. Glücklicherweise haben BLIND GUARDIAN aber noch etwas in Petto – und das ist das höchst geniale Trio aus der fast schon magischen Ballade WAR OF THE THRONES, dem Gassenhauer A VOICE IN THE DARK (der richtigerweise auch als Videosingle ausgekoppelt wurde) sowie dem episch aufgemachten und überlangen Rausschmeißer WHEEL OF TIME; der noch einmal alles abreißt was geht.

Letztendlich handelt es sich damit um ein BLIND GUARDIAN-Album, dass wieder mal einen dezenten Vorsprung gegenüber seinem direkten Vorgänger aufzuweisen vermag – und demnach auch in keiner gut sortierten Power Metal-Sammlung fehlen sollte.

Absolute Anspieltipps: SACRED WORLDS, TANELORN, RIDE INTO OBSESSION, VALKYRIES, A VOICE IN THE DARK, WHEEL OF TIME


„Ein vor allem zum Auftakt und zum Ende immens starkes BLIND GUARDIAN-Album.“

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