Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – The Nature Of Time (2017)

Alben-Titel: The Nature Of Time
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Juni 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Frontiers Records

Alben-Lineup:

Andrea Buratto – Bass
Aldo Lonobile – Guitars
Gabriele Ciaccia – Keyboards
Michele Luppi – Vocals
Marco Lazzarini – Drums

Track-Liste:

1. Intermission (01:39)
2. The Calling (05:14)
3. Love (04:13)
4. Courage (05:39)
5. Kindness (05:14)
6. Honesty (05:12)
7. Faith (04:49)
8. Reliance (06:05)
9. Commitment (03:33)
10. The Awakening (08:57)
11. The New Beginning (05:17)

Die Zeit kann einem in der Tat so manchen Streich spielen.

Nein, und wenn es um ihre beiden letzten Releases PORTRAIT OF A DYING HEART (siehe Review) und A TIME NEVER COME 2015 EDITION (Review) geht – mit Ruhm haben sich die durch die Verpflichtung von Micheli Luppi neu aufgestellten und so gesehen als SECRET SPHERE 2.0 zu bezeichnenden Italiener wahrlich nicht beckleckert. Zumindest noch nicht – aber was nicht ist, kann ja noch werden – oder sogar an die glorreichen Anfangszeiten der Band anknüpfen. Natürlich nur im besten Fall – und wenn die Power Metaller auf ihrem mittlerweile neunten offiziellen Studioalbum endlich den richtigen Weg einschlagen. Dass sie dieses Mal nicht auf eine (unnötige) Neuaufnahme eines Klassikers setzen ist dabei zweifelsohne ein Schritt in die richtige Richtung – doch ob die hier zur Schau gestellten Ambitionen wikrlich ausreichen um sowohl die alten als auch neuen Fans der Band zufriedenzustellen, ist eien gänzlich andere Frage.

Tatsächlich scheinen sich SECRET SPHERE auf ihrem THE NATURE OF TIME dann auch ziehmlich genau so zu orientieren, wie man es hätte erwarten können. Im Detail beddeutet das, dass sich die Italiener immer weiter von ihrem einstigen Schaffen entfernen und die bereits auf PORTRAIT OF A DYING HEART angedeutete Marschrichtung konsequent ausbauen; oder anders gesagt: SECRET SPHERE sind aktuell weniger als typische Power Metal-Combo zu bezeichnen, sondern vielmehr als eine sich explizit auf zwischenmenschliche Themen und entsprechend balladeske Momente spezialisierende Melodic Metal-Fraktion mit hie und da eingestreuten knackigeren Elementen (wie in COURAGE). Das sollte vor allem (und zu Recht) Fans und Freunde der früheren Gangart der Band verschrecken, die sich einst im Bereich eines ebenso symphonischen wie progressiv angehauchten Power Metals innerhalb einer aufstrebenden Band-Generation aus Italien verdingte – aber auch alle anderen, die im allgemeinen Probleme mit vergleichsweise aufgeweichten musikalischen Strukturen haben.

THE NATURE OF TIME sollte so am ehesten Freunde einer insgesamt eher balladesken Seite des Melodic Metal ansprechen, die nichts gegen eine musikalische Aufarbeitung diverser für die Bandmitglieder aktueller zwischenmenschlicher Angelegenheiten haben. Eines muss man SECRET SPHERE dabei in jedem Fall lassen: durch die konsequente Verfolgung ihrer neuen Identität haben sie sich mittlerweile stilistisch gefestigt, und sind so auch bestens dazu in der Lage in dem von ihnen angepeilten musikalischen Segment zu punkten. So scheint insbesondere Leadsänger Michele Luppi entgültig in der Band angekommen – so variabel, emotional und doch niemals abgedroschen klang er auf noch keinem SECRET SPHERE-Release. Auch die Mitglieder an den Instrumenten machen ihre Sache gut – wobei sie vor allem immer wieder mit allerlei abwechlungsreichen Spielereien aufwarten, die die einzelnen Nummern in einer recht ansprechenden Art und Weise aufpeppen. Und das trotz oder gerade wegen ihrer teils gefühlten Längen.

Ob das Ganze aber wirklich mit dem recht ähnlich gehaltenen Schaffen von Bands wie CAIN’S OFFERING oder den neueren ALMAH mithalten kann, sei einmal dahingestellt. Inbesondere in Anbetracht dessen, dass SECRET SPHERE den Bogen hie und da dezent zu überspannen drohen – wie etwa im deutlich zu harmlosen KINDNESS oder dem stark auf die Tränendrüse drückenden Rausschmeißer THE NEW BEGINNING als Paradebeispiel. Rein technisch, und speziell in Bezug auf den Leadgesang von Micheli Luppi ist der Band aber auch hier nichts vorzuwerfen. Schlussendlich handelt es sich mit THE NATURE OF TIME also am ehesten um ein Album, welches zwei GEsichter hat. Zum einen ist es kaum noch mit dem früheren Schaffen der Band vereinbar und schneidet gerade in den ersten Momenten entsprechend gewöhnungsbedürftig ab – zum anderen aber überzeugt es als grundsätzlich angenehmes Melodic Metal-Album mit einem teils überzeugend3en emotionalen Tiefgang. Doch wie man es auch dreht und wendet, es wäre wohl in jedem Fall besser die Vergangenheit der Band beim Genuss eines Albums wie THE NATURE OF TIME komplett auszublenden – und SECRET SPHERE als das zu sehen, was sie sind. Eine Band, die sich mitten in ihrer zweiten Blütephase befindet – und die sich nicht schämt, Gefühle zu zeigen.

Absolute Anspieltipps: COURAGE, RELIANCE, COMMITMENT, THE AWAKENING


„Stellenweise sehr weich – und doch mit einigen starken und im Sinne der ab 2012 eingeschlagenen Marschrichtung von SECRET SPHERE überzeugenden Highlights versehen.“

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