Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Portrait Of A Dying Heart (2012)

Alben-Titel: Portrait Of A Dying Heart
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. November 2012
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Andrea Buratto – Bass
Aldo Lonobile – Guitars
Federico Pennazzato – Drums
Marco Pastorino – Guitars
Gabriele Ciaccia – Keyboards, Piano
Michele Luppi – Vocals

Track-Liste:

1. Portrait of a Dying Heart (06:00)
2. X (05:12)
3. Wish & Steadiness (05:37)
4. Union (04:12)
5. The Fall (05:10)
6. Healing (04:29)
7. Lie to Me (03:50)
8. Secrets Fear (05:57)
9. The Rising of Love (04:28)
10. Eternity (06:01)

Ein Herz, dass nur noch halb so schnell schlägt.

Denkt man an die ersten nachhaltig musizierenden und die Szene viele Jahre mitbestimmenden Power Metal-Pioniere aus Italien, so werden einem vornehmlich zwei Bands in den Sinn kommen: RHAPSODY OF FIRE, die mit ihrer früh an den Tag gelegten symphonischen Spielart so manchen Weg bereiteten; sowie sicher auch LABYRINTH mit ihrer Symbiose aus melodischen und auch mal etwas progressiveren Strukturen. Selbstverständlich – und trotz dessen, dass sie keinen vergleichbaren Bekanntheitsgrad innehaben – gab es aber noch einige andere Bands, die sich vergleichsweise früh aufmachten um die Hörerschaft für ihre Vision des Power Metals zu begeistern. Die bereits 1997 gegründeten SECRET SPHERE wären ein eben solches Beispiel – wobei sie musikalisch am ehesten als Zwitterwesen aus den eben genannten RHAPSODY und LABYRINTH zu bezeichnen wären, insbesondere was ihre frühesten Werke MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) oder A TIME NEVER COME (Review) betrifft. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere zeigten sich die Italiener dann aber zusehends experimentierfreudiger, wobei sie längst nicht immer den richtigen Ton zu treffen schienen. Das 2003 erschienene SCENT OF HUMAN DESIRE (Review) beispielsweise gehört zweifelsohne nicht zu den besten Projekten, denen sich die Band jemals gestellt hatte – und gerade als es mit guten (SWEET BLOOD THEORY, Review) bis sehr guten Alben (ARCHETYPE, Review) wieder auf den richtigen Weg gehen sollte, standen der Band mit der Veröffentlichung des 2012’er Albums PORTRAIT OF A DYING HEART erneut eine potentiell einschneidende Veränderungen ins Haus.

Namentlich waren das zwar solche, die man nicht von vornherein negativ attribuieren konnte – und doch sollte gerade der relativ plötzliche Wechsel des Leadsängers nicht jedermann gleichermaßen gut bekommen. So ertönt auf dem vorliegenden PORTRAIT OF A DYING HEART erstmals die Stimme von Michele Luppi, der seinen Vorgänger Roberto „Ramon“ Messina nach satten 15 Jahren als angestammter Frontmann der Band ablöste – und dem Sound von SECRET SPHERE abermals eine neue Marschrichtung verpasste. Allerdings keine, die man zuvor nicht schon irgendwo gehört hätte – schließlich war besagter Michele Luppi einige Jahre bei den Kollegen von VISION DIVINE aktiv. Das Kuriose, und letztendlich kaum vermeidbare: während SECRET SPHERE zuvor noch explizit im Fahrwasser von LABYRINTH gefahren waren, hatten sie mit der Verpflichtung von Michele Luppi abermals die Chance verpasst endlich als eigenständige Band wahrgenommen zu werden. Sicher; an der Gesangsdarbietung des Italieners ist grundsätzlich nichts auszusetzen – zumal sich die Band mit dem insgesamt eher düsteren und emotional-dramatischen Sound von PORTRAIT OF A DYING HEART auch in seine Richtung angepasst hatte. Doch vermutlich wäre es eine weitaus erfrischendere und überraschendere Angelegenheit gewesen, hätte man einen gänzlich neuen Sänger eingeführt. Entsprechende Talente gibt es schließlich genug.

So bleibt es kaum aus, dass PORTRAIT OF A DYING HEART weitaus weniger originär daherkommt als es potentiell möglich gewesen wäre – und das Album wenn schon nicht mit dem Werk von LABYRINTH (Parallelen sind zweifelsohne noch immer vorhanden, trotz des Lineup-Wechsels), dann doch relativ eindeutig mit dem von VISION DIVINE zu vergleichen und im schlimmsten Fall auch zu verwechseln wäre. Vielleicht aber auch, und das war dank der stilistischen Neuorientierung ein Novum; mit dem von SONATA ARCTICA (SECRETS FEAR) oder KAMELOT – nicht unbedingt in gesanglicher Hinsicht, aber doch in Bezug auf die durch emotional ausstaffierte Stampfer wie THE RISING OF LIVE etablierte Wirkung. Einen wirklich nennenswerten Tiefgang offenbart PORTRAIT OF A DYING HEART dabei aber nicht wirklich – und das, obwohl es mit dem zugegebenermaßen noch recht geschickt platzierten Opener und Titeltrack PORTRAIT OF A DYING HEART (der ein reines, knapp 6-minütiges Instrumental ist) noch recht spannend losgeht. Danach, und mit Nummern wie X, UNION, LIE TO ME oder dem Rausschmeißer ETERNITY schöpfen SECRET SPHERE aber auch schon aus dem für sie neu gewonnenen musikalischen Vollen – das in diesem Fall auf eine eher sanft-behutsame bis explizit balladeske Facette des europäischen Power Metals abzielt. Kräftigere Titel, wie das mit einer zusätzlich interessanten symphonischen Komponente ausgestattete THE FALL schneiden da schon wesentlich besser und vielleicht auch aussagekräftiger ab – ändern aber nichts daran, dass es dem Album insgesamt an Biss zu fehlen scheint. Und das trotz – oder paradoxerweise geraden wegen – der raueren Gangart, die zumindest vom Leadgesang und Michele Luppi ausgeht.

Dennoch, und trotz des stellenweise etwas zurückhaltenden Eindrucks bleiben dem Album einige Stärken – wie das rundum solide Handwerk der einzelnen Mitglieder, die ausgewogene Produktion oder die doch recht glaubhaft vermittelten Emotionen. PORTRAIT OF A DYING HEART ist damit weniger ein Album für Fans und Freunde der früheren SECRET SPHERE-Alben, als vielmehr ein ebenso erfrischendes wie teilweise leider auch ernüchterndes Werk – dass dem Hörer einen Einblick in die potentielle Zukunft der Band gewährt. Die spannende Frage ist nur, wie rosig selbige tatsächlich ausfallen wird – PORTRAIT OF A DYING HEART allein kann diesbezüglich noch nicht den nötigen Ausschlag liefern.

Absolute Anspieltipps: THE FALL, ETERNITY


Ein nur schwerlich einzuordnender Neuanfang – alles weitere wird sich (hoffentlich) noch zeigen.“

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