Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Archetype (2010)

Alben-Titel: Archetype
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. April 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Marco Pastorino – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Federico Pennazzato – Drums
Gabriele Ciaccia – Keyboards

Track-Liste:

1. Pattern of Thought (Intro) (01:50)
2. Line on Fire (03:44)
3. Death from Above (05:17)
4. The Scars That You Can’t See (05:08)
5. More Than Myself (04:33)
6. Future (05:24)
7. Mr. Sin (04:07)
8. Into the Void (04:25)
9. All in a Moment (03:47)
10. Archetype (05:05)

Gefangen zwischen Genialität und Wahnsinn.

Ja, die Italienischen Power Metaller von SECRET SPHERE waren schon immer für eine Überraschung gut – und das sowohl in einem explizit positiven (wie zuletzt auf SWEET BLOOD THEORY, siehe Review) als auch etwas negativeren Sinn (der relative Totalausfall in Form von SCENT OF HUMAN DESIRE, Review). Eines muss man der Combo aber in jedem Fall lassen – sie stand so gut wie niemals still, und lieferte im Laufe der Jahre immer wieder ambitionierte Genre-Alben ab. Eben das führte auch dazu, dass SECRET SPHERE früher oder später nicht mehr nur als bloße Nachahmer von potentiellen Vorbildern wie LABYRINTH betrachtet werden konnten – und die Musik der Italiener ein gewisses Eigenleben und im besten Fall auch eine unverkennbare Dynamik entwickelte. Genau dafür ist auch das 2010 erschienene ARCHETYPE ein recht anschauliches Indiz – und das nicht nur, da man nach dem recht guten SWEET BLOOD THEORY eigentlich alles (und damit auch einen erneuten Ausrutscher) von der Band hätte erwarten können. Tatsächlich aber ist ARCHETYPE das exakte Gegenteil einer herben Enttäuschung geworden – und präsentiert die Italiener von einer überraschend vorteilhaften Seite. Einer, die man so noch nicht von SECRET SPHERE kannte – und die trotz der noch immer vorhandenen Parallelen zu anderen Landes-Kollegen dafür sorgt, dass das Album bereits ab den ersten Takten aus dem musikalischen Vollen schöpft.

Tatsächlich schneidet dabei schon das Intro PATTERN OF THOUGHT positiv ab – was in Anbetracht von gerne mal vertanen Chancen zur Atmospähre-Bildung eine willkommene Abwechslung ist. Richtig spannend wird es aber erst mit dem eigentlichen Opener LINE ON FIRE – und das auch oder gerade weil die Nummer wie eine härtere Variante von HAMMERFALL’s HEARTS ON FIRE klingt, denen SECRET SPHERE hier offenbar Tribut zollen wollten. Gelungen ist ihnen das in jedem Fall: mit einem zünftigeren und überzeugenderen Auftakt hätte man ARCHETYPE kaum versehen können. Auch das folgende DEATH FROM ABOVE macht trotz seiner balladesken Einschübe klar, dass SECRET SPHERE offenbar einen ungeahnten Quell der Kraft für sich entdeckt hatten – der sich in einer schier perfekten Symbiose aus hervorragend inszenierten symphonischen Elementen, antreibenden Metal-Instrumentierungen und einem Roberto „Ramon“ Messina in absoluter Bestform widerspiegelte. Und auch wenn balladeske Nummern wie THE SCARS THAT YOU CAN’T SEE die relative Nähe zu LABYRINTH & CO wieder etwas expliziter heraufbeschwören, steht eines unweigerlich fest: so überzeugend wie auf ARCHETYPE klangen SECRET SPHERE schon lange nicht mehr. Wenn man so will, und das Album entsprechend auf sich wirken lässt – könnte man unter Umständen sogar behaupten, dass SECRET SPHERE LABYRINTH in so mancherlei Hinsicht überholt hatten. Erst Recht natürlich, was die im Zeitraum von 2005-2007 veröffentlichte Alben der Italiener angeht, die sich erst mit dem ebenfalls 2010 veröffentlichten RETURN TO HEAVEN DENIED PT. II (Review) wieder fangen konnten.

In jedem Fall kann ein Album wie ARCHETYPE sowohl in den kräftig-flotten als auch etwas behutsameren Momenten als recht kompromiß0loser Genuss bezeichnet werden – und das nicht zuletzt dank des Engagements und der transportierten Glaubwürdigkeit der einzelnen Mitglieder. Von vorne bis hinten stimmt hier vieles, man will nicht sagen alles – da sich mit MISTER SIN und ALL IN A MOMENT doch noch zwei eher unliebsame Alternativen zu den sonst keinerlei Schwächen offenbaren Titeln eingeschlichen haben. Während der eine Titel mit einer eher ungünstigen Coolness und Witzigkeit ausgestattet ist, die einen an das Schaffen auf SCENT OF HUMAN DESIRE erinnern könnte; handelt es sich bei dem anderen schlicht um eine dann doch noch überflüssige Ballade – die zudem mit einem eher schlecht als recht inszenierten weiblichen Gastgesangspart daherkommt. Davon abgesehen gibt es aber nichts zu mäkeln – zumal allein ein Über-Titel wie MORE THAN MYSELF locker das Zeug dazu hätte, über ein oder vielleicht sogar zwei schwächere Nummern hinwegzutäuschen. ARCHETYPE kann damit problemlos als eines der besten SECRET SPHERE-Alben bezeichnet und überdies in einem Atemzug mit dem legendären A TIME NEVER COME genannt werden. Bravo !

Absolute Anspieltipps: LINE ON FIRE, DEATH FROM ABOVE, INTO THE VOID, ARCHETYPE


„Ein so keineswegs erwartetes, und damit umso wirksameres Highlight.“

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