Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Heart & Anger (2005)

Alben-Titel: Heart & Anger
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. Mai 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Paolo „Paco“ Gianotti – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Daniel Flores – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Endless (01:53)
2. Where the Sea Ends (05:03)
3. First Snake (06:28)
4. Loud & Raw (04:57)
5. Dance with the Devil (05:22)
6. Set Me Free (05:17)
7. I Won’t Say a Word (05:02)
8. Lights On (05:36)
9. Leonardo da Vinci (05:22)
10. You Still Remain (05:03)
11. Bad Blood (04:05)
12. No Reason Why (06:35)
13. Faster Than the Storm (06:48)

Wenn nur alle so überzeugend aus Fehlern lernen würden…

Wenn man sich an die frühesten Alben der italienischen Power Metal-Combo SECRET SPHERE erinnert, so werden einem vermutlich – und leider – nicht nur ambitionierte Werke wie etwa das Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) oder der ebenso großartige wie kultige Nachfolger A TIME NEVER COME (Review) einfallen – sondern unter Umständen auch ein in Richtung von HELLOWEEN’s PINK BUBBLES GO APE schielender Totalausfall vom Schlage eines SCENT OF HUMAN DESIRE (Review). Interessant dabei ist, dass offenbar auch die Italiener selbst nicht wirklich mit ihrem hier an den Tag gelegten Sound inklusive einer kaum wirksamen Form der Ironie zufrieden waren – und in der Folge das einzig richtige taten. So besonnen sie sich auf ihrem vierten Studioalbum HEART & ANGER wieder auf das, was sie am besten konnten – einen ebenso knackigen wie hymnischen Power Metal der typisch europäischen Spielart zu inszenieren. Einen, der eigentlich nur einen potentiellen Nachteil hat: dass er mit dem Schaffen der Kollegen von LABYRINTH verwechselt werden könnte. Umso kurioser – aber in gewisser Hinsicht auch passend – erscheint, dass man ausgerechnet Roberto Tiranti (seit 1997 der angestammte Leadsänger von LABYRINTH) für einen Gastauftritt auf HEART & ANGER geladen hatte.

Sicher trug das nicht unbedingt zum Wiedererkennungswert von SECRET SPHERE bei – andererseits aber änderte es auch nichts an der von den Italienern offerierten musikalischen Qualität. Eine Qualität, die glücklicherweise nichts mehr mit dem zuvor geleisteten Ausrutscher SCENT OF HUMAN DESIRE gemein hat – und die Italiener sowohl in den flotteren als auch kräftig-stampfenden und stellenweise auch balladesk angehauchten Momenten von einer äußerst vorteilhaften Seite zeigt. Schon der angenehm flotte und mit dezenten symphonischen Elementen unterlegte Opener WHERE THE SEA ENDS macht diesbezüglich klar, wohin die Reise auf HEART & ANGER geht – von den gut in Szene gesetzten Instrumenten über den ebenso hymnischen wie eingängigen Refrain bis hin zur Gesangsdarbietung von Roberto „Ramon“ Messina stimmt hier alles. Gerade der scheint hier auch den größten Sprung gemacht zu haben, betrachtet man HEART & ANGER im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern – so stilsicher, variantenreich und schlicht angenehm hatte er bis dato noch nicht geklungen.

Dem Album ebenfalls zugute kommt die relative Vielfalt, die durch das Verhältnis von direkt zündenden Uptempo-Hymnen, mächtigen Stampfern und balladesken Einschüben erreicht wird. Während der Opener WHERE THE SEA ENDS, das durch Roberto Tiranti zusätzlich reizvoll erscheinende FIRST SNAKE, LIGHT ON oder der Rausschmeißer FASTER THAN THE STORM also vornehmlich aufgrund ihres Tempos und einer gewissen Hymnen-Tauglichkeit überzeugen; ist es bei Nummern wie LOUD AND RAW, DANCE WITH THE DEVIL oder dem ungewöhnlichen LEONARDO DA VINCI eher eine rockig-kraftvolle Komponente, die dank des überzeugenden Handwerks der Band ebenfalls gnadenlos gut aufgeht. Zwei grundverschiedene Gangarten, die in Bezug auf HEART & ANGER Erwähnung finden sollten; legen SECRET SPHERE dann aber auch noch an den Tag – wobei sie höchst unterschiedlich abschneiden. Zum einen wäre da die recht explizit ausgeführte balladeske Seite der Band, wie sie etwa in I WONT SAY A WORD, YOU STILL REMAIN oder NO REASON WHY präsentiert wird. Sicher, im direkten Genre-Vergleich sind auch Nummern wie diese nicht gänzlich zu vernachlässigen – und doch geraten sie SECRET SPHERE hier eher zum Nachteil.

Zum anderen, und das ist eine vergleichsweise erfreuliche Angelegenheit; inszenieren sich SECRET SPHERE gerade in Nummern wie SET ME FREE als Combo, die man nicht vorschnell in eine einzelne Schublade stecken sollte. Die hier anberaumte symphonische Komponente sorgt im Zusammenspiel mit den gar nicht mal schlecht klingenden Chören für einen ordentlichen Atmosphäre-Schub. Schlussendlich ergibt sich so ein gut durchmischtes Ganzes, dass seine Stärken klar in den handwerklichen Darbietungen der einzelnen Mitglieder und einigen teils hervorragend umgesetzten Einzel-Titeln hat – aber eben auch nicht vor kleineren Schwächen in Bezug auf eine nicht gerade spärliche Benutzung des Keyboards, die präsentierten Balladen sowie einige sich in sonst soliden Titeln versteckenden längliche Momente hat. Insgesamt aber kann man hier getrost von einem der besseren SECRET SPHERE-Alben sprechen.

Absolute Anspieltipps: WHERE THE SEA ENDS, FIRST SNAKE, SET ME FREE, LIGHTS ON, LEONARDO DA VINCI


„Nach einem eher enttäuschenden Album eine absolut willkommene Rückkehr.“

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