Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Scent Of Human Desire (2003)

Alben-Titel: Scent Of Human Desire
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. Mai 2003
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars (lead)
Paolo „Paco“ Gianotti – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Luca Cartasegna – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Rain (05:26)
2. Still Here (03:01)
3. 1000 Eyes‘ Show (05:45)
4. More Than Simple Emotions (04:01)
5. Surrounding (05:53)
6. Desire (05:16)
7. Virgin Street 69 (04:15)
8. Runaway Train (04:24)
9. Scent of a Woman (04:44)
10. Life Part 1 – Walking Through the Dawn (01:53)
11. Life Part 2 – Daylight (08:41)

Veränderungen sind grundsätzlich eine schöne Sache, aber…

Auch wenn die Band schon seit vielen Jahren aktiv ist und im Laufe der Jahre mehr als eine handvoll Alben veröffentlicht hat, wird sie höchstwahrscheinlich nicht jeder kennen. Dennoch konnten die bereits 1997 gegründeten SECRET SPHERE vor allem zu ihrer Anfangs- und Blütezeit relativ problemlos mit anderen seinerzeit  aktiven und die italienische Power Metal-Szene maßgeblich mitgestaltenden Combos wie etwa LABYRINTH konkurrieren – wofür sowohl das höchst gelungene Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (1999, siehe Review) als auch das 2001 veröffentlichte, sogar noch einen Tick bessere A TIME NEVER COME (Review) bis heute Pate stehen. Aber wie es eben so ist – und zweifelsohne auch bei LABYRINTH der Fall war – sollten selbst jene nicht vor etwaigen stilistischen Verirrungen gefeit gewesen sein, die dabei halfen das seinerzeit noch junge Genre aus seinen Kinderschuhen zu befreien.

Und das ist in einem Fall wie diesem schon etwas verwunderlich, zumal zwischen dem zuvor veröffentlichten A TIME NEVER COME und dem vorliegenden SCENT OF HUMAN DESIRE gerade einmal 2 Jahre liegen. Dennoch, und deshalb auch die bereits nicht viel gutes verheißende Andeutung; hatte sich in Bezug auf den Sound der Italiener durchaus einiges getan – wenn auch eher nicht in eine wünschenswerte Richtung. Anders gesagt: wer erwartet hat, dass SECRET SPHERE den auf A TIME NEVER COME begonnen Power Metal-Siegeszug mit SCENT OF HUMAN DESIRE fortsetzen würden, konnte und kann eigentlich nur enttäuscht werden. Nicht nur, dass sich die Italiener auf ihrem dritten Studiowerk weitaus zurückhaltender, zahmer und im Endeffekt auch wesentlich unspektakulärer inszenierten – auch machten sie fatalerweise nicht davor Halt, einige für sie neue Elemente in ihrem Sound zu verbauen. Das konnten mal explizit balladeske sein, wie etwa in MORE THAN SIMPLE EMOTION, DESIRE oder SCENT OF A WOMAN und auch an (zu) vielen anderen Stellen – oder aber solche, von denen man zumindest auf einem Power Metal-Album unbedingt einen großen Abstand hätte nehmen sollen.

Namentlich sind hier jene Anwandlungen gemeint, die SECRET SPHERE in Titeln wie STILL HERE, VIRGIN STREET 69, RUNAWAY TRAIN und sogar dem überlangen Rausschmeißer LIFE PART 2 offenbarten. Die an den Titel angehängte Passage, in denen ein nichtssagendes Geklimper von einem schallenden Gelächter der Marke Beavis & Butthead-Imitat begleitet wird; setzt dem Ganzen natürlich die Krone auf. Es ist merkwürdig, aber: hört man Titel wie diese, kann man kaum glauben dass dem musikalischen Schaffen der Band einst eine gewisse Größe oder auch Eleganz innewohnte. Sicher, gegen ein wenig Spaß hat grundsätzlich niemand etwas einzuwenden. Wenn das Ganze aber in eine derart plumpe Richtung driftet wie hier, sieht die Sache schon anders aus. Immerhin: in Bezug auf das Handwerk respektive ihr Instrumentenspiel können SECRET SPHERE selbst hier überzeugen, mit Ausnahme des in diesem Fall nicht selten blöd dastehenden (was durchaus eine treffende Formulierung ist) Leadsängers Roberto Messina oder der wie in SURROUNDING mehr schlecht als recht inszenierten Chöre. Dennoch: dass sich ausgerechnet SECRET SPHERE in einer derart expliziten Art und Weise von ihrer ursprünglich eingeschlagenen Marschrichtung wegbewegten, stimmt einen schon etwas wehmütig.

Fest steht: mit den hier präsentierten, ärgerlich auf komisch und modern getrimmten Titeln sowie der doch recht großen Anzahl an maximal soliden, aber eben nicht herausragenden Balladen konnten und können SECRET SPHERE einfach keinen Blumentopf gewinnen. Zumal sie schon in diesen Momenten stark an die Kollegen von LABYRINTH erinnern – zumindest mehr als auf ihren vorherigen, weitaus eigenständigeren Alben. Das einzige, was SCENT OF HUMAN DESIRE so noch vor der bodenlosen Versenkung rettet; sind lediglich jene beiden Nummern die doch noch an die einstige Kraft der Band erinnern – der starke Opener RAIN sowie das balladesk angehauchte, dabei aber vergleichsweise wirkungsvolle 1000 EYES‘ SHOW.

Absolute Anspieltipps: RAIN, 1000 EYES SHOW


„Zu viele Balladen treffen auf zu viele Blödeleien. Und das sollen SECRET SPHERE sein ?“

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