Metal-CD-Review: VICTORIUS – Dinosaur Warfare (EP, 2018)

Alben-Titel: Dinosaur Warfare – Legend Of The Power Saurus (EP)
Künstler / Band: Victorius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Januar 2018
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Andreas Dockhorn – Bass
Dirk Scharsich – Guitars
David Baßin – Vocals
Frank Koppe – Drums
Flo – Guitars

Track-Liste:

1. Saurus Infernus Galacticus (00:38)
2. Dinosaur Warfare (04:11)
3. Legend of the Power Saurus (04:39)
4. Lazer Tooth Tiger (04:21)
5. Razorblade Raptor (03:31)
6. Flames of Armageddon (03:56)

Dinos und Tiere als Superhelden gehen immer…

… zumindest oder gerade in diversen auf ein jüngeres Publikum zugeschnittenen TV-Formaten. Aber im Genre des Power Metal ? Fakt ist: auf ihrer DINOSAUR WARFARE-EP legen es die deutschen Power Metaller von VICTORIUS auf eine eben solche Kombination an – und präsentieren dem geneigten Genre-Konsumenten ganze 6 (oder 5, abzüglich des Intros) entsprechend verspielte Genre-Titel, die sich in Bezug auf ihre Atmosphäre irgendwo zwischen dem dezent trashigen Charme von Low-Budget-Filmprojekten wie KUNG FURY und dem ebenfalls mit einem gewissen Augenzwinkern zu betrachtenden Schaffen von musikalischen Recken wie TWILIGHT FORCE oder GLORYHAMMER bewegen. Immerhin: gerade in handwerklicher Hinsicht kann man den bereits seit 2004 aktiven Musikern kaum etwas vorwerfen – zumal sie seit ihrem seinerzeit noch stark ausbaufähigen Debütalbum UNLEASH THE TITANS (2010, siehe Review) kontinuierlich an sich gearbeitet und die Power Metal-Welt zuletzt mit rundum starken Werken wie HEART OF THE PHOENIX (Review) beglückt hatten.

Die Freiheit, mit DINOSAUR WARFARE nun auch mal ein nicht ganz so ernst gemeintes und im besten Fall einmaliges musikalisches Kurzprojekt auf die Beine zu stellen haben sich VICTORIUS also gewissermaßen verdient. Wenn, ja wenn das Ganze nicht in einer allzu unerträglichen Blödelei ausartet – und auch nicht so experimentell daherkommt, dass es nicht mehr an den üblichen Maßstäben der Band gemessen werden könnte. Glücklicherweise kann man diesbezüglich aber schnell eine Entwarnung aussprechen, denn: die DINOSAUR WARFARE-EP bewegt sich im musikalischen wie handwerklichen Sinne gar nicht allzu weit weg vom bisherigen Schaffen der Band, entfaltet als kurzweiliges Projekt schnell einen gewissen Charme – und macht schlicht einen Heidenspaß. Der Gründe dafür sind es hauptsächlich zwei: zum einen schaffen es VICTORIUS hier relativ problemlos, mit ihrer ebenso flotten wie grundsätzlich recht hymnisch angelegten Spielart des Power Metal zu überzeugen – woran auch die satte Produktion einen nicht unwesentlichen Anteil hat.

Zum anderen aber, und das ist gewissermaßen ein EP-exklusiver Effekt; geht die hier anberaumte thematische Komponente recht gut auf – und erweist sich insgesamt nicht als störend, auch wenn einige Passagen im Opener und Titeltrack DINOSAUR WARFARE sich diesbezüglich schon hart an der Grenze bewegen. Sicher, einen wie auch immer gearteten Innovationspreis werden VICTORIUS mit ihrer EP trotz allem nicht gewinnen können – und das nicht zuletzt, da sich stellenweise doch recht frappierende Ähnlichkeiten zu Bands wie etwa DRAGONFORCE ergeben. Dennoch erweisen sich gerade die beiden Titel LEGEND OF THE POWER SAURUS und das als Lyric-Video ausgekoppelte LAZER TOOTH TIGER als echte und vor allem handwerklich gut inszenierte Spaßgranaten, die sich in ihrer Wirkungskraft durchaus mit einigen eher klassischen Genre-Hymnen messen können. Wenn, ja wenn man nur das Augenzwinkern nicht vergisst.

Eine kleine Kehrseite hat die EP dann aber doch – schließlich hätte man sowohl das Intro als auch das gleich in mehrerlei Hinsicht nervige RAZORBLADE RAPTOR ersatzlos streichen können. Davon abgesehen gibt es aber eigentlich nur wenig zu mäkeln – mit Ausnahme der grundsätzlichen an VICTORIUS gerichteten Geschmacksfragen versteht sich. Die sollten sich vornehmlich auf den vergleichsweise weichen Leadgesang von David Baßin beziehen, der auch auf der vorliegenden EP nicht bei jedermann gleichermaßen gut ankommen wird. Wer sich nicht daran stört – und überdies gerne einmal erfahren möchte, wie ein DRAGONFORCE-Soundtrack zu diversen Cartoons der 80er Jahre geklungen hätte – der sollte in diesem Fall unbedingt zugreifen.

Absolute Anspieltipps: DINOSAUR WARFARE, LEGEND OF THE POWER SAURUS, LAZER TOOTH TIGER


„Eine recht spaßige, im besten Fall aber dennoch nur einmalige Angelegnheit.“

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