Metal-CD-Review: QANTICE – The Cosmocinesy (2009)

Alben-Titel: The Cosmocinesy
Künstler / Band: Qantice (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. April 2009
Land: Frankreich
Stil / Genre: Power Metal
Label: Brennus Music

Alben-Lineup:

Vincent Pichereau – Vocals
Tony Beaufils – Guitars
Yosh Otias – Violin

Track-Liste:

1. Budding from the Mist (01:46)
2. Head over Worlds (06:04)
3. Pirates (06:36)
4. Megantrop (05:37)
5. Ocean Eclipse (04:56)
6. The Hero That You Need (06:32)
7. Burial Wave (06:25)
8. The Question (05:07)
9. Best in the Well (05:30)
10. The Least Worst Ending (04:19)

Frisch gewagt ist halb gewonnen.

Wie viele Power Metal-Bands sich im Laufe ihrer Karriere bereits an ein größer angelegtes und entsprechend aufwendigeres Konzeptalbum gewagt haben, steht in den Sternen. Fest steht nur, dass es die sich bereits im Jahre 2002 in Frankreich zusammengefunden Musiker von QANTICE ebenfalls versucht haben – und man die eigens erdachte Hintergrundgeschichte zum etwas merkwürdig betitelten Debütalbum THE COSMOCINESY nicht nur in der vorliegenden musikalischen Form entdecken kann, sondern auch in einem separat veröffentlichten französischen Roman. In Anbetracht der anzunehmenden erzählerische Dichte des Materials sollte die Band also durchaus über einen ausgeprägten Ideenreichtum verfügen, der THE COSMOCINESY allemal zugute kommen könnte. Fest steht aber auch, dass sich auch ein Album wie dieses die Frage nach einer hoffentlich vorhandenen generellen musikalischen Wertigkeit gefallen lassen muss – und eine gute Geschichte noch kein hervorragendes Power Metal-Album macht.

Tatsächlich kann man THE COSMOCINESY auch bestens in Bezug auf die in eben diese Richtung gehende Zwiespältigkeit beschreiben, denn: das Bestreben, eine vergleichsweise kreative und intensive Geschichte erzählen zu wollen hat sich in diesem Fall allemal ausgezahlt. Anders gesagt: man merkt dem insgesamt 10 Titel starken Album durchaus an, das es vergleichsweise besonders ist und die Band absolut hinter den hier kredenzten Ideen steht. Andererseits, und das ist die Kehrseite der Medaille; spielen QANTICE hier einen letztendlich doch recht verwechselbaren Power Metal der typisch europäischen Spielart. Einen, der dabei auch nicht vor gewissen Schwächen gefeit ist – die hier speziell in Bezug auf den Leadgesang von Vincent Pichereau festzustellen sind. Immerhin scheint er vergleichsweise unsicher zu agieren und speziell in den des öfteren angestrebten höheren Lagen Probleme zu haben, was schon den Opener HEAD OVER WORLDS zu einer kleinen Herausforderung machen kann. In Bezug auf die Instrumente sieht es da schon wesentlich besser aus: die Gitarren klingen sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich angenehm knackig, das Drumming ebenso organisch wie antreibend; und auch der Bass bekommt – nicht zuletzt Dank der exzellenten Abmischungs- und Produktionsarbeit – die nötige Aufmerksamkeit.

Doch auch wenn QANTICE im weiteren Verlauf immer wieder auf besondere Extras wie etwa eine gut funktionierende symphonische Komponente, längere Instrumentalstrecken mit allerlei Abwechslung und eine möglichst ausgewogene Mixtur aus getragenen und flotteren Momenten setzen; geht es nie wirklich verloren – das Gefühl, als würde man hier lediglich einer von so vielen anderen Genre-Bands lauschen. Die deutlichsten Parallelen ergeben sich dabei wohl zu den italienischen Kollegen von LABYRINTH oder auch THY MAJESTIE – sodass es insgesamt betrachtet durchaus ein paar mehr Alleinstellungsmerkmale und noch ungewöhnlichere Sounds hätten sein dürfen. Eben solche, die die Besonderheiten der zugrundeliegenden Geschichte noch zusätzlich unterstrichen und das Album zu einem einzigartigen Genuss gemacht hätten. So bleibt es nur bei einem grundsoliden, letztendlich gar nicht allzu auffälligen Album im Stile der späteren DAMNATIONS ANGELS – wobei es umso passender erscheint, dass ein gewisser PELLEK zwischenzeitlich von eben dieser Band zu QANTICE gewechselt ist.

Kurzum: THE COSMOCINESY weiß der Hörerschaft einen angenehm symphonisch angehauchten, abwechslungsreichen und vor allem in Bezug auf die Instrumentalisierung starken Power Metal inklusive einer netten Geschichte anzubieten – während die teils markanten Schwächen in Bezug auf den Leadgesang, einzelne deutlich unausgegorenere Momente (wie etwa die Ballade OCEAN ECLIPSE oder das recht langwierige THE HERO THAT YOU NEED) sowie die nicht wirklich aufgehenden lockeren, wie in PIRATES eher befremdlich klingenden Stimmungen noch größeres verhindern.

Absolute Anspieltipps: HEAD OVER WORLDS, MEGANTROP, THE QUESTION


„Dem Anspruch der Geschichte kann das Album nicht wirklich gerecht werden – aber solide ist das, was QANTICE hier abgeliefert haben allemal.“

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