Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – Afterlife (2000)

Alben-Titel: Afterlife
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. November 2000
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Century Media Records

Alben-Lineup:

Jonny Lindqvist – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Nils Norberg – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Owe Lingvall – Drums
Mattias Bernhardsson – Keyboards

Track-Liste:

1. Afterlife (05:26)
2. Wake Up Dead (03:49)
3. The Sinner’s Cross (03:48)
4. Hell and Back (03:40)
5. The Sign (03:50)
6. The Devil’s Child (03:18)
7. Genetic Distortion Sequence (04:01)
8. Sacrifice (03:21)
9. Temple of the Dead (04:48)
10. Hellenium (04:47)

Huldige der aufziehenden Dunkelheit.

Wenn es eine Band gibt, die sich mit dem Marsch auf die Jahrtausendwende stetig verbessert und so gesehen auch musikalisch herausgeputzt hatte; dann waren das die NOCTURNAL RITES. Mit der Entscheidung, sich von ihren eher im Death Metal zu verortenden Wurzeln wegzubewegen und einen klassischen Power Metal der europäischen Spielart anzusteuern; unternahmen die Schweden schließlich das einzig richtige – wofür schon das Debütalbum IN A TIME OF BLOOD AND FIRE (siehe Review) sowie der Nachfolger TALES OF MYSTERY AND IMAGINATION (Review) hinreichend Anhaltspunkte gaben. Richtig rund ging es dann aber erst auf dem 1999 erschienenen THE SACRED TALISMAN (Review), trotz des wenig verheißungsvoll erscheinenden Alben-Titels. Hier liefen die NOCTURNAL RITES erstmals zu einer so nicht gekannten Höchstform auf, und präsentierten der Hörerschaft ein ebenso klassisches wie zeitloses Power Metal-Album der allerersten Güteklasse. Eines, das zwar ein wenig mit der zuvor eingeschlagenen Marschrichtung von auch mal etwas düsterer angehauchten Erzählungen frei nach den überschwänglichen Fantasy-Ambitionen von BLIND GUARDIAN brach; dafür aber mit einem ebenso überraschenden wie zutiefst wirksamen und sympathischen Charme der 80er-Metaljahre, grandiosen Melodien und schlicht unglaublich packenden Hymnen punkten konnte.

Umso kurioser erscheint es, dass ausgerechnet der hiesige Leadsänger Anders Zackrisson die Band kurz nach dem Release des Albums verließ – und durch den auch heute noch bei den NOCTURNAL RITES aktiven Jonny Lindqvist ersetzt wurde. Sicher war und ist der kein schlechter Sänger – doch führte seine Verpflichtung unweigerlich dazu, dass sich der allgemeine Sound der Band mitunter maßgeblich veränderte. So markiert schon das 2001 erschienene AFTERLIFE einen weiteren Umbruch innerhalb der Historie der Band – wobei man für sich selbst herausfinden muss, ob in eine wünschenswerte oder in eine doch etwas wehmütig stimmende Richtung. Fest steht nur, dass AFTERLIFE wesentlich düsterer und schwerer daherkommt als seine Vorgänger – und sich gerade im Zusammenspiel mit dem wesentlich harscheren Eindruck des neuen Leadsängers deutlichere Parallelen zu verwandten Genres wie dem des Trash- und Speed Metals ergeben. Immerhin: das äußerst variable, lebendige und antreibende Gitarrenspiel sowie einige eher hymnisch anmutende Elemente (wie schon der Refrain zum Alben-Auftakt im Titeltrack AFTERLIFE) sind der Band erhalten geblieben – wobei gerade das dafür sorgt, dass man sich als Konsument und Liebhaber der alten NOCTURNAL RITES-Scheiben nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen fühlt.

Insgesamt, und trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Unterschiede zum Vorgänger ist AFTERLIFE damit ein höchst solides Genre-Album geworden. Insbesondere natürlich für all jene, die eine Vorliebe für einen etwas düstereren Sound mit einem ordentlichen Fokus auf die entsprechend dröhnenden Gitarren hegen – und dafür auf den ein oder anderen feucht-fröhlichen oder explizit verspielten Moment wie noch auf THE SACRED TALISMAN verzichten können. Abwechslungsreich und vielschichtig genug ist das dargebotene Material schließlich dennoch – und die melodiösen Kompositionen wissen; auch wenn sie eine etwas andere Atmosphäre heraufbeschwören als bis dato für die Band üblich, den geneigten Genre-Hörer eben doch schnell zu begeistern. Wenn man einen Schwachpunkt des Albums benennen möchte oder müsste, dann würde sich der vermutlich (und am ehesten) auf den Klang des Drummings beziehen – das stellenweise doch etwas ungünstig klingt und einen eher artifiziellen Eindruck hinterlässt, gerade in den nicht selten aufkommenden Doublebass-Passagen. Davon abgesehen kann aber auch die Abmischung und Produktion des Albums überzeugen. Sicher, sich auf etwaige und auch mal etwas schwerer wiegende musikalische Veränderungen einzustellen ist nicht immer leicht – in diesem Fall aber sollte es einem erstaunlich gut gelingen.

Absolute Anspieltipps:AFTERLIFE, WAKE UP DEAD, THE DEVIL’S CHILD, SACRIFICE


„So oder so – mit den NOCTURNAL RITES war und ist zu rechnen.“

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