Metal-CD-Review: EDGUY – Rocket Ride (2006)

Alben-Titel: Rocket Ride
Künstler / Band: Edguy (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Januar 2006
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Tobias Sammet – Vocals
Jens Ludwig – Guitars
Dirk Sauer – Guitars
Tobias „Eggi“ „Exxel – Bass
Felix Bohnke – Drums

Track-Liste:

1. Sacrifice (08:03)
2. Rocket Ride (04:49)
3. Wasted Time (05:48)
4. Matrix (04:10)
5. Return to the Tribe (06:07)
6. The Asylum (07:39)
7. Save Me (03:47)
8. Catch of the Century (04:03)
9. Out of Vogue (04:36)
10. Superheroes (03:20)
11. Trinidad (03:29)
12. Fucking with Fire (Hair Force One) (04:22)

Und ab geht die Post Rakete.

ROCKET RIDE ist das siebte offizielle Studioalbum von EDGUY – jener legendären und allseits bekannten Power Metal-Formation aus deutschen Landen, deren schillernde Galionsfigur Tobias Sammet grundsätzlich vieles richtig gemacht hat. Vor mindestens eine größere Bewährungsprobe wurde die hiesige Fangemeinde aber durchaus gestellt – wobei die hierbei gemeinte Entwicklung nicht wirklich an einem eindeutigen Zeitpunkt festzumachen ist. Fest steht indes, dass sich EDGUY ab ihrem 2001 erschienenen MANDRAKE (siehe Review), sowie speziell dem nachgeschobenen HELLFIRE CLUB (Review) von einer etwas anderen Seite zeigten als bis dato gewohnt – und nicht jeder mit der nunmehr deutlich ausgelasseneren, mitunter dezent blödelnden Stimmung innerhalb der Musik der Fulderaner warm werden konnte. Erst Recht natürlich, wenn man bedenkt dass EDGUY vor nicht allzu langer Zeit Alben wie VAIN GLORY OPERA (Review), THEATER OF SALVATION (Review) oder THE SAVAGE POETRY (Review) veröffentlicht hatten – Alben, die man relativ problemlos als Meilensteine in Bezug auf die damalige Power Metal-Szene bezeichnen könnte.

Aber, und wie man weiß legte Tobias Sammet etwaige in diese Richtung gehenden Ambitionen nicht gänzlich ab – sondern verwirklichte sie fortan eher in seinem AVANTASIA-Projekt. EDGUY indes liefen durchaus Gefahr, sich nicht für eine klare Marschrichtung entscheiden zu können – oder im schlimmsten Fall gar als abgehalfterte Comedy-Band zu enden. Dezent problematisch ist, dass man mit dem 2006 erschienenen ROCKET RIDE nicht allzu viel unternommen hat um eben diese Entwicklung aufzuhalten – und den Hörer abermals der ein oder anderen Talfahrt ausgesetzt hat. Nummern wie das sich dezent überflüssig anfühlende MATRIX oder die kitschig-harmlose und in jeder Hinsicht Chart-taugliche Ballade SAVE ME markieren dabei aber erst den Anfang der relativen Misere – und das nach dem rundum gelungenen Auftakt des Albums. Mit dem überraschend mächtigen, nach einer typischen EDGUY- und AVANTASIA-Manier aufgepeppten Opener SACRIFICE, dem recht griffigen Titeltrack ROCKET RIDE oder dem angenehm Riff-orientierten WASTED TIME macht der schließlich noch eine recht überzeugende Figur – und lässt zunächst kaum vermuten, dass sich EDGUY doch noch derart verhaspeln respektive stilistisch verirren würden.

Doch es kommt, wie es kommen musste: mit den in CATCH OF THE CENTURY inszenierten, recht großkotzigen (und nicht wirklich pointiert wirkenden) Peinlichkeiten, der auffällig platten Videosingle SUPERHEROES sowie den letztendlich relativ unmöglichen Rausschmeißern TRINIDAD und FUCKING WITH FIRE setzten EDGUY zu einem absoluten Tiefflug an, der selbst noch die ärgsten Momente des Vorgängers HELLFIRE CLUB zu unterbieten vermag. Einem grundsätzlich unnötigen Tiefflug noch dazu, der ROCKET RIDE am ehesten für Freunde eines eher retrospektiv orientierten Hardrocks mit einer ordentlichen Priese Glam-Metal interessant machen sollte. Alle anderen – und vor allem jene, die einen Narren an den früheren Alben der Band gefressen haben – sei indes nur der solide Alben-Auftakt ans Herz gelegt. Anders gesagt: in Bezug auf das an den Tag gelegte Handwerk (insbesondere von Frontmann Tobias Sammet), die Produktion und einen nicht unwesentlichen Unterhaltungswert mag das Ganze noch ganz gut funktionieren – doch insgesamt klingt und fühlt sich ROCKET RIDE einfach deutlich zu unrund an.

Absolute Anspieltipps: SACRIFICE, WASTED TIME, RETURN TO THE TRIBE


„Auf eine gute erste Alben-Hälfte folgt eine zum Vergessen.“

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