Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – The Sacred Talisman (1999)

Alben-Titel: The Sacred Talisman
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Mai 1999
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Century Media Records

Alben-Lineup:

Anders Zackrisson – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Nils Norberg – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Owe Lingvall – Drums
Mattias Bernhardsson – Keyboards

Track-Liste:

1. Destiny Calls (03:58)
2. The Iron Force (04:20)
3. Ride On (03:16)
4. Free at Last (03:50)
5. Hold On to the Flame (04:08)
6. Eternity Holds (04:00)
7. When Fire Comes to Ice (03:49)
8. The Legend Lives On (05:47)
9. The King’s Command (03:25)
10. Unholy Powers (Night of the Witch) (03:12)
11. Glorious (03:24)

And my death will be glorious.

Nachdem die Schwedischen Power Metaller der NOCTURNAL RITES bereits mit ihrem zweiten Studioalbum TALES OF MYSTERY AND IMAGINATION (Siehe Review) gezeigt hatten, dass der europäische Genre-Markt in jeder Hinsicht mit einer aufstrebenden Combo wie der ihren rechnen musste; schickte man gerade einmal ein gutes Jahr später THE SACRED TALISMAN ins Rennen – das dritte Album der Band, das die zuvor eingeschlagene Fantasy-Schiene fortführte und dabei zunächst durch eine eher unspektakuläre Aufmachung auffiel. Immerhin schienen sowohl das Cover als auch der Alben-Titel selbst nicht gerade großes zu versprechen – eher etwas typisches oder etwas, das zu einem späteren Zeitpunkt als zigmal gehörter Kitsch abgetan worden wäre. Dennoch – und wie so oft – zeigt sich, dass sich ein näheres Hinhören und im besten Falle auch Eintauchen in den hiesigen musikalischen Alben-Kosmos lohnt. Und das sogar so sehr, dass man hier relativ problemlos vom bis dato besten, atmosphärischsten und wirkungsvollsten NOCTURNAL RITES-Album überhaupt sprechen kann.

Anzeichen dafür gibt es schließlich einige – wobei schon die im Gegensatz zu den Vorgängern erhebliche verbesserte oder eher im Sinne der Marschrichtung der Band angepasste Abmischungs- und Produktionsarbeit als potentiell ausschlaggebendes Merkmal zu nennen ist. Schließlich klangen die NOCTURNAL RITES erst auf THE SACRED TALISMAN so, als wären sie tatsächlich eine sich irgendwo zwischen den Zeiten wohlfühlende Combo. Eine, die sich dem Schaffen anderer Bands nicht unterordnet, einen höchst eigenständigen Sound an den Tag legt – und diesen auch mit einem entsprechenden Nachdruck zu untermauern weiß. Die für den damaligen Frontmann Anders Zackrisson wesentlich vorteilhaftere Abmischung des Leadgesangs, die nicht mehr ganz so dröhnenden Gitarren, die bessere Hervorhebung der Drums und des Bass sowie der sich insgesamt organischer und lebendiger anfühlende Soundeindruck sprechen hier jedenfalls für sich.

Doch nicht nur in Bezug auf die Inszenierung und Vermittlungen ihres Sounds hatten die NOCTURNAL RITES abermals einen großen Sprung nach vorne gemacht – auch im Hinblick auf das Songwriting und das offerierte Maß der Abwechslung ging es erstmals so heiß her, dass man geneigt war von einem ganz und gar kultig anmutenden Endprodukt zu sprechen. Sei es der direkt wirksame, über allen Maßen hymnische Opener DESTINY CALLS; das angenehm klassisch stampfende THE IRON FORCE, das die Stimmung von RIOT’S THUNDERSTEEL heraufbeschwörende RIDE ON, das gewissermaßen leicht wehmütig stimmende und perfekt ausgeführte FREE AT LAST oder das variantenreiche HOLD ON TO THE FLAME – bereits der gesamte Alben-Auftakt von THE SACRED TALISMAN hätte mächtiger nicht ausfallen können. Umso schöner ist, dass das Album diesen Qualitätsstandard auch locker zu halten vermag – und man kaum eine andere Wahl hat als Nummern wie WHEN FIRE COMES TO ICE oder GLORIOUS direkt mit dem Prädikat wertvoll zu versehen. Zumindest im Sinne der Geschichte des europäischen Power Metals, für den sich die NOCTURNALES RITES nach ihrem Karriere-technischen Death Metal-Auftakt doch noch entschieden hatten.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass THE SACRED TALISMAN selbst mit einer für die Band eher untypischen Ballde wie THE LEGEND LIVES ON punkten kann – auch oder gerade weil sich der damalige Leadsänger Anders Zackrisson hier hörbar ins Zeug legte und der Hörerschaft eine so noch nicht bekannte Gesangs-Facette offenbarte. Die daraus folgende, letztendlich kaum vermeidbare Feststellung ist vergleichsweise selten, aber: das einzig schlechte an THE SACRED TALISMAN ist, dass es irgendwann einmal endet. Das will schon etwas heißen – und sorgt dafür, dass sich das Album einen der höheren Plätze in der hiesigen Liste der besten Power Metal-Alben des Blogs sichern kann. Danke, NOCTURNAL RITES !

Absolute Anspieltipps: DESTINY CALLS, RIDE ON, WHEN FIRES COMES TO ICE, GLORIOUS


„So oder so ähnlich klingt ein Power Metal-Meisterstück.“

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